Vor eineinhalb Jahren verließ Victor Osimhen die SSC Neapel und wechselte zu Galatasaray. Dem Wechsel gingen große Spannungen zwischen Osimhen und dem italienischen Klub voraus. Im Herbst 2023 hatte Neapel ein humoristisches TikTok-Video hochgeladen, in dem der Mittelstürmer einen Elfmeter forderte und ihn anschließend verschoss. Das Video wurde anschließend als beleidigend und rassistisch bewertet und kurz darauf gelöscht.
"Sie behandelten mich wie einen Hund": Osimhen teilt gegen Neapel aus
„Sie behandelten mich wie einen Hund“
Inzwischen hat Osimhen alle Fotos und Videos aus der Zeit bei Neapel von seinem Instagram-Account gelöscht. Mit der italienischen Gazzetta dello Sport sprach er nun ausführlich über die letzten eineinhalb Jahre.
„Ich war Opfer rassistischer Beleidigungen“
„Nachdem Napoli dieses Video auf TikTok veröffentlicht hatte, war etwas endgültig zerbrochen“, erklärte der Weltklasse-Stürmer nun. Damals stellte er in den sozialen Medien selbst klar, dass er voll hinter dem Verein stehe. Heute klingt das aber ganz anders.
„Jeder kann einen Elfmeter verschießen, jeder kann dafür verspottet werden. Ich war Opfer rassistischer Beleidigungen“, sagte er nun zu dem damals veröffentlichten Video.
„Sie behandelten mich wie einen Hund“
Osimhen ging auch detaillierter auf die Zeit danach ein, nachdem er dem Klub klar kommuniziert hatte, dass er den Verein verlassen wolle. „Sie versuchten, mich irgendwohin zu schicken, um zu spielen, aber sie behandelten mich wie einen Hund“, betonte der nigerianische Nationalspieler.
„Geh hierhin, geh dorthin, mach dies, mach das... Ich habe hart für meine Karriere gekämpft, ich konnte diese Art der Behandlung nicht akzeptieren. Ich bin keine Marionette“, bekräftigte er.
Was den Stürmer bis heute beschäftigt, ist das Fehlen jeglicher Entschuldigung und Reue der damaligen Verantwortlichen. „Niemand hat sich jemals öffentlich für das Geschehene entschuldigt“, beschwerte sich der 27-Jährige im Interview.
Wie der Verein mit dem Thema umgegangen ist, enttäuschte ihn sehr: „Zwischenzeitlich gab es Gerüchte, dass ich zu spät zum Training gekommen sei, dass ich mich mit meinen Mitspielern gestritten habe... Das sind alles Lügen“, erklärte er und beschrieb damit die labile Vertrauenssituation zwischen ihm und dem Verein.
Bei Galatasaray fühlt sich Osimhen wohl
Im Sommer letzten Jahres wechselte er dann zu Galatasaray und fühlt sich dort nun sichtlich wohl: „Ich habe einen Verein und eine Stadt gefunden, die ich liebe. Sobald man in Istanbul ankommt, versteht man, warum jeder, der hier gespielt hat, sich in die Mannschaft und die Menschen verliebt hat. Ich habe noch nie etwas Vergleichbares erlebt.“
Bei dem türkischen Traditionsverein ist Osimhen inzwischen eine feste Größe im Angriffsspiel. In 65 Einsätzen seit seinem Wechsel hat er überragende 52 Tore und 13 Vorlagen beigesteuert.