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DFB-Pokal-Finale: Nico Schlotterbeck nach Niederlage des SC Freiburg gegen RB Leipzig untröstlich

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DFB-Pokal-Finale: Nico Schlotterbeck nach Niederlage des SC Freiburg gegen RB Leipzig untröstlich

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Schlotterbecks perfekte Bewerbung

Schlotterbecks perfekte Bewerbung

Nico Schlotterbeck ist beim Pokalfinale der beste Mann auf dem Platz. Das tröstet den künftigen BVB-Spieler aber nicht über die unglückliche Niederlage des SC Freiburg hinweg.
Das DFB-Pokalfinale zwischen dem SC Freiburg und RB Leipzig war ein Thriller, der alles zu bieten hatte: Platzverweise, Verlängerung und Elfmeterschießen.
Johannes Fischer
Johannes Fischer

Christian Streich und Nico Schlotterbeck verbindet viel. Am Ende dieses windigen Maiabends im Berliner Olympiastadion hatten die beiden Freiburger aber komplett unterschiedliche Gefühlslagen.

Der Trainer des SC Freiburg nahm die 3:5-Niederlage nach Elfmeterschießen gegen RB Leipzig stoisch hin, er hatte sogar ein Lächeln auf den Lippen und verteilte eifrig Handküsschen Richtung SC-Anhang. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan des DFB-Pokals)

„Ich schaffe es nicht, mich zu ärgern. Morgen vielleicht“, verriet er auf der Pressekonferenz. Seine Frau, die mit dem Zug angereist war, habe ihm von der Stimmung der SC-Fans geschwärmt und wen sie alles getroffen habe. Druck verspüre er nur in der Bundesliga, das Pokalfinale war so etwas wie eine Zugabe, die er sichtlich genoss.

Keine zehn Minuten davor hatte sein Abwehrchef ganz anders geklungen. „Ehrlich gesagt ist das kein Trost“, antwortete Schlotterbeck auf die Frage, ob ihm die Auszeichnung zum „Man of the Match“ über die Niederlage hinweg helfe. (BERICHT: Notfall überschattet Finale)

Schlotterbeck: „Schwer zu akzeptieren“

Direkt nach dem Schlusspfiff standen Schlotterbeck Ärger und Enttäuschung ins Gesicht geschrieben, als er nach Ermedin Demirovics Fehlschuss sekundenlang ins Leere starrte und den Kopf schüttelte. (NEWS: Alle aktuellen Infos zum DFB-Pokal)

„Es ist schwer zu akzeptieren, dass wir verloren haben. Das war mein letztes Spiel für den SC und ich muss sagen, dass ich meine Seele rausgespielt habe“, fügte der Nationalspieler an, der in der kommenden Saison das Trikot von Borussia Dortmund tragen wird.

Der 22-Jährige spielte mit beeindruckender Cleverness den linken Part in der Freiburger Dreierkette, grätschte wie einst Jürgen Kohler beim BVB und trieb den Ball nach vorne, wie es Bayerns Lucio nicht besser machte. Kurzum: Er rechtfertigte seinen Ruf als kompletter Abwehrspieler.

Nur mit einer Sache haderte der scheidende Freiburger nach der Partie bei Sky: „Ich habe im Elfmeterschießen keine Verantwortung übernommen, ich habe nicht so die Eier gehabt.“

Der BVB bastelt weiter fleißig am Kader für die neue Saison. Neben dem Abgang von Erling Haaland stehen bereits die Transfers von Niklas Süle, Nico Schlotterbeck und Karim Adeyemi fest.
05:25
"Klopp-Fußball 2.0": Das ist für den BVB drin

Bundestrainer Flick lobt Schlotterbeck

Vor den nervenaufreibenden 120 Minuten plus Elfmeterschießen hatte Nationaltrainer Hansi Flick bereits in den höchsten Tönen von seinem Schützling geschwärmt.

„Man sieht, was der SC Freiburg und Christian Streich für eine gute Arbeit machen. Er ist ein Spieler, der sehr selbstbewusst ist, und auch mit dem Ball weiß, was er zu tun hat“, lobte Flick in der ARD. (Die Stimmen zum Pokal-Finale)

Dass es dennoch nicht reichte, den Breisgauern ein Abschiedsgeschenk zu machen, ist für Schlotterbeck nur schwer zu verkraften. „Das sind glaube ich Spiele, die noch mehr schmerzen“, sagte er nur - und meinte den Spielverlauf, bei dem der SC alle Trümpfe in der Hand zu haben schien.

„Wir haben es nach dem Platzverweis nicht mehr ganz so gut gespielt, aber wir haben bis zum Gegentor eigentlich nicht viel zugelassen“, analysierte Schlotterbeck. „Dann hast du einfach das Pech in der Verlängerung mit den Aluminiumtreffern.“

Sein bitteres Fazit: „Mir fehlen so ein bisschen die Worte. Wir haben alles gegeben, um dieses Ziel zu erreichen und das haben wir leider nicht geschafft.“

Borussia Dortmund darf sich freuen

Vermutlich wird der blondgefärbte Abwehrspieler noch einige Zeit benötigen, um darüber hinwegzukommen - wenn sein neuer Verein zum ersten Training nach dem Sommerurlaub bittet, dürfte er die verpasste Chance aber verarbeitet haben.

Beim BVB will Schlotterbeck dann nachholen, was er mit dem SC verpasst hat: „Ich glaube, Dortmund wird auch jetzt eine gute Lösung (nach der Entlassung von Marco Rose, Anm. d. Red.) finden, dass wir hoffentlich dieses Ding hier nächstes Jahr nach Dortmund holen.“

Sicher ist: Sein perfektes Bewerbungsschreiben für eine Stelle als Stammspieler in der Borussen-Abwehr hat Schlotterbeck im Endspiel abgeliefert.

Nicht erst seit diesem windigen Maiabend in Berlin darf sich Borussia Dortmund auf einen Spieler freuen, der seine Seele auf dem Platz lässt - damit er künftig möglichst wenige Niederlagen zu verdauen hat.