Der Evergreen von der Traumfahrt nach Berlin schallte schon weit vor dem Schlusspfiff durch den Ludwigspark, die völlig euphorisierten Fans erhoben sich zu Standing Ovations für ihr Sensationsteam. Und als dann endlich der Abpfiff ertönte, gab es kein Halten mehr in Saarbrücken.
DFB-Pokal: Saarbrücken-Helden eskalieren nach Eintracht-Blamage - "Das ist geisteskrank!"
Saarbrücken eskaliert: „Geisteskrank!“
Das Märchen geht weiter, der 1. FCS hat nach Rekordsieger FC Bayern auch Eintracht Frankfurt, Finalist der Vorsaison, im DFB-Pokal ausgeschaltet - und das beim 2:0 (0:0) im Achtelfinale völlig verdient. „Da muss man mega stolz sein“, sagte Trainer Rüdiger Ziehl beglückt bei Sky, „das ist einfach geil!“
DFB-Pokal: Saarbrücken feiert nach nächstem Coup
Torschütze Kai Brünker meinte: „Heute gönne ich mir mal ein paar Bier. Gefühlt sind wir alle Feierbiester.“
Und fügte an: „Das ist geisteskrank. Wir haben alles wegverteidigt, Hut ab vor der gesamten Mannschaftsleistung, einfach surreal. Wir sind eine Runde weiter - und wollen da weiter rocken! Gefühlt sollten wir in der ersten Liga spielen.“
Eintracht-Sportvorstand Krösche sauer nach Blamage
Die Helden hüpften zu den Klängen des umgedichteten Nikolaus-Klassikers „Lasst uns froh und munter sein“ vor ihrer Kurve im Kreis und feierten mit ihren Frauen und Kindern, ihre Gegner blieben wie eingefroren stehen. Die Gästekurve strafte Kevin Trapp und Kollegen mit Missachtung.
„Ich bin sauer, das ist brutal enttäuschend“, sagte Sportvorstand Markus Krösche: „Wir haben schlecht verteidigt und hatten keine Lösung nach vorne. Es geht im Fußball darum, Zweikämpfe anzunehmen, wir können nicht immer nur schön spielen. Wir müssen den Finger in die Wunde legen.“
Während die SGE durch die Blamage tiefer in die Krise schlittert, wandelt der 1. FCS auf den Spuren seines Sensationslaufs ins Halbfinale der Saison 2019/20. Brünker (64.) und Luca Kerber (78.) besiegelten die vierte Niederlage der Frankfurter in Serie, vor dem Knaller gegen die Bayern am Samstag (15.30 Uhr) herrscht Alarmstufe rot.
Zumal der kurz zuvor eingewechselte Noel Futkeu wegen eines Tritts abseits des Balles gegen Marcel Gaus die Rote Karte sah (83.). „Das darf ihm nicht passieren“, sagte Krösche.