Paraglider-Schreck für Deschamps

Paraglider-Schreck für Deschamps

Ein Paraglider sorgt vor Deutschlands EM-Pleite für einen Schreckmoment in der Münchner Allianz Arena. Didier Deschamps wird von Teilen beinahe getroffen.
Ein Paraglider sorgt kurz vor Deutschlands EM-Auftakt für einen Schreckmoment in der Münchner Arena. SPORT1 Chefreporter Florian Plettenberg schildert die dramatische Szene im SNICKERS Fan Talks.
Schockmoment! So dramatisch war der Paraglider-Unfall im Stadion
02:01
Christian Paschwitz
Patrick Berger
Florian Plettenberg
von Florian Plettenberg, Patrick Berger, Christian Paschwitz
am 16. Juni

Es war ein ziemlicher Schreckmoment: Ein Motorgleitschirmflieger hat nur wenige Augenblicke vor dem Anpfiff des Auftaktspiels der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei der EM für mächtig Aufregung und Angst gesorgt. (NEWS: Alles zur EM)

Der Mann landete unmittelbar vor Anpfiff der Begegnung mit Weltmeister Frankreich (0:1) mit einer notwendigen Bruchlandung auf dem Rasen der Münchner Allianz Arena, gefährdete zuvor das Leben einiger Zuschauer, weil er drohte, auf die Tribüne abzustürzen. Zwei Personen verletzten sich schwer. (SERVICE: Der Spielplan der EM)

Deschamps fast von Gleitschirm-Teilen getroffen

Didier Deschamps berichtete ebenfalls, fast von Teilen des Fliegers erwischt worden zu sein. "Als ich bei Guy (Stéphan, Co-Trainer Frankreichs, Anm. d. Red.) Zuflucht suchte, schlug ich auf die Bank. Ich habe eine kleine Beule, es ist nichts", erklärte der französische Nationaltrainer, betonte jedoch: "Es hätte ernster sein können. So etwas muss nicht sein."

Bilder, die der Bild vorliegen, zeigen, dass sich Deschamps vor der Trainerbank stehend duckte und unter das Dach flüchtete, als er einen grünen Ring auf sich zufliegen sah. 

Ob eine Berührung stattgefunden hat, wird anhand der Aufnahmen nicht deutlich. Es ist jedoch erkennbar, wie sich Deschamps unmittelbar nach dem Vorfall immer wieder an den Kopf greift. Schiedsrichter Carlos del Cerro Grande erkundigte sich bei ihm, ob alles in Ordnung sei.

Auf dem knallgelben Gleitschirm war ein Schriftzug der Umweltorganisation Greenpeace zu lesen: "Kick out Oil - Greenpeace" (übersetzt: "Schmeißt das Öl raus - Greenpeace").

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Der genaue Hintergrund der Aktion war zunächst unklar. Greenpeace erklärte allerdings noch während der ersten Halbzeit mit mehreren Tweets, man habe auf einen schnelleren Ausstieg aus klimaschädlichen Verbrennungsmotoren beim EM-Sponsor Volkswagen aufmerksam machen wollen.

Beleuchterin wird offenbar von Sanitätern versorgt

"Dieser Protest hatte nie die Absicht, das Spiel zu stören oder Menschen zu verletzen", hieß es. "Wir hoffen, dass es allen gut geht und niemand ernsthaft verletzt wurde. Greenpeace-Aktionen sind immer friedlich und gewaltfrei. Leider ist bei dieser Aktion nicht alles nach Plan gelaufen." 

Laut Polizei-Angaben wurden bei der Aktion zwei Personen verletzt, beide am Kopf. Nach Informationen der ARD-Sportschau beschädigte die bislang unbekannte Person bei der Landung technische Ausrüstung und verletzte eine Beleuchterin, die von Sanitätern versorgt werden musste.

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Die Europäische Fußball-Union (UEFA) bezeichnete das Vorhaben als "rücksichtslos" und "gefährlich".

Söder kündigt Konsequenzen an

Jens Grittner, Sprecher des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), sagte nach dem Spiel: "Wir verurteilen die Aktion, derjenige hat nicht nur sich und andere gefährdet und verletzt. Das ist aus unserer Sicht nicht hinnehmbar, der Vorgang wird von den Behörden und der UEFA geprüft. Das hätte weitaus schlimmer ausgehen können."

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat derweil Konsequenzen angekündigt. "Das wird genau behandelt, das sind klare Verstöße", sagte er dem Bayerischen Rundfunk. "Das ist kein Kavaliersdelikt", ergänzte Söder.

Wie war es genau zu dem Vorfall gekommen? Der Mann befand sich mit seinem motorisierten Fluggerät über der Arena und verfing sich in einem kaum sichtbaren Metallseil, einem sogenannten Blitzableiter, der von einer Seite des Stadions zur anderen führt.

Paraglider verfängt sich in Blitzableiter - und trudelt

Die Folge: Der Schirm verhedderte sich, der Paraglider verlor die Kontrolle und segelte nur knapp über den Köpfen der Zuschauer im Unterrang Richtung Spielfeld. (NEWS: Alles zum DFB-Team)

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Erst auf Höhe der Mittellinie stabilisierte sich der Schirm, ehe der Mann zur Bruchlandung direkt auf dem Spielfeld ansetzte. (EM: Alle Tabellen der EM 2021)

Die Nationalspieler Antonio Rüdiger und Mats Hummels, die in unmittelbarer Nähe Aufstellung genommen hatten, eilten sofort zu dem Flug-Chaot, auch Robin Gosens kam dazu.

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Rüdiger, Hummels und Gosens eilen zu Paraglider

Kurz darauf folgten noch weitere Personen, zwei Sicherheitsleute führten den Mann schließlich aus dem Stadioninnenraum. Die Aktion dürfte sowohl für ihn als auch für Greenpeace rechtliche Folgen haben. Er wurde nach SPORT1-Informationen direkt in Polizeigewahrsam genommen, die Münchner Behörden ermitteln

Der Anpfiff der Partie verzögerte sich deshalb aber nicht. Viele Zuschauer waren dennoch in Schockstarre. 

Ein Motorgleitschirmflieger landete auf dem Rasen
Ein Motorgleitschirmflieger landete auf dem Rasen

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