So sieht der DFB den Fall Eriksen

So sieht der DFB den Fall Eriksen

Die deutsche Nationalmannschaft bereitet sich auf ihren EM-Auftakt gegen Frankreich vor. Der Fall Eriksen hat aber auch das DFB-Team geschockt. Die PK zum Nachlesen.
Auch beim DFB-Team saß der Schock nach dem Vorfall um Christian Eriksen tief. DFB-Teamarzt Prof. Dr. Tim Meyer bezieht einen Tag später Stellung zum Drama.
Das sagt der DFB-Teamarzt zum Fall Eriksen
04:43
Lisa Obst
von SPORT1
am 13. Juni

Nur noch zwei Tage bis zum großen Showdown: Am kommenden Dienstag steht für die deutsche Nationalmannschaft in ihrem ersten EM-Spiel in München das Duell mit Topfavorit Frankreich auf dem Plan. (Dienstag, 21 Uhr: Frankreich - Deutschland im LIVETICKER)

Am Sonntag stellten sich aus dem DFB-Team Antonio Rüdiger und Lukas Klostermann den Fragen der Journalisten.

Überschattet wurde der Start der EM 2021 allerdings vom tragischen Zwischenfall rund um den dänischen Nationalspieler Christian Eriksen, der im Spiel gegen Finnland ohne Fremdeinwirkung auf dem Platz zusammengebrochen war und teilweise reanimiert werden musste.

Deshalb stand vor Rüdiger und Klostermann auch DFB-Teamarzt Dr. Tim Meyer als Gesprächspartner zur Verfügung.

SPORT1 hat die Pressekonferenz im Ticker zum Nachlesen.

+++ Das war's +++

Die PK ist beendet. 

+++ Nach Portugals Coronafall: Rüdiger vertraut System +++

"Ich habe Vertrauen in das Konzept und mache mir da keine Sorgen."

 +++ Rüdiger: "Wir sind bereit" für Frankreich +++

"Auf dem Papier haben sie natürlich sehr große Namen. Aber das ist nur Papier. Sie können ruhig Favorit sein. Wir müssen unser Spiel diktieren. Wir können das, wir sind bereit. Wir müssen für Eins-gegen-Eins-Situationen bereit sein. Auch mal ein Zeichen setzen. Mit lieb sein kommst du da nicht weit."

+++ Rüdiger über seine eigene Rolle +++

"Ob ich ein Weltklasse-Spieler bin, müssen andere beantworten. Ich weiß, dass ich noch an mir arbeiten muss. Und das tue ich."

+++ Rüdiger über Boateng +++

"Jérôme ist wie ein großer Bruder für mich. Er war immer für mich da, ist es auch heute noch. Auch, als ich bei Chelsea nicht gespielt habe, hat er immer mit mir gesprochen und geholfen. Er hat für mich immer zu den besten Verteidigern gehört."

+++ Rüdiger trägt weiter Maske +++

"Sie dient noch dem Schutz. Ich muss schauen, was die Ärzte von Chelsea sagen, wenn ich wieder da bin. Ich bin mir aber sicher, dass sie wegkommt."

+++ Rüdiger und das "Krieger"-Lob der Mitspieler +++

"Dieses Krieger-Ding. Ich habe schon immer so gespielt. Das ist nichts Neues."

+++ Rüdiger spricht über den Chelsea-Block +++

Jeder Spieler ist wichtig. Im Bayern-Block gibt es Spieler, die schon länger hier sind, viel Erfahrung haben, aber auch mit mir, Kai und Timo. Wir hatten ein gutes Saisonende. Das kann uns Auftrieb geben."

Auch beim DFB-Team saß der Schock nach dem Vorfall um Christian Eriksen tief. DFB-Teamarzt Prof. Dr. Tim Meyer bezieht einen Tag später Stellung zum Drama.
04:43
Das sagt der DFB-Teamarzt zum Fall Eriksen

+++ Auch Rüdiger bezieht zu Eriksens Zusammenbruch Stellung +++

"Das war ein Schock für alle. Gott sei Dank ist er wieder in einem stabilen Zustand. Wir wünschen ihm weiter gute Besserung und viel Kraft für ihn und seine Familie."

+++ Nun ist Rüdiger an der Reihe +++

Antonio Rüdiger nimmt für Klostermann Platz.

+++ Kurios: Klostermann wird mit Halstenberg verwechselt +++

Wolfgang Stephan verwechselt die beiden Spieler von RB Leipzig, entschuldigt sich aber gleich für den Patzer.

+++ Klostermann hofft auf Startelf-Einsatz gegen Frankreich +++

"Ich bereite mich so auf das Spiel vor, als würde ich in der Startelf stehen. Immer. Ob es am Dienstag so kommt, liegt leider nicht in meiner Hand."

+++ Kimmich ein "Weltklasse-Spieler" +++

"Er ist ein Weltklasse-Spieler. Wir alle im Kader wollen natürlich spielen, jeder ist mit dieser Überzeugung hierhin gekommen. Letztlich steht die Mannschaft ganz klar im Vordergrund. Am Ende muss der Trainer aufstellen."

+++ Klostermann über den Plan für Frankreich +++

Ich will nicht zu viel verraten. Wir haben uns in den letzten Tagen und Wochen auf und neben dem Platz sehr gut vorbereitet. Die EM ist eine sehr große Herausforderung. Wir freuen uns darauf. Ich gehe mit großer Motivation in dieses Spiel."

Sport1 Chefreporter Florian Plettenberg berichtet, wie die Nationalmannschaft den Zusammenbruch von Dänemarks Christian Eriksen erlebt hat.
01:24
So erlebten die DFB-Stars das Eriksen-Drama

+++ Klostermann äußert sich zu Eriksen +++

"Das war natürlich ein Schock für uns. Glücklicherweise geht es ihm jetzt offensichtlich besser. Wir in der Mannschaft hatten das Bedürfnis, positive Energie rüberzuschicken. Vielleicht hat das auch ein bisschen geholfen."

+++ Fliegender Wechsel +++

Jetzt kommt Lukas Klostermann.

+++ Meyer über eine mögliche Impfreaktion bei Eriksen +++

"Das hatte nichts damit zu tun. Das will ich klarstellen. Das haben mir verschiedene Quellen bestätigt."

+++ Meyer erklärt Ablauf eines solchen Falls +++

"Ich führe ein Notfall-Rucksack mit Defibrillator. Es gibt immer einen weiteren am Spielfeldrand. Normalerweise läuft bei jedem Ereignis, es sei denn es ist offensichtlich ein kardialer Notfall, der Mannschaftsarzt aufs Feld und würde dann den Notarzt hinzurufen, weil er dann für diese Situation qualifizierter ist. Diese Kette funktioniert gut."

+++ Meyer über den positiven Corona-Test bei Portugals Joao Cancelo +++

"Da kann ich nicht viel zu sagen. Ich weiß nicht, wie dieser Corona-Fall entstanden ist. Es lässt sich, auch wenn man in dieser Blase ist, nie ganz vermeiden, mal jemandem zu begegnen, der nicht in dieser Blase ist. Ich will da aber nicht spekulieren."

+++ Meyer über die Entscheidung, das Spiel fortzusetzen +++

"Ich denke, dass man diese Frage den Leuten vor Ort stellen muss."

Nachdem Christian Eriksen im Spiel zwischen Dänemark und Finnland bei der Euro 2020 wiederbelebt werden musste, findet Dänemarks Coach Kasper Hjulmand emotionale Worte.
02:58
Die emotionalen Worte von Dänemark-Coach Hjulmand zu Eriksen

+++ Lassen sich solche Ereignisse vermeiden? +++

Im Grunde verfolgen wir und andere Nationen zwei Ansätze. Der erste und wichtigste Ansatz ist, Spieler gründlich und regelmäßig auf das Vorliegen eventueller unerkannter Erkrankungen zu untersuchen. Da hat der DFB ein sehr, sehr differenziertes System der Untersuchungen, sehr umfangreich. Ich gehe vom System in Dänemark davon aus, dass es ähnlich aufgebaut ist. Eriksen spielt in Italien. Das dortige Untersuchungssystem gilt als vorbildlich und war auch die Blaupause für verschiedene Empfehlungen, die auf europäischer Ebene getroffen worden sind. Man versucht rechtzeitig diese Herzerkrankungen zu erkennen und dann entweder  sie zu behandeln oder entsprechende Vorkehrungen zu treffen zum Beispiel medikamentöser Art oder indem man Empfehlungen zur Lebensführung oder zum Sporttreiben gibt, um fatale Ereignisse zu verhindern. Der zweite Ansatz ist, dass man falls was passiert, sofort entsprechende Maßnahmen in die Wege leitet."

+++ DFB-Teamarzt Dr. Tim Meyer spricht über den Eriksen-Vorfall +++

"Als erstes ist es mir ein Bedürfnis, Christian Eriksen alles Gute zu wünschen. Sie können sich nicht vorstellen, wie froh alle waren bei uns im Lager als die Meldung kam, dass er bei Bewusstsein war und das er relativ stabil sei. Es war ganz offensichtlich ein kardiales Ereignis. Das Herz war betroffen. Das Herz hatte Rhythmusstörungen entwickelt akut. Daher wurde das Gehirn des Spielers vorübergehend mit zu wenig Sauerstoff versorgt und er ist ins Straucheln gekommen und lag dann dort. Die Vorgänge, die wir teilweise beobachten konnten, waren glücklicherweise sehr schnell."

+++ Herzlich Willkommen +++

In wenigen Augenblicken geht es los.

+++ Eriksen ist stabil +++

Weitaus wichtiger war aber ohnehin die Nachricht vonseiten der UEFA und des dänischen Verbandes, dass Eriksen stabilisiert werden konnte, bei Bewusstsein war und zu weiteren Untersuchungen ins Kopenhagener Rigshospitalet gebracht wurde. (SERVICE: Der Spielplan der EM)

Dr. Meyer wird sich zu Fachfragen diesbezüglich äußern.

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