Bei seiner Vorstellung als neuer Bundestrainer gab Julian Nagelsmann am Freitag ein gutes Bild ab, gestand sogar Fehler aus seiner Zeit beim FC Bayern offen ein. Geht es nach der Meinung eines Ex-Nationalspielers, hat der Deutsche Fußball-Bund (DFB) trotzdem nicht die richtige Entscheidung getroffen.
"Nagelsmann ist kein Trainer für ..." Bayern-Legende kritisiert Bundestrainer-Entscheidung
Nagelsmann? „Nun ja - schade“
„Gerne hätte ich es gesehen, wenn es mein ehemaliger Trainer und Förderer Louis van Gaal geworden wäre“, schrieb Holger Badstuber in seiner Kolumne bei web.de: „Selbst das Gedankenspiel mit Felix Magath fand ich interessanter als die Entscheidung für Nagelsmann. Nun ja - schade“
Deutliche Worte von Badstuber, der selbst in seiner aktiven Karriere 31 Länderspiele absolvierte. Der 34-Jährige fragte: „Ist er das, was der DFB aktuell braucht? Eher nicht. Nagelsmann ist kein Trainer für ein Projekt wie die Heim-EM. Er ist ein Vereinstrainer, der täglich mit einer Mannschaft arbeiten will und muss. Dort liegt auch seine Zukunft.“
„Gehen mir beim Gedanken an Nagelsmann und den Bundestrainer-Posten schnell die Pro-Argumente aus, ist diese Liste bei van Gaal weitaus länger“, stellte Badstuber unmissverständlich klar und ergänzte. „Erfahrung ist für mich das A und O - gerade bei einem großen Turnier.“
Nagelsmann? „Einfach ein sehr guter Trainer“
Doch die Kompetenz von Nagelsmann wollte Badstuber keinesfalls abstreiten.
„Wer es in so jungen Jahren zum FC Bayern und bei der deutschen Nationalmannschaft an die Seitenlinie geschafft hat, dem gebührt nichts als Respekt. Er ist ein außergewöhnlicher Charakter, ein Taktiker, rhetorisch stark, einfach ein sehr guter Trainer“, sagte er.
Nagelsmanns Vertrag als deutscher Nationaltrainer läuft bis zum 31. Juli 2024. Sein Debüt wird der 36-Jährige, der jüngste Bundestrainer aller Zeiten, dann auf der US-Tour geben, die am 9. Oktober startet.