Der DFB hat mit einem Statement auf die Kritik von Uli Hoeneß an der Verpflichtung von Jürgen Klopps langjährigem Berater Marc Kosicke als „Co-Trainer“ der deutschen Nationalmannschaft reagiert.
Klopp-Vertrauter im Fokus: Langes Statement als Reaktion auf Hoeneß
DFB reagiert mit Statement auf Hoeneß
Auf Anfrage von Absolut Fussball bemühte sich der Verband, den genauen Aufgabenbereich Kosickes zu definieren.
Zur Erinnerung: Klopp hatte die überraschende Personalie bei seinem Antritt als neuer Bundestrainer verkündet und erklärt, dass sein Vertrauensmann im DFB weitreichende Befugnisse erhalten werde. Hoeneß kritisierte dies als „freundschaftliche Übernahme“ durch „Klopp und Co.“. Er wisse nicht genau, was Kosicke eigentlich machen solle, monierte der Bayern-Patron dabei.
So erklärt der DFB die Kosicke-Personalie
„Marc Kosicke wird für den DFB als externer Berater in einer Schnittstellenfunktion für den Bundestrainer und sein Trainerteam tätig sein, um optimale organisatorische und strukturelle Rahmenbedingungen für das Trainerteam zur Wahrnehmung seiner sportfachlichen Aufgaben zu gewährleisten und dadurch die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Arbeit der Nationalmannschaft zu verbessern und größtmöglichen sportlichen Erfolg zu ermöglichen“, erklärte der DFB in seinem Statement nun.
Zu Kosickes Aufgaben gehören demnach Dinge wie „die Optimierung der Abstimmungs- und Kommunikationsprozesse zwischen dem Trainerteam und den relevanten Funktionsbereichen des DFB.“
Die Rede ist von „Wahrnehmung einer koordinierenden Schnittstellenfunktion zwischen dem Trainerteam und dem ‚Team hinter dem Team‘.“
Hoeneß-Kritik: DFB weist Interessenkonflikt zurück
Außerdem stehe er bei Medienanfragen ebenso zur Verfügung wie bei „der Durchführung von Werbe- und Partnermaßnahmen“.
Kosicke sei ein ausgewiesener Experte – und auch seine Neutralität stehe nicht infrage: „Um sowohl ihn als auch den Verband vor jeglichem Verdacht eines Interessenkonflikts aufgrund früherer oder aktueller Tätigkeiten zu schützen, agiert er aus einer externen und beratenden Rolle heraus. Von dieser von den internen Strukturen getrennten Stellung erhoffen wir uns außerdem die Analyse von Fragestellungen aus einem ergänzenden externen Blickwinkel, um dadurch einen zusätzlichen fachlichen Mehrwert zu schaffen.“
Kosicke hat seinen Geschäftsführer-Posten bei der Berateragentur „ProjectFive“ aufgegeben. Hoeneß stellte die Frage, was mit Kosickes Anteilen sei und sprach von einem „Problem“ aufgrund möglicher Interessenkonflikte. DFB-Vizepräsident Ralph-Uwe Schaffert hat inzwischen geantwortet, dass auch diese veräußert worden seien.
Der Gesamtverband bekräftigte nun abschließend noch, dass von einer „freundlichen Übernahme“ nicht die Rede sein könne: „Die Verantwortlichkeiten verbleiben bei den jeweiligen Entscheidungsträger*innen des DFB.“