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EM 2024: Stuttgart wie zuletzt vor 20 Jahren? So könnte Nagelsmann nominieren

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EM 2024: Stuttgart wie zuletzt vor 20 Jahren? So könnte Nagelsmann nominieren

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Fünf Stuttgarter für Nagelsmann?

Der VfB Stuttgart spielt in der kommenden Saison in der Champions League, beendet die laufende Spielzeit auf dem Niveau der Meistersaison 2007. Kaum verwunderlich, dass einige Spieler auf den Plan von Bundestrainer Julian Nagelsmann getreten sind. Doch wer von ihnen darf mit zur EM – und wer muss zuschauen?
Nach der Nominierung von BVB-Star Nico Schlotterbeck für die EM gibt der DFB nun einen weiteren Spieler bekannt - durch eine höchst rüstige Seniorin.
Benjamin Zügner
Benjamin Zügner

Als Maximilian Mittelstädt am Freitagabend in der Mixed Zone der Augsburger WWK-Arena nach dem 1:0-Auswärtssieg des VfB Stuttgart für Fragen parat stand, traute er seinen Augen kaum, wer sich kurzerhand der Rolle des Fragenstellers annahm: Stürmer Deniz Undav. In gelöster Atmosphäre diskutierten die zwei Neu-Nationalspieler die zurückliegende Partie – und warfen doch einen Blick voraus: auf die EM-Nominierung.

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Am Donnerstag wird Bundestrainer Julian Nagelsmann seinen 26er-EM-Kader offiziell bekannt geben. Bei den jüngsten Länderspielen im März gegen Frankreich und die Niederlande waren mit Undav, Mittelstädt, Chris Führich und Waldemar Anton gleich vier Stuttgarter mit von der Partie. Zuletzt bei einer EM gab es das 2004, damals durften Timo Hildebrandt, Philipp Lahm, Andreas Hinkel und Kevin Kurányi mitfahren.

Und geht es nach Mittelstädt, der sich auch noch den Fragen der Journalistenrunde stellte, soll das auch mindestens so bleiben: „Ich blicke dem Donnerstag mit einem sehr positiven Gefühl entgegen. Ich denke, dass wir mit den vergangenen beiden Länderspielen eine gute Maßnahme hatten und da bereits den Grundstein für die EM gelegt haben.“

Deniz Undav sorgt für die coolste Aktion des Spieltags. Beim FC Augsburg wird der VfB-Spieler beim Jubel mit einem Bierbecher beworfen und reagiert lässig.
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Deniz Undav kontert Becherwerfer in Augsburg: Die coolste Aktion des Spieltags

Die Stuttgarter EM-Chancen im Überblick:

Doch wie stehen nun die Chancen der VfB-Profis? Wer muss zittern – und könnte gar noch eine Überraschungs-Nominierung warten? SPORT1 gibt einen Überblick.

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Als einziger Akteur auch in der DFB-Startelf gesetzt sein dürfte Mittelstädt selbst. Der 27-Jährige, der gegen die Niederlande mit einem Traumtor seinen ersten Länderspieltreffer erzielte, hat sich auf der linken Abwehrseite festgespielt. Das Momentum der Stuttgarter Saison spielte dem Ex-Herthaner permanent in die Karten, überzeugende Leistungen festigten die Chancen auf eine EM-Teilnahme.

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Und Mittelstädt wusste am Freitag auch seine Kollegen anzupreisen: „Ich weiß nicht, wer ein besserer Stürmer ist als Deniz (Undav; Anm. d. Red.). Wenn ich Trainer wäre, ich würde ihn mitnehmen.“ Undav, der zwar erst ein Länderspiel auf dem Konto hat, dürfte ebenfalls seine Nominierung sicher haben. Kein Stürmer-Duo war in der laufenden Saison treffsicherer als Serhou Guirassy und Undav, sein Spielstil komplettiert das deutsche Offensivspiel.

Während mit Kai Havertz ein technisch versierter Stürmer und mit Niclas Füllkrug ein „Brecher“ das deutsche Angriffszentrum ausmachen, bringt der von Brighton gekommene Undav eine weitere Komponente ins Spiel: Tempo.

Auch die Unbekümmertheit des 27-Jährigen schlug sich in der Antwort auf die Frage nieder, ob er denn wisse, ob Nagelsmann ihn berücksichtige: „Wir gucken mal, ob ich am Donnerstag meinen Namen höre. Ich habe noch keine Ahnung. Beim letzten Mal hat er angerufen…“

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Wer sich ebenfalls über einen Anruf freuen würde, ist Chris Führich. Der pfeilschnelle Linksaußen hatte dem Offensivspiel neuen Wind eingehaucht, seine Tempodribblings sind ligaweit gefürchtet. Doch – und das ist das Problem – wird der 26-Jährige kaum an Sané, Musiala und Wirtz vorbeikommen.

Die Tendenz spricht dennoch für Führich, der sich seiner Rolle im Nationalteam bewusst ist und als schneller Joker, insbesondere nach dem verletzungsbedingten Aus von Bayern-Star Serge Gnabry, stechen könnte.

BVB-Stars könnten Anton verdrängen

Zur Alternative zählt wohl auch nur noch Waldemar Anton. Der Kapitän der VfB-Mannschaft, die mit 70 Punkten eine phänomenale Saison hinlegt, nach Einführung der Drei-Punkte-Regel nur in der Meistersaison 2007 so viele Zähler holte und gar den Bayern noch Platz zwei wegschnappen könnte, scheint ein unglückliches Los gezogen zu haben.

Während Anton als einziger Stuttgarter Spieler über 3.000 Ligaminuten absolvierte, dürften diese in der Nationalmannschaft magerer ausfallen. Denn mit Jonathan Tah und Antonio Rüdiger ist die Innenverteidigung in Stein gemeißelt.

Waldemar Anton (l.) und Deniz Undav (r.) hoffen auf ihre EM-Chance
Waldemar Anton (l.) und Deniz Undav (r.) hoffen auf ihre EM-Chance

Zudem – und das ist das Pech Antons – drängen sich mit Mats Hummels und Nico Schlotterbeck zwei weitere Optionen nahezu auf. Die beiden BVB-Stars nicht zuletzt ob der überzeugenden Auftritte im Halbfinale der Champions League nicht zu nominieren, scheint unrealistisch.

Die Tagesschau will am Sonntagabend gar erfahren haben, dass Letzterer sicher berücksichtigt wird. Ob Anton da der Platz ausgeht? Es wird wohl auf einen Zweikampf mit Robin Koch hinauslaufen, wer als eventuelle fünfte Option mitfährt.

Der Sechser mit dem Magnet im Schuh

Und dann gibt es da ja noch Angelo Stiller. Analog zur Namensgebung fliegt der 23-Jährige noch ein wenig unter dem Radar, rackert still und leise auf der Sechs. Doch – und das betonte auch VfB-Sportdirektor Fabian Wohlgemuth – könnte eine Überraschung warten: „Es gab viele positive Einzelentwicklungen. Angelo Stiller hat nachgewiesen, dass er vielleicht sogar einen Magnet im Schuh hat.“

Ein Mittelfeld-Magnet mehr. Letztlich dürfte es für den gebürtigen Münchner zwar ob des Überangebots bestehend aus Robert Andrich, Ilkay Gündogan, Toni Kroos und der direkten Konkurrenz wie dem erfahrenen Leon Goretzka und Pascal Groß eng werden.

Ein Nominierungs-Debüt rechtzeitig zur EM käme dennoch nicht vollkommen unerwartet, findet auch Trainer Sebastian Hoeneß: „Angelo hat seit der letzten Nominierung nochmal richtig gute Leistungen gebracht – auch heute wieder. Es wäre sicher kein Fehler, ihn dabei zu haben.“

Bleibt also abzuwarten, ob die Stuttgarter Saison, die am kommenden Wochenende zur besten der Vereinsgeschichte werden könnte, auch individuell ihr rühmliches Ende findet.