Babett Peter – ein bemerkenswerter Werdegang
Babett Peter blickt auf eine erfolgreiche Karriere als Profifußballerin zurück. Die heutige Sportdirektorin von Eintracht Frankfurt erklärt im Podcast "Flutlicht an!", welche Schwierigkeiten ihr im Leben als Mutter von drei Kindern begegnen und wie sie auf die Ausgliederung der Frauen-Bundesliga blickt.
Es ist keinesfalls übertrieben, zu sagen, dass Babett Peter als Spielerin alles gewonnen hat – im Gegenteil: Die meisten Titel auf Klubebene hat die Fußballerin mehrfach und mit mehreren Vereinen gewonnen. Mit dem Nationalteam wurde sie Weltmeisterin, Europameisterin, holte Olympia-Gold und -Bronze. Heute ist die 38-Jährige Sportdirektorin bei Eintracht Frankfurt.
Der Klub hat Peter nicht nur gereizt, weil sie Spielerin beim 1. FFC Frankfurt war, der mit der Eintracht fusioniert ist. Auch die Tatsache, dass die Direktorin für Frauenfußball, Katharina Kiel, zugleich die Vorsitzende der FBL e. V. ist, die Erneuerung der Liga also maßgeblich von Frankfurt aus mitgestaltet wird, findet sie spannend.
Ausgliederung der Frauen-Bundesliga? „Der richtige Schritt“
Peter ist eine, die gerne gestaltet. Der Umbruch bei den Eintracht-Frauen schreckt sie nicht. Ohnehin ist sie überzeugt, die Zeit der langen Verweildauern von Spielerinnen in Klubs sei vermutlich vorbei. Wie lebendig sich der Transfermarkt zeigt, ist für Eintrachts Sportdirektorin eine gute Nachricht, auch die Nachfrage aus dem Ausland: Konkurrenz belebt.
Auf die Loslösung der 1. Liga der Frauen aus dem DFB schaut sie ebenfalls positiv: „Ich glaube, es ist der richtige Schritt, um das ganze Potential, was unser Sport hat, zu nutzen und autark unterwegs zu sein.“ Die Begeisterung ist gepaart mit Demut: „Es ist eine riesige Chance, aber auch eine riesige Verantwortung für uns alle, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Damit unser Sport die Bühne bekommt, die er aus meiner Sicht verdient.“
Peter gewinnt mit Potsdam die Champions League
Peter ist in der Nähe von Leipzig aufgewachsen und beschreibt Frauenfußball für diese Zeit als eine „unbekannte Sportart“. Ihr Sportlehrer habe sie beim Kicken beobachtet und ermutigt, in einen Verein zu gehen. Dort spielte sie, wie viele ihrer Generation, mit Jungs. Doch dabei bleibt es nicht: Über Leipzig geht es für die Teenagerin zu Turbine Potsdam, Eliteschule des Sports, Karriere und Abitur, mit ihr wächst die ganze Familie an der Aufgabe.
Es ist die Ära Bernd Schröder, Wintertrainingslager an der Ostsee, dreimal am Tag Training, Strandlauf auf dem Steg, weil sonst alles vereist ist. Es ist aber auch die Ära eines Teams, das aus der Gemeinschaft über sich hinauswächst, Lyon im Champions-League-Finale bezwingt – dieses Elfmeterschießen vergisst die Fußballerin nie.
Peter wechselt nach Frankfurt, geht dann mit dem VfL Wolfsburg auf Titeljagd und schließlich nach Spanien. Eine Saison schnürt sie die Schuhe für CD Tacón, alles auf Anfang, die Struktur im Verein ist nicht vergleichbar mit dem, was sie kannte. Dann wird der Klub von Real Madrid übernommen und dessen Frauenfußball-Abteilung – und wieder ein Abenteuer.
Peter versteht es, Probleme und Privilegien zu benennen
Nach der aktiven Karriere heuert Peter bei Chicago Stars FC als Assistant General Manager an. Sie habe immer gewusst: Fußball ja, Trainerin nein, erzählt die Sportdirektorin, die mit der US-Amerikanerin Ella Masar verheiratet ist. Das Paar hat drei Kinder und Peter spricht offen über die Herausforderungen im Fußball, der kein familienfreundliches Business sei.
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Gleichzeitig stelle sie sich die Frage, wenn sie es nicht vereinbaren könne, wer dann, sagt sie, ein Lächeln in der Stimme. Peter versteht es, Probleme und Privilegien gleichermaßen zu benennen. Und sie weiß natürlich um ihre Vorbildfunktion als queere Familie in Zeiten, in denen die gesellschaftliche Stimmung an vielen Orten eine Rolle rückwärts macht. Das bereitet durchaus schlaflose Nächte. Schließlich sei ihre Familie ihre „größte Errungenschaft“.