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Kuntz weint - türkische Presse jubelt

Kuntz weint - türkische Presse jubelt

Die Türkei feiert mit Trainer Stefan Kuntz ein Last-Minute Comeback in Lettland. Der Deutsche vergießt anschließend Tränen.
Stefan Kuntz hat am Montag den Vertrag als neuer Nationaltrainer der Türkei unterschrieben. Der ehemalige U-21-Trainer des DFB blickt voller Tatendrang auf seine anstehende Aufgabe voraus.
. SPORT1
von SPORT1
12.10.2021 | 11:06 Uhr

„Die Türkei lacht in letzter Sekunde“, titelte die türkische Zeitung Sabah Spor. Ein Last-Minute-Wahnsinn für Stefan Kuntz und die Türkei!

Der 58-Jährige hat mit seinem neuen Team den ersten Sieg eingefahren - und das in allerletzter Minute. Beim 2:1-Erfolg in Lettland fiel das entscheidende Tor erst in der neunten Minute der Nachspiel durch einen von Burak Yilmaz verwandelten Elfmeter. (Spielplan der WM-Qualifikation)

Kamerabilder zeigten anschließend, wie Kuntz seine Tränen nicht zurückhalten konnte und auf dem Platz zu weinen begann. Der ehemalige U21-Coach hielt die Hand vors Gesicht, beugte sich herab, um sich wieder zu ordnen. Kenan Kocak, Ex-Trainer von Hannover 96 und inzwischen in Kuntz‘ Stab, legte ihm eine Hand auf den Rücken, nahm ihn in den Arm.

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Kuntz: „Ein besonderer Sieg“

„Es war ein besonderer Sieg“, sagte Kuntz nach dem Abpfiff: „Ich war sehr zufrieden mit der Reaktion meiner Spieler nach dem lettischen Tor. Es gab viele Kommentare. Über ihre mangelnde Mentalität und ihr mangelndes Selbstvertrauen. Sie haben gezeigt, dass dies nicht der Fall ist. Sie haben an sich geglaubt. Die Tatsache, dass dieser Sieg emotional und dramatisch war, macht ihn wichtig. Ich bin sehr froh, dass sie den Kampf nie aufgegeben haben. Als Belohnung gibt es drei Punkte für das türkische Volk.“

Durch den Sieg ist eine kleine Chance auf eine türkische WM-Teilnahme gewahrt. Auf dem Weg zur Endrunde 2022 in Katar liegt die Türkei dennoch hinter der Niederlande (6:0 gegen Gibraltar) und Norwegen (2:0) gegen Montenegro) weiter nur auf Rang drei.

Kuntz hatte drei Tage nach seinem Debüt beim 1:1 gegen Norwegen zunächst Glück, dass sein Team durch Antonijs Cernomordijs nicht in Rückstand geriet (7.). Anschließend übernahmen die Türken zwar die Kontrolle, doch Merih Demiral unterlief ein Eigentor (70.). Serdar Dursun erzielt erst den Ausgleich (75.), der Rest wurde hochemotional.

„Das leben kehrt zurück“, schrieb die Zeitung Hürriyet, die Sözcü nannte es „ein atemberaubendes Finale“.

Für das WM-Ticket sind im November gegen Gibraltar und Montenegro dennoch zwei Siege Pflicht: Die Türkei hat 15 Punkte, Norwegen (17) auf Play-off-Rang zwei muss eine seiner letzten Partien verlieren. Tabellenführer Niederlande (19) ist fast schon durch. (Tabellen der WM-Qualifikation)

Niederlande überrennen Gibraltar

Die Niederlande ließen gegen den Fußball-Zwerg Gibraltar nichts anbrennen. Virgil van Dijk (9.) und Memphis Depay (21./45.+3, Handelfmeter) brachten das Team von Bondscoach Louis van Gaal schon zur Pause auf Kurs.

Denzel Dumfries (48.), Arnaut Danjuma (75.) und der Dortmunder Donyell Malen (86.) sorgten für das standesgemäße Ergebnis. (Alle News zur WM-Qualifikation)

Norwegen holte derweil auch ohne den verletzten Ausnahmestürmer Erling Haaland von Borussia Dortmund den eminent wichtigen Sieg gegen Montenegro und bleibt auf dem Play-off-Platz.

Mohamed Elyounoussi erlöste die Gastgeber mit seinen Treffern in der 29. und 90. Minute.

Belgien muss warten

Belgien muss in der Gruppe E derweil weiter auf seine WM-Qualifikation warten.

Weil Estland beim 0:1 (0:1) gegen Wales nicht die erhoffte Schützenhilfe für den Weltranglistenerste leistete, könnten die Roten Teufel bei allerdings fünf Punkten Vorsprung im Schlussspurt um den Gruppensieg noch von den Walisern abgefangen werden.

In der Gruppe H droht Vizeweltmeister Kroatien eine Zitterpartie. Das Balkan-Team kam gegen die Slowakei nicht über ein 2:2 (1:2) hinaus und verlor die Tabellenführung an Russland, das durch seinen gleichzeitigen 2:1 (2:1)-Sieg in Slowenien vor den abschließenden zwei Begegnungen ein Polster von zwei Punkten auf die Kroaten hat.

Womöglich ist das Duell der beiden Top-Teams am letzten Spieltag ein „Endspiel“ um das Direktticket nach Katar.

Alles zur WM-Qualifikation auf SPORT1.de

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)