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Österreich doch noch nach Katar?

Österreich doch noch nach Katar?

Österreich kann dank der Nations League doch noch auf die Qualifikation für die Weltmeisterschaft in Katar hoffen. Trainer Franco Foda zeigt sich optimistisch, die Presse weniger.
Österreich kassierte eine herbe 2:5-Klatsche auswärts gegen Israel. David Alaba betont trotz aller Kritik, dass das Verhältnis zwischen Mannschaft und Teamchef Franco Foda intakt sei.
Lukas von Hoyer
von Lukas von Hoyer
vor 6 Tagen

„Das war‘s: Foda droht Entlassung“, titelte die österreichische Tageszeitung oe24 am Dienstagmorgen in ihrer Sportausgabe.

Nach dem 0:1 in Dänemark hat Österreich keine Chance mehr, noch einen der ersten beiden Ränge in ihrer Quali-Gruppe für die Weltmeisterschaft in Katar zu erreichen. Und ja, Trainer Franco Foda steht tatsächlich vor dem aus. „Das war‘s“, gilt aber noch nicht. Weder bei Foda, noch rund um ein Ticket in den Wüstenstaat.

Österreich kann von der Nations League profitieren

Denn Österreich kann sich noch an einen Strohhalm klammern, der den Namen „Nations League“ trägt. Die ÖFB-Auswahl konnte nämlich im Herbst 2020 die Gruppe B1 vor Norwegen, Rumänien und Nordirland gewinnen. Dadurch hat sie nun die Möglichkeit, doch noch bei den Playoffs der WM-Qualifikation mit von der Partie zu sein.

Voraussetzung dafür ist, dass vier Nationen der folgenden Nationen in ihre Quali-Gruppen als Erster oder Zweiter abschließen: Belgien, Italien, Spanien, Frankreich und Wales. Belgien und Europameister Italien ist einer der ersten beiden Plätze bereits sicher, die drei anderen könnten noch nachziehen.

Wenn es vier der fünf schaffen, wäre Österreich einer der zwei besten Gruppensieger der Nations League, die sich nicht direkt qualifiziert haben, oder durch einen zweiten Rang den Weg in die Playoffs geebnet haben - und bei den Playoffs dennoch dabei. An der Teilnahme von Österreich an den Playoffs gibt es daher nur wenig Zweifel.

„Nicht sonderlich interessiert, das Spiel zu gewinnen“

Die gibt es aber umso mehr rund um die Frage, ob Österreich in den Playoffs eine gute Chance hat, ein Last-Minute-Ticket nach Katar zu lösen. Nach den teils desaströsen Auftritten in der Gruppenphase ist die Stimmung im Land auf dem Tiefpunkt. 0:4 gegen Dänemark, 2:5 in Israel - das hat Spuren hinterlassen.

Von „peinlichen Auftritten“ und „Blamagen“ waren in der österreichischen Presse die Rede. Und auch nach der neuerlichen Pleite war das Stimmungsbild düster. „Biederes Österreich gegen Dänen chancenlos“, war in der Kronen Zeitung zu lesen. Offensiv hatte die ÖFB-Auswahl um Kapitän David Alaba tatsächlich keine Chance.

Die dänische Presse ging sogar noch weiter: „Die Österreicher wirkten nicht sonderlich interessiert, das Spiel zu gewinnen!“, schrieb B.T..

Foda optimistisch: „Bin überzeugt, dass wir uns qualifizieren“

Foda zeigt sich allerdings von der schlechten Form seines Teams nicht beeindrucken zu lassen. „Ich bin überzeugt, dass wir uns für die WM qualifizieren“, sagte der 55-Jährige, der seit 2017 die Geschicke des ÖFB-Teams leitet.

Er verwies vor allem auf zahlreiche Ausfälle. Zuletzt standen elf Spieler wegen Verletzungen oder Krankheiten nicht zur Verfügung. „Da ist es ganz klar, dass nicht alles perfekt funktioniert. Nächstes Jahr im März sieht die Situation dann viel, viel besser aus, da haben wir alle Mann an Bord“, kommentierte Foda die personelle Situation.

Gerhard Milletich, der am Sonntag zum ÖFB-Präsidenten gewählt wird, scheint nicht ganz so optimistisch zu sein. Er hat bereits erklärt, auch Alternativen zu Foda in Erwägung zu ziehen. Es ist aber möglich, dass Foda die Chance bekommt, Österreich in den Playoffs zur WM zu führen. Es wären zwei Endspiele für den Coach.

Die beiden Playoff-Partien werden am 24. und 29. März ausgespielt. Die möglichen Gegner versprechen heiße Duelle. Schottland, Norwegen, die Türkei und Polen kommen am ehesten in Frage.

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