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WM 2022: Brasilien Topfavorit auf den Titel - Wissenschaftler untermauern Prognose

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WM 2022: Brasilien Topfavorit auf den Titel - Wissenschaftler untermauern Prognose

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Forscher sagen WM-Favoriten voraus

Forscher sagen WM-Favoriten voraus

Am 18. Dezember wird in Doha der WM-Titel vergeben. Im Vorfeld legen sich Fans und Experten auf einen Topfavoriten fest. Untermauert wird diese Prognose von wissenschaftlichen Modellen und Statistiken.
Statistiker haben herausgefunden, dass Brasilien und Argentinien die meisten Chancen haben, den WM-Titel zu holen. Für die DFB-Elf sieht es hingegen nicht allzu rosig aus.
. SPORT1
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von SPORT1

Wenn es um den Topfavoriten für die Weltmeisterschaft 2022 in Katar geht, dann führt kein Weg an Brasilien vorbei.

Die Samba-Kicker, mit fünf Triumphen Rekord-Titelträger, warten bereits seit 20 Jahren sehnsüchtig auf ihren sechsten Stern, nachdem sie zuletzt 2002 im Finale mit 2:0 gegen Deutschland gewonnen hatten. (DATEN: WM-Spielplan 2022)

Auch bei Fans, Spielern, Experten sowie Statistikern steht die Truppe von Nationaltrainer Tite ganz hoch im Kurs. Dem schließt sich Toni Kroos, deutscher Weltmeister von 2014, an. Die Seleçāo verfüge über eine gute Mischung „aus Kämpfern, die dazwischenhauen, und Spielern, die eine feine Klinge spielen“, erklärte der 32-Jährige in seinem Podcast „Einfach mal Luppen“.

Auch Lionel Messi, der mit Argentinien ebenfalls heiß gehandelt wird, schätzt den brasilianischen Erzrivalen mit am stärksten ein: „Brasilien und Frankreich sind die beiden großen Kandidaten auf den Gewinn der WM.“ (DATEN: Gruppen und Tabellen der WM)

Brasilien-Legende Ronaldo, 2002 mit seinen beiden Treffern die deutsche Nemesis, hat sein Heimatland ebenfalls ganz oben auf der Liste. „Gar nicht so sehr wegen der Art und Weise, wie sie spielen“, erklärte der 46-Jährige. „Sondern allein deshalb, weil es Brasilien ist, weil Brasilien immer Favorit ist und wir die Talente haben, die wir haben.“

Wissenschaftler belegen: Brasilien hat die besten Chancen

Untermauert wird diese Prognose von wissenschaftlichen Modellen und Statistiken. Sehr viel Arbeit investierte ein internationales Forscherteam der Universitäten Innsbruck, Gent, Luxemburg sowie der Technischen Universitäten München und Dortmund, um den kommenden Weltmeister vorherzusagen.

Die Wissenschaftler sammelten zahlreiche Daten über alle WM-Teilnehmer, fütterten damit ein Machine-Learning-Modell und simulierten die WM 100.000 Mal. Das Ergebnis: Brasilien wird Weltmeister, und zwar mit einer Wahrscheinlichkeit von 15 Prozent – gefolgt von Argentinien (11,2), Niederlande (9,7), Deutschland (9,2) und Frankreich (9,1).

In Stein gemeißelt ist damit jedoch nicht, dass Brasilien Weltmeister wird, betonten die Wissenschaftler. (NEWS: Alles Wichtige zur WM)

„Es liegt in der Natur von Prognosen, dass sie auch danebenliegen können – sonst wären Fußball-Turniere auch sehr langweilig“, erklärte Andreas Groll von der Technischen Universität Dortmund. „Wir liefern eben Wahrscheinlichkeiten, keine Gewissheiten, und eine Gewinnwahrscheinlichkeit von 15 Prozent heißt zugleich, dass die Mannschaft zu 85 Prozent nicht Turniersieger werden kann.“

Unwägbarkeiten erschweren Prognose

Die Prognose kombiniert dabei mehrere statistische Modelle für die Spielstärken der Teams mit Informationen über die Teamstruktur (etwa Marktwert oder Anzahl Champions-League-Spieler) sowie sozio-ökonomische Faktoren des Herkunftslandes (Bevölkerung und Bruttoinlandsprodukt). Einfach gemacht hat es sich das Forscherteam nicht, denn es gab einige Unwägbarkeiten.

„Die WM ist diesmal von vielen ethischen und sportlichen Problemen überschattet, die wir nicht ausblenden wollen. Aus wissenschaftlichem Interesse haben wir uns aber dennoch dazu entschlossen, unseren Ansatz des maschinellen Lernens, den wir bei früheren Turnieren erfolgreich eingesetzt haben, für die Erstellung probabilistischer Prognosen zu verwenden“, sagte Achim Zeileis vom Institut für Statistik der Universität Innsbruck.

Berechnungen der Statistiker von Gracenote zufolge darf Brasilien am 18. Dezember im Finale von Doha gar zu 20 Prozent jubeln, Argentinien wird eine 16-prozentige Chance auf den Triumph eingeräumt.

Nahezu unter ferner liefen werden die europäischen Teams bewertet. Spanien und die Niederlande erreichen mit der recht geringen Wahrscheinlichkeit von sieben Prozent die besten Werte. Titelverteidiger Frankreich kann laut der Nielsen-Prognose nur mit einer fünfprozentigen Chance auf seinen dritten WM-Titel hoffen. Deutschland kommt nur auf drei Prozent.