Bayerns Ehrenpräsident Uli Hoeneß ist ein großer Befürworter der Weltmeisterschaft in Katar.
WM 2022: Hoeneß: „Das war jahrelang eine Mafia“
Hoeneß: „FIFA jahrelang eine Mafia“
Auf einer Podiumsdiskussion im Münchner Gasteig regte sich der 70-Jährige am Mittwoch erneut über einseitige und heftige Attacken auf die WM-Gastgeber auf. (NEWS: Alles Wichtige zur WM)
„Was mich gestört hat, speziell in Deutschland: Wir sind die Weltmarktführer in Sachen Kritik und die größten Fast-Verächter dieser Fußball-WM. Es geht hier um ein wunderschönes Fußball-Ereignis. Es gibt dort in Katar Probleme, sie müssen mittelfristig gelöst werden. Aber wir lösen sie nicht, indem wir nicht dorthin fahren“, polterte Hoeneß.
Seine Meinung pro Katar äußerte er auch bei SPORT1, als er im September beim STAHLWERK Doppelpass anrief und Andreas Rettig heftig kritisierte.
Bayerns Ehrenpräsident nannte den früheren Bundesliga-Manager damals den „König der Scheinheiligen“. Laut Hoeneß würden „die WM sowie die Partnerschaft des FC Bayern mit Katar die Bedingungen für Arbeiter im Land verbessern“.
Blatter: „Die Vergabe an Katar war ein Irrtum“
Katar steht wegen seines Umgangs mit Frauen, Gastarbeitern, Homosexuellen, wegen unzureichender Pressefreiheit und nicht zuletzt wegen der dubiosen Stimmenabgabe der FIFA-Funktionäre seit Jahren in der Kritik.
ARD-Experte Thomas Hitzlsperger nahm bei den „Katar Talks“ ebenfalls kein Blatt vor dem Mund und behauptete: „Diese WM ist so eindeutig gekauft. Das ist eine ganz andere Dimension in Katar und deshalb ist die Kritik auch so heftig.“ (DATEN: Gruppen und Tabellen der WM)
Dem konnte sich Hoeneß nur anschließen: „Das ganze System der Vergabe von großen Sportereignissen in den letzten 50 Jahren ist total zu überarbeiten. Oder glaubt irgendjemand, dass irgendeine Olympiade ohne Bestechung in irgendeinem Land gelaufen ist? Bei der FIFA muss ausgemistet werden, keine Frage. Aber da wird nicht immer nur deutsches Recht angewandt. Das war jahrelang eine Mafia, die sich das alles gegenseitig zugeschoben hat.“
Denn 2010 hatte sich Katar gegen die USA im letzten Wahlgang durchgesetzt, obwohl das Emirat nachweislich die schlechteste Bewerbung aller Kandidaten abgegeben hatte. (DATEN: Spielplan und Ergebnisse der WM)
Das hatte jüngst auch der ehemalige FIFA-Präsident Joseph Blatter bestätigt und dafür Michel Platini verantwortlich gemacht. „Die Vergabe an Katar war ein Irrtum“, sagte der Schweizer.
Bayerns Ehrenpräsident hofft auf Verbesserung in Katar durch WM
Des Weiteren hofft Hoeneß, „durch Transparenz, durchs Internet, durchs FBI, weil die USA beteiligt waren, Dinge ans Tageslicht zu bringen. Aber der Ball darf nicht vergessen werden. Auch die FIFA hat sich verändert. Ich kann ihnen Namen nennen von vier oder fünf Personen, die jetzt nicht mehr da sind. Weil sie im Gefängnis sitzen oder ihre Posten verloren haben.“
Abschließend sagte er kurz vor dem WM-Start: „Ich möchte gar nicht mehr viel diskutieren“, dafür aber forderte er: „Jetzt lassen wir die doch mal kicken.“
Am 20. November eröffnet Katar die WM 2022, die bis zum 18. Dezember läuft, gegen Ecuador. Allen Kritiken zum Trotz.