Knapp anderthalb Wochen vor Beginn der WM in Katar hat Sepp Blatter im Rahmen eines Denkwerkstatt-Talks im Ringier-Pressehaus in der Schweiz seinem Unmut freien Lauf gelassen und harte Kritik an der FIFA und den WM-Organisatoren geäußert.
WM 2022 in Katar: "Man sollte den Iran ausschließen" - Blatter kritisiert Infantino und die FIFA
Blatter teilt gegen Infantino aus
Nachdem der inzwischen 86-Jährige erst kürzlich die Vergabe an Katar als „Irrtum“ und „falsche Wahl“ bezeichnet hatte, ging der Schweizer jetzt noch einen Schritt weiter. (NEWS: Alles Wichtige zur WM)
Dass der wegen Unterdrückung von Frauen international massiv kritisierte Iran nach wie vor auf der Teilnehmerliste steht, sorgt bei Blatter für großes Unverständnis.
„Man sollte den Iran von der WM ausschließen“, forderte Blatter und begründete dies so: „Schließlich dürfte auch Russland infolge des Angriffskriegs auf die Ukraine nicht mittun.“
Demnach hätte Blatter den Iran, der sich mit England, Wales und den USA in Gruppe B duelliert, längst vom Spielgeschehen ausgeschlossen, wäre er selbst noch im Amt. (DATEN: Gruppen und Tabellen der WM)
FIFA: Infantino fehlt es an Mut
Des Weiteren ist es für den Ex-FIFA-Boss nicht nachvollziehbar, dass sich FIFA-Präsident Gianni Infantino zum Thema Iran nicht klar positioniert.
„Der hat ja schon Mühe, mit den Katari zusammen einen Fonds zu schaffen - für all die Arbeiter, die beim Bau der Infrastruktur verunglückt sind. Ich glaube, es müsste jemand von der FIFA machen, der Courage hat. Aber Infantino hat ja nicht einmal den Mut, Journalisten eine Antwort zu geben.“
Anstatt sich der breiten Masse zu öffnen, dreht Infantino den Leuten laut Blatter den Rücken zu: „Vielleicht hat er ein Problem mit den Ohren.“
Die letzten Aussagen des WM-Botschafters Khalid Salman, Homosexualität sei ein „geistiger Schaden“ bezeichnete Blatter ebenfalls als „Schande“. Der Weltverband sowie Politik sollten seiner Ansicht nach „protestieren“.