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WM 2022: Polen nach Achtelfinale-Einzug für Angst-Auftritt gegen Argentinien abgewatscht

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WM 2022: Polen nach Achtelfinale-Einzug für Angst-Auftritt gegen Argentinien abgewatscht

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Polen trotz Meilenstein zerlegt

Polen zittert sich trotz eines Angst-Auftritts gegen Argentinien ins Achtelfinale. Gefeiert wird das Team dafür nicht - im Gegenteil.
Bei der 0:2-Niederlage gegen Argentinien parierte Polens Torhüter Wojciech Szczesny einen diskutablen Elfmeter von Lionel Messi. Nach dem Spiel gibt er sich bescheiden.
. SPORT1
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von SPORT1

Diese WM wird man in Polen so schnell nicht vergessen. (DATEN: WM-Spielplan 2022)

Erstmals seit 36 Jahren hat sich Polen für das Achtelfinale einer WM qualifiziert. Die Mannschaft um Robert Lewandowski verlor zwar mit 0:2 (0:0) gegen Argentinien, konnte sich aber trotz eines 2:1-Sieges Mexikos gegen Saudi-Arabien über die Ziellinie retten. Den Mexikanern fehlte ein Treffer zum Weiterkommen.

Euphorie entfacht dieser Erfolg aber keinesfalls. Immerhin lieferte das Team gegen Argentinien den wohl ängstlichsten Auftritt aller Nationen bisher ab! (NEWS: So erlebte Lewandowski den Krimi)

Denn Polen mauerte gegen die Südamerikaner im gesamten Spiel und verließ sich darauf, dass im Parallelspiel alles gut läuft. Eigene Angriffsbemühungen wurden gar nicht erst unternommen.

Polen mauert sich weiter

Selbst als Mexiko mit 2:0 führte und nur ein Treffer fehlte, kam von Polen nichts. Stattdessen ackerte sich Robert Lewandowski allein auf weiter Flur vorne ab, während alle anderen Kollegen trotz des Rückstands mauerten. (DATEN: Gruppen und Tabellen der WM)

“Wir haben ein 1-8-2-System gespielt“, scherzte Augsburgs polnischer Keeper Rafal Gikiewicz in der Halbzeitpause im ZDF.

„Peinlich, dass Polen keinen Respekt vor dem Fußball hat“, schrieb das argentinische Portal LaNueva.com. „Argentinien spielte den Ball und Polen verlor seine Würde.“

„Argentinien hat Polen in allen Bereichen des Spiels gebrochen“, meinte das serbische Portals hotsport.rs.

Internationale Presse zerlegt Polen

Orange.fr aus Frankreich fügt an: „Die Polen hatten Angst. Sie waren so schüchtern wie nur möglich.“

Die spanische ABC schrieb gar: „Denkt Lewandowski manchmal, dass er das Pech hatte, in Warschau geboren zu sein? Hätte er es ein paar hundert Kilometer weiter getan, in Dresden oder Berlin, hätte er jetzt vielleicht den Weltpokal im Fenster stehen. Aber der Zufall hat ihn zu einem Polen gemacht, und das bedeutet, dass er auf dem Spielfeld herumläuft und verzweifelt nach dem Ball sucht.“ (NEWS: Das sagte Messi zu Lewandowski)

Auch in der Heimat hat sich aufgrund des Auftritts große Ernüchterung breit gemacht.

Ex-Nationalkeeper Czeslaw Michniewicz sagte bei Eurosport Italia: „Null Ideen, man hat bei uns ein Gefühl der kompletten Entmutigung.“

Der ehemalige Nationalmannschaftskapitän Jacek Bak zürnte bei Sport.pl: „Wir können nicht noch ein weiteres Spiel so zaghaft angehen. Wir wollen als eine Mannschaft in Erinnerung bleiben, die man mögen kann, die versucht zu spielen und nicht nur im Weg steht.“

Vor allem ein Star steht bei ihm im Fokus: Mittelfeldspieler Piotr Zielinksi. Er spielt bei Neapel eine überragende Saison, tauchte bei der WM bisher aber ab. „Ja, er ist unsichtbar. Denn dieser Junge scheint ein psychisches Problem zu haben. Ich bin kein Psychologe, aber das ist meine Einschätzung“, so Bak. (NEWS: Alles Wichtige zur WM)

Gikiewicz: „Gegen Frankreich früher schlafen gehen“

Mit Blick auf das Achtelfinale gegen Frankreich malt er bereits ein dunkles Szenario: „Wenn wir schon Angst vor Messi hatten, kann uns jetzt Mbappé noch mehr schaden. Und er ist nur einer ihrer großen Spieler. Wir können nicht noch ein Spiel so zaghaft spielen. Lasst uns Fußball spielen. Lasst uns 2:5 oder 2:7 verlieren, aber Fußball spielen.“

Auch Gikiewicz hat wenig Hoffnung auf einen Sieg gegen Frankreich: „Gegen Frankreich, glaube ich, muss ich früher schlafen gehen.“

Oder gelingt doch die Überraschung und damit der nächste Meilenstein in Polens Fußballgeschichte?