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WM-Kader: Stars ausgebootet - Tuchel im Kreuzfeuer

Tuchel im Kreuzfeuer

Der englische Verband gibt am Freitagvormittag seinen WM-Kader offiziell bekannt. Schon zuvor wurden Teile des Aufgebots geleakt. In England löst das Diskussionen rund um Thomas Tuchel aus.
Englands Nationaltrainer Thomas Tuchel
Englands Nationaltrainer Thomas Tuchel
© IMAGO/Pro Sports Images
Der englische Verband gibt am Freitagvormittag seinen WM-Kader offiziell bekannt. Schon zuvor wurden Teile des Aufgebots geleakt. In England löst das Diskussionen rund um Thomas Tuchel aus.

Schon vor der offiziellen Bekanntgabe des englischen WM-Kaders am Freitagmorgen ab 10.45 Uhr (MESZ) wird heftig über die wohl stattfindende Nominierung von Nationaltrainer Thomas Tuchel diskutiert. Grund dafür sind Leaks, die seit Donnerstagabend im Umlauf sind.

Wie in Deutschland sickern auch in England stetig Namen durch, wer es in den Kader geschafft haben soll und wer nicht. Innenverteidiger Harry Maguire (Manchester United) machte zudem sein WM-Aus selbst via Social Media öffentlich.

England ohne Maguire, Foden und Palmer?

Neben Maguire sind die größten Namen, die laut Medienberichten nicht dabei sind: Phil Foden (Manchester City) und Cole Palmer (FC Chelsea). Auch Trent Alexander-Arnold soll im Aufgebot fehlen.

„Eine Flut von durchgesickerten Informationen versetzte die Fans der Three Lions am Donnerstagabend in Staunen“, schrieb daraufhin The Sun.

Der englischen Zeitung zufolge sei vor allem Foden „brutal aus dem Kader gestrichen“ worden. Weiter hieß es in einem Kommentar von Sun-Journalist Charlie Wyett: „Wer glaubt, dass dieser englische Kader die Weltmeisterschaft gewinnen kann, sollte sich mal den Kopf untersuchen lassen.“

Seiner Meinung nach würde der deutsche Trainer mit seinem Kader alles auf eine Karte setzen, um entweder im Anschluss dank eines erfolgreichen Turniers als Genie bezeichnet zu werden oder damit alles in einem Desaster endet.

Tuchel trifft wohl „kompromisslose Entscheidungen“

In die gleiche Kerbe schlug auch Daily Mirror, der schrieb: „Thomas Tuchel hat bei der Aufstellung des englischen WM-Kaders knallharte und kompromisslose Entscheidungen getroffen.“

Es wurde hinzugefügt: „Das sind einschneidende Entscheidungen – und ein großes Risiko. Doch dieser Trainer hat keinen Sinn für Reputationen und kümmert sich noch weniger darum, was andere denken.“

Tuchel „hat keine Angst, große Namen außen vorzulassen“

Auch Rob Dorsett von Sky Sports News war darüber sehr erstaunt, wer offenbar alles im endgültigen Aufgebot fehlen wird: „Vergessen Sie alles, was ich über meine Vorhersagen zum Kader von Thomas Tuchel für die englische Nationalmannschaft gesagt habe.“

Er rieb sich vor allem die Augen, dass Stürmer Ivan Toney (Al-Ahli) im Kader stehen soll.

Der Journalist verwies darauf, dass Tuchel ein „Mann mit eigener Meinung“ und einem „starken Willen“ sei, der „keine Angst hat, große Namen außen vorzulassen und andere Spieler zu nominieren“.

Doch Toney spiele zum einen seit dem vergangenen Sommer in Saudi-Arabien und habe in Tuchels Zeit als englischer Nationalspieler fast keine Rolle gespielt, wundert sich Dorsett.

England zerbricht sich den Kopf über diese Entscheidung

Tatsächlich kam der 30-Jährige lediglich im Juni 2025 in einem Testspiel gegen den Senegal für zwei Minuten zum Einsatz. In den vergangenen drei Länderspielphasen wurde er vom deutschen Coach nicht berücksichtigt.

Was für Toney spricht, ist seine überragende Torquote in Saudi-Arabien. In 49 Pflichtspielen für Al-Ahli schoss er 42 Treffer und gab elf Vorlagen.

Dorsett bezeichnete die Möglichkeit, dass der Stürmer wirklich nominiert wird, als „Schock“ – und stellte die Frage, was sich seit dem vergangenen Sommer geändert habe: „Warum hat er ihm nicht mehr Zeit auf dem Feld gegeben? Ich zerbreche mir den Kopf, um zu verstehen, was hier vor sich geht.“

Eines ist schon vor der offiziellen Kaderbekanntgabe sicher: Tuchel wird am Freitagmorgen viele Fragen beantworten müssen, damit sich der Sturm der englischen Presse wieder legt.