„Für die deutsche Nationalmannschaft ist das, was am Montag im Sechzehntelfinale der WM passiert ist, eine Vollkatastrophe“. So lautet das klare Urteil von Stefan Effenberg in seiner Kolumne beim Nachrichtenportal t-online.
Effenberg nach WM-Aus: Er muss jetzt die Nummer 1 werden
Effenberg: Er muss Nummer 1 werden
Für die Zukunft fordert der ehemalige Nationalspieler einen schonungslosen Umbruch und empfiehlt dem DFB – angefangen im Tor – eine radikale Verjüngungskur: „Beim nächsten Länderspiel muss Jonas Urbig vom FC Bayern als neue deutsche Nummer 1 im Tor stehen.“
DFB: Effenberg fordert Generationswechsel im Tor
Er fuhr fort: „Das Kapitel Manuel Neuer beim DFB sollte jetzt endgültig geschlossen sein, aber auch eine Rückkehr zum 36-jährigen Oliver Baumann macht für mich langfristig keinen Sinn.“
Beim FC Bayern war Jonas Urbig in der abgelaufenen Saison die Nummer zwei hinter Neuer und kam wettbewerbsübergreifend auf 20 Einsätze für den Rekordmeister. Trotz der erneuten Verlängerung des einstigen Welttorhüters soll Urbig perspektivisch zum Stammkeeper bei den Bayern aufgebaut werden.
Aber nicht nur zwischen den Pfosten fordert der 35-malige Nationalspieler einen Neustart: „Acht Spieler im WM-Kader waren 30 Jahre oder älter, vier weitere werden dieses Jahr noch 30. Vielleicht ist das ja jetzt der Zeitpunkt, noch konsequenter auf die Jüngeren zu setzen.“
Bringt ein Umbruch den Erfolg zurück?
Auf dem rechten Flügel soll seiner Meinung nach zukünftig Lennart Karl gesetzt sein. Gemeinsam mit dem nicht für die WM nominierten Said El Mala, sowie Florian Wirtz und Jamal Musiala könne so ein junges und hungriges Offensivgespann entstehen.
In der Defensive sieht er vor allem Senkrechtstarter Nathaniel Brown, Malick Thiaw und Nico Schlotterbeck als kommende Eckpfeiler.
Im Schnitt ist der aktuelle Kader 28,1 Jahre alt. Zum angesprochenen Ü30-Klub gehören derzeit Manuel Neuer (40), Oliver Baumann (36), Jonathan Tah (30), Antonio Rüdiger (33), Joshua Kimmich (31), Leon Goretzka (31), Pascal Groß (35) und Leroy Sané (30).
Julian Nagelsmann hatte nach dem Aus erklärt, „bereit zu stehen“, wenn sich der DFB dafür entscheide. Auch von Spielerseite gab es nach Abpfiff abgesehen vom scheidenden Neuer noch keine Rücktrittsmeldungen.