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Wo ist die Aura von Manuel Neuer?

Wo ist die Aura?

Manuel Neuer liefert gegen Ecuador einen unglücklichen Auftritt ab. Auch wenn der Torhüter jede Schuld von sich weist, entsteht der Eindruck: Der 40-Jährige ist in diesem Turnier noch nicht angekommen.
Manuel Neuer wird nach der Niederlage gegen Ecuador auf seinen Anteil am zweiten Gegentor angesprochen. Der Nationaltorhüter hat dazu eine klare Meinung - und keine allzu große Lust auf längere Diskussionen.
Manuel Neuer liefert gegen Ecuador einen unglücklichen Auftritt ab. Auch wenn der Torhüter jede Schuld von sich weist, entsteht der Eindruck: Der 40-Jährige ist in diesem Turnier noch nicht angekommen.

Im Vorfeld der Weltmeisterschaft wurde viel über diese Aura gesprochen. Über die Ehrfurcht der Angreifer, wenn sie auf Manuel Neuer zulaufen. Über die Ruhe und Sicherheit, die der Bayern-Keeper ausstrahlt und auf seine Mitspieler überträgt. Genau deshalb holte Bundestrainer Julian Nagelsmann den 40-Jährigen aus der DFB-Rente zurück und nahm dabei durchaus Risiken für den Mannschaftsfrieden in Kauf.

Nach der Gruppenphase bleibt jedoch festzuhalten: Der erhoffte Effekt ist bislang ausgeblieben. Wo bleibt die Aura?

Darüber diskutieren SPORT1-Chefreporter Stefan Kumberger und SPORT1-Reporter Manfred Sedlbauer in einer neuen Ausgabe des SPORT1-Podcasts „Die WM-Kabine“.

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Neuers unrühmliche WM-Bilanz

Drei gehaltene Bälle, vier Gegentore – die WM-Bilanz von Manuel Neuer liest sich bislang ernüchternd. „Es ist wieder extrem ärgerlich für Manu, dass er so die Winner-Aktion leider noch nicht hatte“, befand Julian Nagelsmann bei MagentaTV : „Die Abschlüsse waren alle eklig.“

Der Keeper musste häufiger hinter sich greifen als erhofft. Echte Gelegenheiten, sich auszuzeichnen, gab es kaum. Auch nach dem zweiten Gegentor gegen Ecuador entbrannte die Diskussion: Haltbar oder nicht?

„Für mich ist das kein reiner Torwartfehler“, erklärte SPORT1-Chefreporter Stefan Kumberger, fügte aber an: „Ganz unschuldig war er trotzdem nicht. Er war beteiligt. Auch David Raum und Jonathan Tah hatten Aktien.“

Umso bemerkenswerter fiel Neuers Reaktion nach der Partie aus.

Neuer weist Schuld von sich

„Ne“, antwortete er auf die Schuldfrage schmallippig und erläuterte anschließend ausführlich seine Sicht auf die Szene. „Je länger einer Rechtfertigung dauert, desto mehr Ansätze, darüber zu diskutieren, gibt es“, so Kumberger.

Für den SPORT1-Reporter kommt Neuers Umgang mit eigenen Fehlern nicht überraschend: „Das kennen wir aus München nur zur Genüge.“ Sedlbauer ergänzt: „Auf mich wirkt das einfach nur dünnhäutig und lässt Selbstreflexion vermissen.“

Kumberger hält dagegen: „Vielleicht ist diese verbissene Eigenschaft aber auch das, was ihn da hingebracht hat, wo er ist – an die Spitze der Torhüter aller Zeiten.“

Wo ist die Aura?

Dass die DFB-Elf bei einem WM-Spiel ohne Gegentor blieb, liegt lange zurück – beim 1:0-Finalsieg 2014 gegen Argentinien.

Für Sedlbauer sind jedoch nicht allein die Gegentore entscheidend. „Es gab auch zwei Wackler in der Partie, in denen die Abstimmung nicht gestimmt hat, in denen er nicht so viel Sicherheit ausgestrahlt hat.“

Seine Frage bleibt: „Wo ist die vielbesprochene Aura?“ Kumberger ergänzt: „Dieser Aura-Effekt ist bislang noch nicht eingetreten. Fakt ist, dass man mit Aura allein keine Bälle halten kann.“

Für beide Podcaster steht dennoch fest: Eine Torhüter-Diskussion ist derzeit nicht angebracht und wird auch innerhalb des DFB-Teams nicht geführt.

Trotzdem bleibt der Eindruck: Noch ist nicht das eingetreten, was sich der Bundestrainer von der riskanten Rückholaktion erhofft hatte.