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WM: Der große Verlierer der Frankreich-Gala

Kein Platz für den Weltfußballer?

Während das französische Star-Ensemble um Michael Olise und Kylian Mbappé glänzt, bleibt einer blass. Ausgerechnet der Ballon-d'Or-Gewinner macht bei Sorgen - und sein Startelf-Einsatz wird heiß diskutiert.
Kylian Mbappé erlöst nach starker Vorarbeit von Bayerns Michael Olise die Franzosen im ersten WM-Spiel. Das Offensivduo sorgt dabei für den ersten Glanzmoment Frankreichs bei dieser WM.
Während das französische Star-Ensemble um Michael Olise und Kylian Mbappé glänzt, bleibt einer blass. Ausgerechnet der Ballon-d'Or-Gewinner macht bei Sorgen - und sein Startelf-Einsatz wird heiß diskutiert.

Es dauerte etwas, bis die Star-Offensive der Équipe Tricolore ins Rollen kam – doch dann überrollte sie den Senegal mit zahlreichen Top-Chancen und drei späten Toren regelrecht (3:1). Für den Spieler des Spiels, Michael Olise, und Doppelpacker Kylian Mbappé hatten die Löwen von Teranga schlichtweg keine Antworten parat. Ausschlaggebend war ein Positionswechsel zur Halbzeit, der einen großen Verlierer zur Folge hat.

Nachdem Olise die ersten 45 Minuten auf dem rechten Flügel aufgelaufen war, schickte ihn Trainer Didier Deschamps im zweiten Durchgang auf die Zehn, von wo er einen Angriff nach dem anderen einleitete und seine Genialität nicht nur bei der Tor-Vorlage für Mbappé (66.) unter Beweis stellte.

Im ersten Durchgang, der torlos geblieben war, war Ousmane Dembélé auf der Spielmacher-Position blass geblieben. Bis zu seiner Auswechslung in der 80. Minute hatte er auch auf dem rechten Flügel keine entscheidenden Akzente setzen können.

Ganz anders als Bradley Barcola, der nur zwei Minuten nach seiner Einwechslung für Dembélé mit einem Lupfer-Tor glänzte.

Kein Feldspieler schlechter bewertet als Dembélé

Von der renommierten französischen Sportzeitung L’Équipe bekam der 60-malige Nationalspieler (sieben Tore) eine Bewertung von 4/10 Punkten. Kein Feldspieler erhielt weniger Punkte.

„Sein Wechsel auf die rechte Seite zur Halbzeit ging mit seinem Verschwinden einher, während die Franzosen eine starke Phase nach der anderen hinlegten“, lautete das Urteil. „Es ist kein Zufall, dass er als Erster ausgewechselt wurde, nachdem er nur einen einzigen Torschuss abgegeben hatte – die geringste Anzahl unter den Offensivspielern.“

Die zwei Erkenntnisse: Auf Dembélés Stammposition spielte Olise deutlich besser. Und auf dem Flügel gelang Barcola nach zwei Minuten mehr als Dembélé in 80 Minuten. Der Ballon-d’Or-Sieger von 2025, der zweimal in Folge mit Paris Saint-Germain die Champions League gewann, schwächelte – und das kann in der Star-Offensive der Franzosen schnell Folgen haben.

„Für mich ist Dembélé der große Verlierer dieses Matches“

Neben Barcola drängt auch Rayan Cherki, Senkrechtstarter bei Manchester City, auf Spielzeit. Und theoretisch kann auch Marcus Thuram auf einer der beiden Flügelpositionen spielen. Désiré Doué, der gegen Senegal den linken Flügel besetzte, gilt ebenfalls als Option.

Kein Wunder, dass in Frankreich Dembélé eines der Diskussionsthemen nach dem Auftakt der Équipe Tricolore war.

Beim Sender RMC Sport war sich Kommentator und Kolumnist Walid Acherchour sicher: „Für mich ist Dembélé der große Verlierer dieses Matches, das ist unbestreitbar. Wir haben eine französische Nationalmannschaft mit Dembélé auf der Zehn gesehen und eine mit Olise. Und wir haben den Unterschied auf der Anzeigetafel gesehen. Er ist nicht der Ousmane Dembélé, den wir bei PSG kennen.“

„Ousmane Dembélé ist (auf der Zehn) verschwendet“

Journalist Florent Gautreau fügte an, dass Dembélé am besten in der Sturmspitze funktionieren würde, dort aber an Mbappé nachvollziehbarerweise kein Vorbeikommen ist: „Der Ousmane Dembélé, den wir in den letzten Freundschaftsspielen und heute gesehen haben, ist (auf der Zehn) verschwendet… Und er erkennt es. Er sieht, wie Barcola sofort trifft, er sieht, dass es mit Olise in der Mitte besser funktioniert.“

„Deschamps – das zeugt von mangelndem Mut – hat sich nicht getraut, Dembélé auf die Bank zu setzen, weil er den Ballon d’Or gewonnen hat“, lautete die These Gautreaus.

WM 2026: Setzt Deschamps ihn jetzt auf die Bank?

„Deschamps wird nicht komplett neu aufstellen, aber Vorsicht, denn es wird sehr schwer werden, Dembélé bei solchen Leistungen in den nächsten Spielen zu verteidigen“, prognostizierte Acherchour.

Mit dem Irak folgt am kommenden Montag (22. Juni, 23 Uhr) ein verhältnismäßig leichter Gegner, bevor das große Finale der Gruppe gegen Norwegen um Erling Haaland ansteht (26. Juni, 21 Uhr). Ob Deschamps bei diesen Spielen auch weiterhin auf Dembélé vertraut?