Der große Traum von Thomas Tuchel und der englischen Nationalmannschaft ist dramatisch geplatzt. Dank eines späten Comebacks hat Titelverteidiger Argentinien den WM-Halbfinalkrimi gegen England mit 2:1 (0:0) gewonnen.
Argentinien schockt England! Spätes Drama um Thomas Tuchels Three Lions
Später Schock für England
Der im Sommer auch vom FC Bayern umworbene Anthony Gordon (55.) traf zunächst für die Three Lions. Enzo Fernández (85.) glich per Distanzschuss aus. Lautaro Martínez (90.+2) drehte die Partie zugunsten der Albiceleste – und beendete damit die englischen Träume vom ersten WM-Titel seit 1966.
Stattdessen spielt Argentinien mit Superstar Lionel Messi, der beide späten Tore gegen England vorbereitete, am Sonntag (21 Uhr im LIVETICKER) gegen Europameister Spanien um den goldenen Pokal.
Argentinien erneut im Finale: „Schwer zu erklären“
„Diese Gruppe überrascht mich immer wieder aufs Neue“, sagte Argentiniens Trainer Lionel Scaloni: „Es ist schwierig zu erklären. Schaut euch diese Fans an. Wir sind einzigartig, das ist keine Arroganz. Dieses Trikot gibt alles bis zum Ende, lässt alle Kräfte auf dem Platz.“
England wartet seit dem Triumph bei der Heim-WM 1966 auf den nächsten Titel, diese Leidenszeit konnte auch der deutsche Trainer Tuchel nicht beenden. Am Samstag (21.00 Uhr MESZ) geht es in Miami gegen Frankreich im Spiel um Platz drei nur noch um einen würdevollen Abschied, der jedoch kaum Trost sein dürfte.
Hitziges WM-Halbfinale zwischen England und Argentinien
Von Beginn an entwickelte sich ein hitziges Duell der beiden Fußball-Schwergewichte. Bereits in der dritten Minute kam es zur ersten Rudelbildung auf dem Rasen von Atlanta. Argentiniens Enzo Fernández hatte unsanft gegen Englands Elliot Anderson zugelangt, daraufhin kochten die Emotionen zum ersten Mal hoch.
Bei aller Hektik hinterließen die Engländer den etwas gefährlicheren Eindruck. Über ihre linke Seite kamen Djed Spence und Gordon mehrfach zumindest in die Nähe des Strafraums.
Ihre Torjäger Harry Kane und Jude Bellingham blieben aber wirkungslos, auch Standards brachten keine Chancen. Die Statistik verzeichnete in den ersten 45 Minuten keinen Abschluss aufs Tor, dafür aber 19 Fouls.
England legt vor – aber Argentiniens Druck wird zu groß
Nach dem Seitenwechsel wurde die Partie offener. Julián Álvarez (47.) scheiterte an Jordan Pickford, dann behauptete sich Bellingham im direkten Duell mit Messi und drängte den Torjäger ab. Nach der englischen Führung hatten auch die Argentinier mehr Möglichkeiten. Jordan Pickford rettete bei einem Kopfball des eingewechselten Ex-Stuttgarters Nicolás González (69.).
Nach der Trinkpause erhöhte die Albiceleste nochmals die Schlagzahl. Alexis Mac Allister scheiterte bei einer Doppelchance per Kopf erst am Pfosten, dann an Pickford (76.).
Messi mühte sich, das Spiel an sich zu reißen. Immer wieder ließ er sich ins Mittelfeld zurückfallen, um die Angriffe einzuleiten. Die Engländer verteidigten jedoch tief, kamen so aber kaum zu Entlastungen. In der Schlussphase rollte eine argentinische Angriffswelle nach der anderen auf Englands Tor zu – mit Erfolg.
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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)