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WM-Halbfinale wird zur Schlacht: "Thomas Tuchel kann es kaum glauben"

WM-Halbfinale wird zur Schlacht

Im WM-Halbfinale zwischen England und Argentinien geht es heiß her. Viele, viele Fouls. Immer wieder geraten Spieler beider Mannschaften aneinander. Vom "reinsten Chaos" ist die Rede. Es folgt eine spektakuläre Schlussoffensive.
Englands Djed Spence bewahrt die Three Lions im WM-Halbfinale gegen Argentinien mit einer Monster-Grätsche vor dem Ausgleich.
Im WM-Halbfinale zwischen England und Argentinien geht es heiß her. Viele, viele Fouls. Immer wieder geraten Spieler beider Mannschaften aneinander. Vom "reinsten Chaos" ist die Rede. Es folgt eine spektakuläre Schlussoffensive.

Das WM-Halbfinale zwischen England und Argentinien (Endstand: 1:2) hat sich schnell zu einer hitzigen Angelegenheit entwickelt – der Ball rollte lange Zeit kaum.

Bereits in der dritten Minute kam es zur ersten Rudelbildung auf dem Rasen von Atlanta. Argentiniens Enzo Fernández hatte unsanft gegen Englands Elliot Anderson zugelangt, daraufhin kochten die Emotionen zum ersten Mal hoch.

Und genau so ging es weiter. Immer wieder suchte Schiedsrichter Ismail Elfath das Gespräch mit den Spielern, probierte diese zu beruhigen, selten mit Erfolg. Immer wieder sprangen auch die Auswechselspieler und Betreuer von den Trainerbänken auf.

„Das reinste Chaos“ im WM-Halbfinale

Nach 23 Minuten auf der Anzeigetafel wurden gerade einmal elfeinhalb Minuten Nettospielzeit gemessen. Immer wieder lagen Spieler am Boden, rangelten sogar miteinander.

„Da unten herrscht das reinste Chaos. Thomas Tuchel, der unter uns sitzt, kann kaum glauben, was er da draußen sieht“, sagte Paul Robinson, ehemaliger Nationaltorhüter der Three Lions, bei der BBC.

Schiedsrichterexperte Patrick Ittrich sagte bei MagentaTV: „Wir haben hier genau die Problematik, dass es so Nickeligkeiten gibt, die du irgendwann als Schiedsrichter unterbinden musst. Auch mal mit einer Gelben Karte.“

Nach einer halben Stunde hatte Elfath jedoch noch keine Verwarnung ausgesprochen, es blieb immer bei Ermahnungen. Davon gab es einige.

Schiedsrichterexperte erklärt die Gefahr

„Du legst natürlich die Linie fest, indem du eine Gelbe Karte am Anfang zeigst und das setzt dich als Schiedsrichter auch unter Druck. Und das versucht er hier nicht zu machen“, merkte Ittrich an. Irgendwann müsse der Unparteiische aber auch mal ein Zeichen setzen: „Dann müssen sie aufhören. Sonst fliegt halt einer.“

Und dann doch: In der 37. Minute sah Anderson die Gelbe Karte. Er und Djed Spence hatten Lionel Messi von den Beinen geholt. Auch bei dieser Szene kam es zu Rudelbildungen.

Fünf Minuten später wurde dann auch Argentiniens Lisandro Martínez verwarnt (42.). Er hatte Morgan Rogers am Trikot gezogen.

WM: Null Schüsse aufs Tor in der ersten Hälfte

Die Statistiken zur Halbzeit sprachen Bände: Laut Flashscore 0,05 xGoals aufseiten der Engländer und 0,03 xGoals bei den Argentiniern. Drei Torschüsse insgesamt. Schüsse aufs Tor? Fehlanzeige.

Zudem war es laut Opta das erste FIFA-Weltmeisterschaftsspiel seit 1966, bei dem in den ersten 30 Minuten gar kein einziger Torschuss abgegeben wurde.

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Mats Hummels sagte in der Halbzeitpause: „Es ging ab Sekunde eins richtig zur Sache. Vor allem die Argentinier haben direkt versucht zu zeigen, wie sie heute unterwegs sind. Die Engländer, behaupte ich mal, sind bestens darauf vorbereitet.“

Ittrich wurde deutlich: „Für den Schiedsrichter ist das ein absolutes Drecksspiel, weil du eigentlich nichts richtig machen kannst. Egal was du pfeifst, irgendeiner ist immer sauer mit dir.“

Auch nach Wiederanpfiff gab es zunächst einige Fouls auf beiden Seiten. Dann endlich auch der erste Schuss aufs Tor. Julián Alvarez scheiterte allerdings an Jordan Pickford (47.). Cristian Gabriel Romero war in der 51. Minute der dritte Spieler, der eine Gelbe Karte sah.

WM: Später schock für England – Argentinien jubelt

Dann nahm das Spiel richtig Fahrt auf. Nach einer Druckphase der Albiceleste waren es die Three Lions, die das erste Tor erzielten. Nach traumhafter Flanke von Rogers schob Anthony Gordon zum 1:0 ein (55.).

Trotz des Führungstreffers durch Gordon erlitt das Mutterland des Fußballs doch noch eine der schmerzhaftesten Niederlagen seiner Geschichte.

Jeweils nach einer Vorlage von Messi drehten Enzo Fernández (85.) und Lautaro Martínez (90.+2.) das Spiel für die Argentinier, die sich im Finale nun der ultimativen Herausforderung Spanien stellen müssen.