Lautaro Martínez musste am Sonntag über 120 Minuten mitansehen, wie sich seine Mannschaft gegen Spanien schwertat, kaum Torchancen herausspielte und letztlich durch den Gegentreffer von Ferran Torres in der Verlängerung (106.) als Verlierer im WM-Finale vom Platz ging.
WM: Warum durfte der Halbfinal-Held nicht helfen?
Rätselraten um den Edeljoker
Nachdem der Stürmer bis zum Sechzehntelfinale noch stets in der Startelf gestanden hatte, aber nur einen Treffer erzielt hatte, brachte ihn der argentinische Nationaltrainer Lionel Scaloni ab dem Achtelfinale als Einwechselspieler in die Partie – und Martínez entpuppte sich als Edeljoker.
WM-Finale: Martínez steht keine Sekunde auf dem Feld
In der Runde der letzten 16 legte er den Siegtreffer in der Nachspielzeit von Enzo Fernández gegen Ägypten auf. Gegen die Schweiz beendete Martínez dann im Viertelfinale durch seinen eigenen Treffer zum 3:1 in der 120. Minute die Partie und wurde im Halbfinale zum Helden seiner Mannschaft, als er in der 90.+2 den Siegtreffer gegen England erzielte.
Umso überraschender war es, dass der 28-Jährige am Sonntag keine einzige Sekunde auf dem Platz stand. Nachdem die Aufstellungen veröffentlicht wurden, war es in den argentinischen Medien ein großes Thema, weshalb Martinez erneut auf der Bank saß.
Scaloni selbst äußerte sich im Vorfeld nicht dazu. In der argentinischen Presse wurde gemutmaßt, dass der Coach mit Julian Álvarez lieber auf einen Stürmer von Beginn an setzte, der als lauf- und spielstärker gilt. Gleichzeitig könne Martínez von der Bank eine enorme Körperlichkeit ins Spiel bringen – so wie es in den vorherigen Runden auch schon funktioniert hat, mutmaßten die Medien.
Scaloni wechselt defensiv
Bis zur 70. Minute wechselte Scaloni – teils verletzungsbedingt – bereits fünfmal. Das Bollwerk kam ins Bröckeln, als Mittelfeldspieler Fernández die Gelb-Rote Karte sah (90.+3) und Argentinien die Verlängerung in Unterzahl bestreiten musste.
Dort stand Scaloni dann einen Extra-Wechsel zur Verfügung und die argentinische Marschroute schien klar: irgendwie ins Elfmeterschießen kommen. Aus diesem Grund nahm Scaloni in der 102. Minute Álvarez vom Platz und brachte mit Marco Senesi einen zusätzlichen Verteidiger.
Kurz nach dem Seitenwechsel in der Verlängerung fiel das Kartenhaus zusammen, als Ferran Torres in der 106. Minute den spanischen Führungstreffer erzielte. Da Scaloni sein Wechselkontingent schon verbraucht hatte, konnte er nicht mehr reagieren und auch nicht mit Martínez seinen Edeljoker aus den vorherigen Runden für die Endphase des Finales einwechseln.