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Heftige Kritik an Thomas Tuchel - der holt umgehend zum Gegenschlag aus

Tuchel gibt Kritikern Kontra

Bis kurz vor dem Ende hofft England auf das WM-Finale. Dann platzen alle Träume - und sofort wird Trainer Thomas Tuchel infrage gestellt. Der 52-Jährige reagiert.
Die späte Erlösung für Argentinien. Ausgerechnet Joker Lautaro Martínez sorgt für den späten Siegtreffer. Natürlich hat auch Lionel Messi seine Finger mit im Spiel, während Djed Spence einen folgenschweren Krampf bekommt.
Bis kurz vor dem Ende hofft England auf das WM-Finale. Dann platzen alle Träume - und sofort wird Trainer Thomas Tuchel infrage gestellt. Der 52-Jährige reagiert.

Thomas Tuchel steckte die linke Hand in seine Hosentasche und lief wie in Trance über den Rasen von Atlanta. Nah, so unglaublich nah war er dran gewesen, den englischen WM-Final-Fluch nach 60 Jahren zu brechen – aber: England bleibt England, selbst mit deutschem Trainer.

Und Tuchel weiß, was das bedeutet. „England-Fans wütend auf Tuchel – das geht auf seine Kappe“, schrieb die Boulevardzeitung The Sun unmittelbar nach dem furchtbar bitteren 1:2 (0:0) im Halbfinale gegen den Weltmeister Argentinien in einer Blitz-Auswertung von Internet-Kommentaren.

Der Trainer werde für „feige“ Auswechslungen nach der zwischenzeitlichen 1:0-Führung geradezu niedergemacht. „Das ist herzzerreißend. Tuchels Wechsel gehen nach hinten los“, kommentierte auch der Mirror. Der Telegraph vermutete sofort: „Die Vorwürfe werden noch Jahre anhalten.“

Es werden also ungemütliche Tage für Tuchel werden. Der 52-Jährige war zunächst in Schockstarre, dann holte er zum Gegenschlag aus.

Tuchel: „Ich bereue nichts“

„Ja, ich übernehme die Verantwortung, aber ich bereue absolut nichts. Wir haben eines unserer besten Spiele gespielt, vielleicht sogar das beste. Wenn es nicht gut ausgeht, ist es leicht zu sagen, dass meine Entscheidungen falsch waren. Nach dem Spiel gibt es Millionen von Hobby-Trainern, die besser wissen, was zu tun ist“, sagte Tuchel.

Tuchel gab sich kämpferisch und selbstbewusst – von einer drohenden Debatte um seine Person wollte er nichts wissen. Dass nun Kritik aufkomme, sei normal.

„Natürlich geht es weiter mit dem Vertrag bis zur Heim-EM“, sagte Tuchel mit Blick die Europameisterschaft 2028: „Und darauf freue ich mich. Auch wenn es im Moment schwierig ist, so weit vorauszuschauen.“

Keine Vorfreude gibt es derweil auf das Spiel um Platz drei am Samstag (23 Uhr MESZ live auf MagentaTV) gegen Frankreich. Dieses Duell sei eines, „das niemand spielen will“, sagte Tuchel: „Niemand freut sich darauf.“

Harry Kane untröstlich

Auch Harry Kane brauchte eine Weile, um sich zu sammeln. Nach dem Abpfiff starrte er noch minutenlang vor sich hin und war zu keinerlei Bewegung mehr fähig.

„Mir tut es leid für die Jungs, die ganze Mannschaft, die Fans“, sagte der Bayern-Star dann: „Wir haben ein gutes Spiel gemacht, haben irgendwie versucht, das 1:0 durchzubringen. Wir haben alles gegeben, Blut, Schweiß und Tränen – aber es hat nicht gereicht.“ Auf die Frage, ob es die letzte WM für ihn gewesen sei, gab er keine eindeutige Antwort.

Für das Spiel um Platz drei am Samstag gegen die ebenfalls bitter enttäuschten Franzosen werden sich die Engländer noch einmal motivieren müssen. Es wird ihnen sehr schwer fallen. „Es gab viele Stolpersteine auf dem Weg und viel zu viele Demütigungen im Laufe der Jahre“, schrieb der Telegraph. „Aber als England fünf Minuten vor Schluss in einem WM-Halbfinale führte, hatte man das Gefühl, dass es diesmal vielleicht anders sein könnte.“ Am Ende aber blieb England eben England.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)