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Klinsmann über Messi: "Wieso soll er nicht noch vier Jahre spielen?"

Messi? Klinsmann stellt eine Frage

Lionel Messi greift mit Argentinien nach seinem zweiten WM-Titel. Geht es nach Jürgen Klinsmann, muss das noch lange nicht das Ende des 39-Jährigen sein.
Jürgen Klinsmann findet für Lionel Messi und dessen Leistungen mit Argentinien nur lobende Worte. Auch deshalb will er Spanien im Finale nicht allzu sehr favorisieren.
Lionel Messi greift mit Argentinien nach seinem zweiten WM-Titel. Geht es nach Jürgen Klinsmann, muss das noch lange nicht das Ende des 39-Jährigen sein.

Das WM-Finale am Sonntag dürfte der letzte Auftritt von Lionel Messi im Trikot der argentinischen Nationalmannschaft sein. Mit seinen 39 Jahren hat er alles gewonnen, was es zu gewinnen gab.

Sowohl auf Vereins- als auch auf Nationalmannschaftsebene. Geht es nach Weltmeister und Ex-Bundestrainer Jürgen Klinsmann, muss es das aber noch nicht gewesen sein.

„Wieso soll er nicht noch vier Jahre spielen?“

„Der Kerl hat einfach Spaß am Fußball. Und das bringt er rüber. Und solange er den Spaß hat und Spiele beeinflussen kann, wieso soll er nicht weitermachen? Wieso soll er nicht noch vier Jahre spielen?“, so der 61-Jährige im Interview mit SPORT1 im „adidas Home of Soccer“ in New York.

Im Hinblick auf die kommende Weltmeisterschaft 2030 meinte Klinsmann: „Vielleicht will er das noch mal mitnehmen. Er lebt für dieses Spiel. Er lebt gesund – es ist absolut machbar, dass er noch vier Jahre weitermacht.“

Klinsmann: „Das ist phänomenal“

Grundsätzlich sieht der ehemalige Bundestrainer vor allem eine Entwicklung im Hinblick auf die Dauer einer Profikarriere: „Du hast in unserer Zeit Athleten, die locker bis 40 mitspielen können. Es ist nicht nur im Fußball so, sondern auch in anderen Sportarten. […] Du hast gelernt über die letzten Jahrzehnte, wie du dich verhalten musst, um dahin zu kommen. Sie wissen, wie sie leben müssen, wie sie schlafen müssen, wie sie sich ernähren müssen. Das ist ja alles zu einer Wissenschaft geworden. Das ist phänomenal. Und warum soll Messi nicht sagen: ‚Ich habe Bock. Solange ihr mich mitnehmt, komme ich mit‘?“

„Er wurde immer in die Ecke gedrängt“

Allgemein hält der gebürtige Göppinger große Stücke auf den „kleinen Floh“ (Spitzname: La Pulga): „Ich sehe ihn Woche für Woche in den USA. Er spielt nach wie vor auf ganz, ganz hohem Niveau, entscheidet die Spiele oftmals ganz alleine. Er weiß, wie man sich auf ein Turnier einzustellen hat“, so Klinsmann.

Der ehemalige Bundestrainer erinnert sich auch an die schwierige Zeit Messis vor dem ersten Triumph: „Er wurde immer in die Ecke gedrängt: Du bist nicht auf einem Niveau mit Maradona, du hast uns nie den WM-Pokal nach Hause gebracht. Und als das dann endlich geklappt hat, nach einem Hammerspiel vor vier Jahren in Katar, seitdem lebt er natürlich auch auf. Der ganze Druck ist von seinen Schultern gefallen und genießt jetzt das Fußballspielen einfach nur noch. […] Er hat lange warten müssen. Wir dürfen nicht vergessen, was er alles durchgemacht hat, bis es dann zu seinem ersten Turniersieg kam.“

Der ehemalige Nationaltrainer der USA und Südkorea sieht Spanien zwar im Finale minimal vorne, zeigt sich aber beeindruckt von der Leidensfähigkeit der Argentinier. Und eben Messi. Der 39-Jährige, der immer noch den Unterschied machen kann. Vielleicht – wenn es nach Klinsmann geht – sogar auch noch bei der WM 2030.