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WM: Hätte Englands Tor gar nicht zählen dürfen?

Hätte England-Tor nicht zählen dürfen?

England erzielt im WM-Viertelfinale gegen Norwegen ein umstrittenes Tor. Hätte der Treffer gar nicht zählen dürfen?
Das vermeintliche 2:1 für die Norweger wird durch eine neue VAR-Regelung letztendlich zurückgenommen.
England erzielt im WM-Viertelfinale gegen Norwegen ein umstrittenes Tor. Hätte der Treffer gar nicht zählen dürfen?

Norwegens Torhüter Örjan Nyland rannte nach dem englischen Ausgleich sofort zum Schiedsrichter und deutete nach oben, doch es half nichts.

Weil der Ball vor dem Treffer das Seil einer Sky-Cam berührt hatte, herrschte beim WM-Viertelfinale zwischen Norwegen und England (1:2 n.V.) kurz Konfusion. Das Tor von Jude Bellingham in der Nachspielzeit der ersten Hälfte zählte dennoch.

Ex-Schiedsrichter: Tor hätte nicht zählen dürfen

Nach einem Abstoß von Nyland hatte der Ball das Seil touchiert, wenig später fiel der Ausgleich. Nach Ansicht des ehemaligen FIFA-Schiedsrichters Mark Clattenburg hätte der VAR eingreifen und die Szene überprüfen müssen.

„Wenn der Ball ein Objekt berührt, das nicht zum Spielfeld gehört, muss das Spiel unterbrochen werden“, sagte der 51 Jahre alte Engländer bei FOX. Schiedsrichter Clément Turpin (Frankreich) hatte die Szene aber offenbar gar nicht mitbekommen.

Die FIFA veröffentlichte ein Video und stellte noch während des Spiels klar, dass der Sensor im Ball keinen „Herzschlag“ gezeigt habe, „es gibt daher keinen Beweis, dass der Ball das Kabel berührt und die Bewegung des Balls verändert hat“.

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Schiedsrichter-Experte Ittrich erklärt Situation

Schiedsrichter-Experte Patrick Ittrich erklärte bei MagentaTV das grundsätzliche Vorgehen: „Wenn der Ball gegen ein Gerät oder einen Gegenstand, der nicht zum Spielgeschehen gehört, trifft, gibt es grundsätzlich einen Schiedsrichterball. Aber nur, wenn es keinen Einfluss aufs Spielgeschehen hat.“

Habe es Einfluss auf das Spielgeschehen, „dann wäre die richtige Spielfortsetzung ein Schiedsrichterball gewesen“, ergänzte Ittrich, fügte aber auch hinzu: „Das Schiedsrichterteam plus Videoassistent hat die Bilder wahrscheinlich genau so geprüft wie wir, konnte es nicht wirklich feststellen. Dann läuft das Spiel weiter und das ist eine Tatsachenentscheidung.“

Andreas Schjelderup (36.) hatte Norwegen zunächst mit einem sehenswerten Schuss aus spitzem Winkel in den Knick in Führung gebracht. Bellingham (45.+2) glich aus und markierte in der Verlängerung (93.) auch den Siegtreffer für die „Three Lions“.