Thomas Tuchel war mächtig geladen und dann brachte ihn auch noch eine Reporter-Frage auf die Palme. Dabei hätte der deutsche Coach der Three Lions nach dem dramatischen WM-Viertelfinale (2:1 gegen Norwegen n.V.) eigentlich allen Grund zur Freude gehabt.
Thomas Tuchel gibt Wut-Interview nach WM-Krimi
Tuchel gibt Wut-Interview
Im World Feed bemängelte Tuchel zunächst: „Wir haben es uns heute sehr, sehr schwer gemacht. Das Ergebnis ist fantastisch. Wir stehen im Halbfinale. Das ist großartig. Aber mit der Leistung bin ich nicht zufrieden.“
Reporter-Frage bringt Tuchel auf die Palme
Englands Coach wurde daraufhin von Reporter Gabriel Clarke gefragt, was genau ihn an der Leistung seiner Mannschaft gestört habe. „Der Einsatz war da, aber wir haben es uns durch unsere Spielweise sehr, sehr schwer gemacht. Schlampig, viele technische Fehler, nicht schnell genug, nicht konsequent genug. Wir hatten heute Glück“, sagte Tuchel.
Als Clarke ihn dann auch noch auf ein vermeintliches Mentalitätsproblem ansprach, platzte es aus Tuchel heraus: „Nein, es ist keine Frage der Mentalität. Mentalität? Das ist reine Mentalität. Wie kannst du jetzt nach der Mentalität fragen? Das ist reine Mentalität. Es geht nicht um die Mentalität“, wurde der 52-Jährige deutlich.
Dabei erhob Tuchel seine Stimme, gestikulierte wild, schüttelte immer wieder mit dem Kopf. „Es ist kein Mentalitätsproblem. Das ist reine Mentalität. Man könnte es in Flaschen abfüllen und verkaufen. Es ist die Qualität unseres Spiels. Das ist alles. Es hat nichts mit Mentalität zu tun“, stellte Tuchel klar.
Rooney: „Thomas Tuchel hat recht“
Englands ehemaliger Nationalstürmer Wayne Rooney pflichtete Tuchel bei, gerade was die Abhängigkeit von Harry Kane und Jude Bellingham betrifft.
„Wir verlassen uns auf sie, aber ich denke, Thomas Tuchel hat recht mit dem, was er sagt, denn wenn man diese Runde erreicht, in der man auf eine sehr gute Schweizer oder argentinische Mannschaft trifft, müssen wir meiner Meinung nach unsere Qualität unter Beweis stellen“, sagte der BBC-Experte.
Das Spiel gegen Mexiko im Achtelfinale sei gut gewesen. „Aber wir müssen mehr Qualität zeigen, um ins Finale zu kommen“, betonte Rooney. „Wir haben Mut, Charakter und Mentalität bewiesen, aber im nächsten Spiel werden wir Qualität brauchen.“
Matchwinner Bellingham sagte: „Tuchel hat gesagt, wir hätten nicht gut gespielt? Naja. Es ist schwer da draußen.“
WM: Englands Titeltraum lebt
Nichtsdestotrotz lebt Englands Traum vom ersten Titel seit 1966. Dank Doppelpacker Jude Bellingham ist England ins Halbfinale eingezogen und hat zugleich Norwegens wundersame Reise beendet.
Damit die 60 Jahre lange Leidenszeit wirklich endet, müssen sich die Engländer aber noch steigern. Norwegen mit Stürmerstar Erling Haaland bot ihnen reichlich Gegenwehr und ging durch Andreas Schjelderup (36.) gar in Führung.
Doch der überragende Bellingham (45.+2/93.) mit seinen Turniertoren fünf und sechs drehte bei extrem schwierigen Bedingungen mit Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit die Partie.
—
Mit Sport-Informations-Dienst (SID)