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Uli Hoeneß: Eine WM ohne Europa kann man "in die Tonne treten"

Hoeneß begrüßt UEFA-Drohung

Die UEFA will der FIFA um Präsident Gianni Infantino die Stirn bieten. Uli Hoeneß gefällt das Vorgehen des europäischen Dachverbandes und schließt sich Max Eberl an.
Der Zwist zwischen der FIFA und der UEFA macht auch beim FC Bayern nicht Halt. Dabei hat Ehrenpräsident Uli Hoeneß eine klare und kritische Meinung zu den Plänen von Gianni Infantino.
Die UEFA will der FIFA um Präsident Gianni Infantino die Stirn bieten. Uli Hoeneß gefällt das Vorgehen des europäischen Dachverbandes und schließt sich Max Eberl an.

Im Machtkampf mit FIFA-Präsident Gianni Infantino hat die UEFA dem Weltverband mit einem Boykott aller FIFA-Wettbewerbe gedroht. Uli Hoeneß, Ehrenpräsident des FC Bayern München, gefällt die klare Haltung der UEFA.

„Ich persönlich glaube, dass die Europäer hier noch gar nicht wissen, wie stark sie sind. Einen Wettbewerb ohne Europäer kann man in die Tonne treten. Wenn sich die Europäer wirklich einig sind und konsequent daran arbeiten, dann wird der Herr Infantino mit dem Plan nicht durchkommen“, sagte Hoeneß im Rahmen des Bayern-Testspiels beim FC Rottach-Egern (15:0).

Die UEFA droht mit einem WM-Boykott

Alle 55 Nationalverbände der UEFA hatten am Donnerstag einstimmig auf einer digitalen Dringlichkeitssitzung über einen Boykott aller FIFA-Wettbewerbe abgestimmt, sollte Infantino sein Vorhaben, Anteile einzelner Groß-Events wie der Weltmeisterschaft an private Investoren zu verkaufen, durchdrücken.

Laut übereinstimmenden Medienberichten soll Infantino den Mitgliedsverbänden eine Zustimmungsfrist bis zum 19. September gesetzt haben. Die Verbände werden mit hohen Summen und der Aussicht auf eine nochmals erweiterte WM geködert. Eine einfache Mehrheit soll ausreichen, um die Vorhaben umzusetzen. Ein Boykott der UEFA könnte Infantinos Pläne massiv ins Wanken bringen.

Hoeneß erinnerte in der anhaltenden Diskussion an die ehemalige G-14-Gruppe, einem Zusammenschluss europäischer Spitzenvereine, die 1998 gegründet worden war und die Interessen der Vereine gegenüber der UEFA und FIFA vertreten sollte. „Wir hatten es mit der G-14 damals im Klubbereich auch geschafft, die UEFA an den Tisch zu bringen, viel mehr Geld rauszuholen, viel mehr Akzeptanz rauszuholen für die großen Vereine“, sagte Hoeneß: „Und so etwas Ähnliches stelle ich mir jetzt auch vor. Dass die Verbände und die Länder, die in der Welt wichtig sind, und das sind für mich in erster Linie die Europäer, dass die sich einig sind. Und wenn die sich einig sind, dann wird das nicht kommen.“

Besagte G-14-Gruppe wurde später auf 18 Vereine aufgestockt und im Januar 2008 nach einer Einigung mit der UEFA aufgelöst.

Hoeneß kann mit kritischem Eberl-Monolog „gut leben“

Eine WM ohne europäische Teams? Eine schlechte Idee aus der Sicht des bayerischen Klub-Patrons. „Wenn er (Infantino; d. Red.) die Fidschi Inseln gegen Kap Verde bei der WM haben will, dann kann er es haben“, legte Hoeneß nach.

Schon am Mittwoch hatte FCB-Sportvorstand Max Eberl die FIFA für ihre kommerziellen Pläne angezählt. „Ich finde es beschämend. Ich schäme mich dafür, dass wir über solche Gedanken reden“, hatte der 52-Jährige gesagt. Hoeneß gab zu, dass er den kritischen Vortrag Eberls nicht gesehen hatte. „Ich weiß nicht, was er genau gesagt hat. Ich weiß nur, dass er es stark kritisiert hat. Damit kann ich gut leben.“

Bezüglich FIFA-Präsident Infantino habe er „eine spezielle, sehr starke Meinung. Aber es ist mir zu früh, die bekanntzugeben.“ Auf SPORT1-Nachfrage, ob diese negativ sei, wurde Hoeneß deutlich: „Auf jeden Fall!“

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)