Handball>

Hanning legt gegen Gislason nach! "Das passt nicht"

Hanning legt gegen Gislason nach

Deutschlands Kader für die Handall-EM steht - und insbesondere eine Personalie sorgt für große Diskussionen. Bob Hanning legt bei SPORT1 mit deutlichen Worten nach.
Alle Infos und Fakten zur Handball-EM 2026 in Norwegen, Dänemark und Schweden.
Deutschlands Kader für die Handall-EM steht - und insbesondere eine Personalie sorgt für große Diskussionen. Bob Hanning legt bei SPORT1 mit deutlichen Worten nach.

Alfred Gislason verzichtet in seinem Kader für die Handball-EM auf Tim Freihöfer von den Füchsen Berlin. Die Nichtnominierung des Linksaußen vom amtierenden deutschen Meister schlägt hohe Wellen und für großes Unverständnis bei Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning.

Nachdem Hanning, der außerdem als Nationaltrainer Italiens tätig ist, bereits in seiner Kolumne für den kicker die Entscheidung mit deutlichen Worten kritisiert hatte, legt er im Gespräch mit SPORT1 nach. Sein Vorwurf: Das Leistungsprinzip sei de facto außer Kraft gesetzt worden.

„Das passt inhaltlich nicht, es passt von den Quoten her nicht. Seit zwei Jahren spielt er 90 Prozent der Topspiele überragend“, äußert Hanning sein Unverständnis über die Entscheidung gegen den 23 Jahre alten Linksaußen.

Hanning wird deutlich: „Das ist nicht zielführend“

Hanning ergänzt: „Wenn es um Erfahrung geht – da kann er die anderen Spieler auch in den nächsten fünf Jahren nicht überholen. Das ist nicht zielführend, so zu argumentieren. Ich beurteile nach Leistung - und nach Leistung ist er die klare Nummer eins, ohne Diskussion.“

Handball heute LIVE - Alle Handball-Matches des Tages hier LIVE

Auf Linksaußen entschied sich Bundestrainer Gislason neben dem Magdeburger Lukas Mertens auch für den Kieler Routinier Rune Dahmke, während Freihöfer außen vor blieb. Hierfür könne es keine sportlichen Gründe geben, so Hanning. „Wenn die gute Stimmung in der Kabine das maßgebliche Argument ist, dann muss man das akzeptieren. Ich teile es aber nicht. Es passt nicht zu dem, was propagiert wird.“

Für seinen Unmut habe es für Hanning viel Unterstützung aus der Handball-Szene gegeben. „Ich habe schon viele kritische Dinge gesagt, aber so viel persönlichen Zuspruch aus der ganzen Handballwelt – von Menschen, die etwas davon verstehen – habe ich in 30 Jahren noch nie erhalten.“

Mit Freihöfer habe der 57-Jährige bereits mehrfach zusammengesessen, seit ihnen die Entscheidung übermittelt wurde. „Es ist auch meine Aufgabe, das einzuordnen. Ich bin Geschäftsführer, war lange sein Trainer, bin auch sein Freund. Und natürlich redet man darüber.“

Während die Nichtberücksichtigung seines Schützlings Hanning umtreibt und ratlos zurücklässt, lobt er den weiteren DHB-Kader und blickt der EM erwartungsfroh entgegen. Von den Füchsen stehen Matthes Langhoff (Rückraum links) und Nils Lichtlein (Rückraum Mitte) im Aufgebot.

Handball-EM: Hohe Erwartungen an Juri Knorr

„Er erhält jetzt die verdiente Anerkennung für die Leistungen bei uns. Er ist bei uns der zentrale Abwehrspieler, weil er überall da spielen kann, wo er gebraucht wird. Vorne hat er sich auch bewiesen. Nun kommt er viel mehr zum Einsatz und zeigt, dass er auch ein kompletter Angriffsspieler ist“, sagt Hanning über Langhoff und ergänzt zu Lichtlein. „Er war immer wieder verletzt, aber hat es ansonsten sehr gut gemacht. Er macht das Spiel schnell und setzt unsere Topwerfer in Szene.“

Mit und neben Juri Knorr könne bei der deutschen Mannschaft für ein schnelles Spiel sorgen und auch auf der Problemposition im rechten Rückraum eingesetzt werde. Dort sind die Alternativen hinter Renars Uscins rar gesät. „Renars hatte keine überragende Saison, aber ich bleibe Fan von ihm und glaube, dass er auf den Punkt abliefern kann.“

Ein großes Lob richtet Hanning an Knorr: „Ich freue mich auf Juri, wenn er mal nicht aus der Bundesliga kommt und eine riesige Energie und Freude hat, für Deutschland zu spielen”, sagt er über den Spielmacher, der seit dieser Saison beim dänischen Topklub Aalborg spielt: „Da können wir ganz viel erwarten.“

Die EM findet vom 15. Januar bis 1. Februar in Dänemark, Norwegen und Schweden statt. Deutschland trifft in der Vorrunde auf Spanien, Österreich und Serbien. Die Spiele des deutschen Teams werden im dänischen Herning ausgetragen.