Im Sommer waren sie gefeierte Helden bei der deutschen U21-Weltmeisterschaft, nun steht ein Teil des „Handball-Monsters“ in der A-Nationalmannschaft seinen Mann: Justus Fischer, David Späth, Renars Uscins und Nils Lichtlein.
Handball-EM 2024: Vier Köpfe des "Monsters" liefern ab
Vier Köpfe des “Monsters“ liefern ab
Nachdem die deutsche U21 beim Vier-Länder-Turnier Anfang Januar 2023 Kantersiege gegen die europäische Elite gefeiert hatte, fragte sich ein isländischer Experte, was für ein „Handball-Monster“ Deutschland denn da erschaffe.
Und die deutsche Bestie bestätigte ihre Bezeichnung, lieferte dann bei der Junioren-WM im Sommer mit dem Titel ab. Ein vierköpfiger Teil macht nun den nächsten Schritt. Und: Weder die Junioren-Titelträger noch der 22 Jahre alte Martin Hanne, ebenfalls einer der Grünschnäbel bei der EM in Deutschland, stehen im Kader, weil sie jung sind.
Turnierdebütanten begeistern Gislason
„Sie sind da, weil sie sehr gut im Verein gespielt haben“, erklärte Trainer Alfred Gislason: „Es ist nicht, weil es gewollt ist, sondern das ist die Realität bei uns.“
Routinier Rune Dahmke betonte: „Sie sind bereit, wenn es drauf ankommt, uns wirklich zu helfen. Die sind nicht nur hier, um Erfahrung zu sammeln.“
Das bewies vor allem Fischer beim 27:14 gegen die Schweiz mit drei Treffern aus drei Würfen eindrucksvoll. Der Kreisläufer der TSV Hannover-Burgdorf machte rund um den Turnierstart vor allem durch seinen Vater Schlagzeilen: Papa Thorsten marschierte 2014 bei der Quizshow „Wer wird Millionär“ bis zur Millionenfrage durch - und beantwortete diese richtig.
„Das ist brutal, was die da abziehen“
Manchmal kommt Dahmke bei dem ganzen Jugendstil im deutschen EM-Lager aber nicht mehr mit.
„Manche Sachen verstehe ich nicht immer sofort, so ein paar Sprüche oder Memes aus dem Internet, da muss ich nachfragen, da müssen sie mich abholen“, sagte der Kiel-Star mit Blick auf die zahlreichen Youngster unter seinen Teamkollegen und lachte.
„David Späth und Justus Fischer zusammen, das ist brutal, was die da abziehen. Die können teilweise ganze Sketche aus dem Internet komplett zitieren in perfekter Absprache“, witzelte Dahmke.
Doch nicht nur das genannt Duo, alle fünf Turnierdebütanten mischen die DHB-Auswahl mächtig auf - und, das ist der schöne „Nebeneffekt“, sie sind auch sportlich bereits voll eingeschlagen. Beim spektakulären Auftakt gegen die Schweiz schnupperten fast alle EM-Debütanten erste Turnierluft - im weiteren Verlauf könnten Fischer, Späth, Uscins, Hanne und Lichtlein, der noch nicht zum Einsatz kam, zu den Assen in Gislasons Ärmel werden.
„Diesmal kam kein Bruch rein, wie in der EM-Vorbereitung gegen Portugal. Es war das erste Mal seit der WM im Vorjahr, dass wir konstant ein Spiel durchziehen“, sagte Gislason mit Blick auf seine zweite Reihe bei Dyn strahlend: „Das hilft mir extrem. Ich habe mehr Vertrauen und weiß, dass ich den einen oder anderen ohne Bedenken reinschmeißen kann.“
Späth: EM-Einsatz „unfassbare Ehre“
In der zweiten Vorrundenpartie gegen den krassen Außenseiter Nordmazedonien am Sonntag (20.30 Uhr im LIVETICKER) winkt dem Quintett, von dem einzig Lichtlein noch nicht zum Einsatz kam, neben dem vorzeitigen Hauptrundenticket neue Spielzeit.
„Es ist wichtig, dass alle im Turnier ankommen. Das Team gibt uns nicht das Gefühl, dass wir die jungen Spieler sind, sondern wir sind ein Teil des Teams und wir sind wichtig, wie jeder andere“, sagte Späth am Freitag in Berlin. „So ein Turnier ist lang, jeder wird seine Momente bekommen.“
Der Keeper der Rhein-Neckar Löwen ist „sehr dankbar“ für die ersten Minuten, weil dies „ganz besonders“ und eine „unfassbare Ehre“ sei.
Bei diesen Minuten dürfte es bei ihm und den anderen vier Youngstern nicht bleiben. Sie werden ihren frischen Wind auch weiterhin auf und neben dem Feld verbreiten.
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