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Handball-EM: "Da denke ich mir: Warum?" Rüffel für deutschen Angriff

Experte rüffelt deutschen Angriff

Beim deutschen EM-Auftakt wird deutlich, dass der Angriff noch Luft nach oben hat. ARD-Experte Dominik Klein kann vor allem das Verhalten in der Schlussphase nicht nachvollziehen.
Die deutsche Handball-Nationalmannschaft gewinnt ihren EM-Auftakt gegen Österreich erst souverän - und muss am Ende doch noch einmal kämpfen.
Beim deutschen EM-Auftakt wird deutlich, dass der Angriff noch Luft nach oben hat. ARD-Experte Dominik Klein kann vor allem das Verhalten in der Schlussphase nicht nachvollziehen.

Während sich die starke deutsche Defensive beim EM-Auftakt gegen Österreich (30:27) als Trumpf erwies, sorgte der teils stotternde Angriff der DHB-Auswahl für Kopfschütteln. Neben einzelnen Spielern und Bundestrainer Alfred Gislason übte auch ARD-Experte Dominik Klein Kritik.

„Gezittert habe ich nicht. Ich weiß, dass die deutsche Nationalmannschaft im vergangenen Jahr gelernt hat, auch in diesen Situationen ruhig zu bleiben und nicht hektisch zu werden“, sagte der Ex-Nationalspieler zur Schlussphase, in der Österreich nochmal auf zwei Treffer verkürzte, und schob hinterher: „Aber die deutsche Mannschaft bringt sich selbst in die Situation, dass es wieder eng wird. Man schenkt der österreichischen Mannschaft den Glauben zurück, weil sie wieder nahe rangekommen sind.“

Klein bemängelte: „Wir sehen leider im Angriff oft technische Fehler, wie bei den zwei Würfen auf ein freies Tor bei 7 gegen 6, als wir eine schnelle Mitte machen wollten. Das sind so technische Fehler, wo ich mir denke: Warum? Nehmt doch dieses Momentum auf, um zu sagen: ‚Ne, ich spiele jetzt noch einmal ruhig weiter.‘“

Handball-EM: Experte bemängelt deutsche Angriffsleistung

Auf Nachfrage, ob das Team von Bundestrainer Alfred Gislason im Angriff in einer solchen Situation weniger Risiko nehmen müsse, antwortete Klein: „Ja, warum? Wir haben doch diesen Lauf. Diese Wirkung, die aus so einem technischen Fehler entsteht, ist viel krasser, weil so die österreichische Mannschaft plötzlich wieder den Glauben bekommt.“

Der Weltmeister von 2007 führte aus: „Aus Fehlern zu lernen, wäre die bessere Variante gewesen. Die hochbegabten Spieler lernen übrigens aus den Fehlern von anderen – das hätte man auch machen können.“

Offensiv stimme Klein positiv, „dass auf alle Fälle noch Potenzial da“ sei und „mit Juri Knorr ein Mensch dabei ist, der die Übersicht hat“.

Überwiegend kritisch betrachtete auch Stefan Kretzschmar die deutsche Angriffsleistung. „Ich habe gedacht, wir können es im Angriff nicht lösen“, betonte der langjährige DHB-Spieler bei Dyn. Es sei „kein richtiger Faden und Flow im Angriff zu erkennen“ gewesen.

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