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Handball-EM: Um ihn zittert eine ganze Nation

Um ihn zittert eine ganze Nation

Elias Ellefsen á Skipagötu ist der Hoffnungsträger der Färöer bei der Handball-EM. Doch ausgerechnet vor dem Auftaktspiel gegen die Schweiz steht hinter dem Star des THW Kiel ein Fragezeichen.
Die wichtigsten Informationen zur anstehenden Handball-EM 2026
Elias Ellefsen á Skipagötu ist der Hoffnungsträger der Färöer bei der Handball-EM. Doch ausgerechnet vor dem Auftaktspiel gegen die Schweiz steht hinter dem Star des THW Kiel ein Fragezeichen.

Elias Ellefsen á Skipagötu ist mehr als nur ein herausragender Handballspieler – auf den Färöern ist er ein wahrer Held. Der kleine Inselstaat hat sich in den vergangenen Jahren auf der Bühne des Welthandballs angemeldet, wobei Skipagötu als Taktgeber stets eine zentrale Rolle einnimmt.

Bei der EM 2024 schrieb der 23 Jahre alte Rückraumspieler Geschichte, als er die Färöer mit dem entscheidenden Tor gegen Norwegen zum ersten Punktgewinn bei einem Großturnier führte. 2023 war Skipagötu bei der U21-WM, die für die Färöer im Viertelfinale endete, mit 55 Toren erfolgreichster Werfer des Turniers.

Nun soll es beim aktuellen Turnier in Dänemark, Schweden und Norwegen mit dem A-Team endlich den ersten EM‑Sieg geben. Doch kurz vor dem Auftaktspiel gegen die Schweiz am Freitagabend (20.30 Uhr) bangt die Inselgruppe um ihren wichtigsten Mann.

Handball-EM: Schulter bremst Schlüsselspieler aus

Skipagötu, der seit 2023 beim THW Kiel unter Vertrag steht, laboriert an einer Schulterverletzung, die er sich kurz vor Weihnachten im Bundesliga-Spiel gegen Hannover-Burgdorf zugezogen hatte.

Seitdem hat der Spielmacher keine Partie mehr bestritten. Auch in den beiden Vorbereitungsspielen gegen Italien konnte der Mittelmann nicht mitwirken.

Es bleibt ein Wettlauf gegen die Zeit. Nationaltrainer Peter Bredsdorff-Larsen verbreitete vor Turnierbeginn die Botschaft: Lieber einen Skipagötu als Joker als gar keinen Skipagötu.

Nur als Joker für die Färöer im Einsatz?

„Im besten Fall wird Elias in einem der drei Spiele in Oslo als Joker eingesetzt“, stellte der Coach auf einer Pressekonferenz klar. Belastungssteuerung statt Comeback um jeden Preis - so lautet die Devise.

Für die Färöer wäre ein Ausfall ein herber Einschnitt. Skipagötu ist nicht nur der Star, sondern das Gesicht einer neuen Identität: Die Färöer sind nicht mehr nur ein hoffnungsloser Außenseiter, sondern ein Team, das Gegner stresst, überrascht und in engen Spielen eiskalt bleiben kann.

Sollte Skipagötu ausfallen oder nur begrenzt helfen können, müssen seine Teamkollegen Verantwortung übernehmen. „Wenn einer nicht zur Verfügung steht, müssen andere in die Bresche springen“, betonte Bredsdorff-Larsen.

Starker Zusammenhalt und familiäre Verbindungen

Spieler wie Oli Mittún zeigen längst, dass sie dieses Niveau mitgehen können, den Leader-Status von Skipagötu haben sie aber bislang nicht.

Kurios: Neben Oli Mittún spielt auch dessen Bruder Pauli in der Nationalmannschaft, ebenso das Brüderpaar Elias und Rói Ellefsen á Skipagötu – und beide Familien sind sogar miteinander verwandt.

Dieses enge Netzwerk spiegelt wider, was die Färöer auszeichnet: Sie spielen als Familie, als Gemeinschaft, als Team, das sich aus dem Kollektiv trägt. Und manchmal reicht genau das, um das Unmögliche möglich zu machen.

Es gibt auch Hoffnung für den Inselstaat

„Skippy“ wie Mitspieler, Freunde und Fans Elias Ellefsen á Skipagötu nennen, betonte zuletzt, dass er unbedingt den ersten Sieg mit den Färöern bei einer Handball-EM einfahren möchte. „Diese Partie will ich auf jeden Fall gewinnen“, zitierte ihn der Schleswig-Holsteinische Zeitungsverlag.

Ob er dabei von Beginn an helfen kann, ist offen. Doch es gibt auch Hoffnung: Wie das färöische Medium Portal.fo am Freitagmorgen unter Berufung auf Co-Trainer Hjalti Mohr Jacobsen berichtete, scheint sogar ein Einsatz von Beginn an gegen die Schweiz möglich – sofern die Schulter beim Aufwärmen keine Probleme bereitet.

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