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EM-Coach empört Experten

EM-Coach empört Experten

Nach dem unvermuteten Debakel gegen Island prasselt auf den Trainer der schwedischen Handballer mächtig Kritik ein. Auch THW-Idol Magnus Wislander schaltet sich in die Diskussion ein.
In der Hauptrunde der Handball-EM trifft Deutschland auf den Turnierfavoriten Dänemark. Auch für die Dänen ist dieses Aufeinandertreffen etwas Besonderes.
Nach dem unvermuteten Debakel gegen Island prasselt auf den Trainer der schwedischen Handballer mächtig Kritik ein. Auch THW-Idol Magnus Wislander schaltet sich in die Diskussion ein.

Die schwedische Handball-Nationalmannschaft kassierte bei der EM am Sonntag eine überraschende Demontage. Gegen die unter Druck stehenden Isländer setzte es eine 27:35-Pleite. In der Hauptrundengruppe II war Schweden zuvor noch ohne Punktverlust.

Nicht nur die Presse zeigte sich ob der Leistung entsetzt - so titelte beispielsweise die Zeitung Expressen, Schweden habe einen „völligen Zusammenbruch“ erlitten. Auch die Handball-Experten des Landes brachten ihren Unmut zum Ausdruck

Was für besonderen Ärger sorgte: Die mangelnde Defensive. Nach 45 der zu spielenden 60 Minuten lag Schweden nur mit einem Tor in Rückstand, dann folgte der Zusammenbruch.

Schwedische Experten mit saftiger Kritik

Ein ums andere Tor schenkte Island den Schweden ein. Als Cheftrainer Michael Apelgren während einer der Auszeiten das Thema Abwehrarbeit nicht ansprach, zeigte TV-Experte Martin Frändesjö bei der Viaplay-Übertragung kein Verständnis.

„Ich denke, jetzt müssen einige Anweisungen für die Verteidigung gegeben werden. Denn im Moment hat Island vier oder fünf Angriffe in Folge gehabt. Mehr Fokus auf die Verteidigung, was sie tun sollten“, sagte der Ex-Profi.

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Und auch nach der Pleite wiederholte er seine Kritik: „Ich komme aus der alten Schule, als alle nur über Verteidigung sprachen. ‚Hört jetzt auf damit‘, haben die Leute wahrscheinlich vor dem Fernseher gesagt. Aber ich hätte mir gewünscht, dass während dieser Auszeiten mehr über Verteidigung gesprochen worden wäre. Natürlich sind Tore wichtig, aber unsere Torhüter sind auch wichtig, und wenn sie nicht die Hilfe bekommen, die sie brauchen, kommt es leicht zu so einem Ergebnis.“

Trainer Apelgren setzt sich zur Wehr

Cheftrainer Apelgren wurde nach der Partie auf die Kritik angesprochen und setzte sich entsprechend zur Wehr. So monierte er, Experte Frändesjö, der einst auch für die GWD Minden und die HSG Norhorn in Deutschland spielte, neige dazu, „sich mitreißen zu lassen.“

Und weiter: „Wir sprechen während jeder Auszeit über die Verteidigung. Ich weiß nicht, ob die Leute alles verstehen, was wir sagen, da wir für verschiedene Dinge, wenn wir über die Verteidigung sprechen, Spitznamen haben. Dann entscheiden wir auch außerhalb der Auszeiten über viele Dinge, die wir tun“, konstatierte er.

Frändesjö war übrigens nicht der einzige Experte, der Kritik äußerte. Der einst zum Welthandballer des Jahrhunderts gewählte Magnus Wislander schimpfte im schwedischen Radio ebenfalls.

„Es passiert nichts. Man ändert nichts am Spielplan. Man macht einfach weiter, boom, boom, boom, boom. Aber es passiert nichts, man hat Probleme. Dafür gibt es keine wirkliche Lösung, weder vorne noch hinten“, zeigte er sich ungehalten.