Irre Szene in der Schlussphase während der deutschen Niederlage bei der Handball-Europameisterschaft gegen Serbien! Beim Rückstand von 25:26 rund drei Minuten vor dem Ende hat sich Bundestrainer Alfred Gislason einen folgenschweren Fehler geleistet.
Handball-EM: Irre Szenen! Dieser Patzer tut Deutschland weh
Fataler Fehler mit Folgen
Die Deutschen taten sich sehr schwer, Tore zu erzielen. Zu jenem Zeitpunkt waren sie zudem noch in Unterzahl und spielten ohne Torwart. Aber es waren nur noch wenige Sekunden mit einem Spieler weniger zu überstehen.
Handball-EM: Sirene ertönt während Knorr-Treffer
Juri Knorr wurde nach einem Pass von Miro Schluroff am Kreis freigespielt, schloss ab und erzielte den Ausgleich - vermeintlich! Denn während des Wurfs ertönte die Timeout-Sirene des DHB-Teams.
Daraufhin waren zunächst alle verwirrt und wussten nicht, ob der Treffer zählt oder nicht. War der Ball im Tor, bevor die Sirene zu hören war, oder nicht?
Kommentator völlig fassungslos
Dyn-Kommentator Florian Schmidt-Sommerfeld konnte es nicht glauben: „Das darf nicht wahr sein! Gislason nimmt das Timeout und das Tor weg. Ist das unglücklich! Das kann nicht wahr sein. Das ist nicht dein Ernst. Das ist ja krank. Das ist ein schlechter Scherz.“
Auch in der ARD herrschte Fassungslosigkeit: „Owei - in dem Moment drückt Alfred Gislason auf den Buzzer“, meinte Kommentator Florian Naß und Experte Dominik Klein fragte entgeistert: „Was macht denn der Bundestrainer daaa? Hat er den Ball nicht gesehen?“
Klein betete während VAR-Check
Die Schiedsrichter sahen sich die Szene daraufhin detailliert an. Während die VAR-Bilder über den Bildschirm liefen, fieberte Klein live mit. „Komm noch nicht, komm noch nicht, du rotes Licht“, betete er regelrecht, während auf den Bildschirmen die Szene vor und zurück lief, der Ball verschwommen in der Nähe der Torlinie erschien.
Zwischendurch jubelte Klein schon „Der Ball ist driiiin“, aber Naß korrigiert ihn: „Er muss komplett drin sein.“ Dyn-Experte Stefan Kretzschmar sagte beim Blick auf die VAR-Bilder: „Wie willst du das bewerten? Er ist drin, er ist nicht drin.“
Klein bangte parallel weiter: „Boah ist das knapp! Das ist nur noch der Schatten. Ist Tor! Ist natürlich Tor! Ist auch ein bisschen Wunsch mit dabei, ich gebe es zu. Aber vielleicht können wir ja was beeinflussen.“
Doch alles Hoffen und Bangen brachte nichts: Am Ende zeigten die Kameraaufnahmen, dass der Ball genau auf der Torlinie war, als Gislason auf den Timeoutknopf drückte. Die finale Entscheidung der Schiedsrichter: kein Treffer!
Gislason rechtfertigt sich
Nach dem Spiel nahm Gislason in der ARD die Schuld auf sich: „Ich schaue auf die Uhr, die herunterläuft, die zählt runter. Ich wollte dann das Timeout nehmen, wenn wir grade wieder vollzählig sind. Juri hat dann das Tor gemacht und leider habe ich dann einen Bruchteil der Sekunde zu früh gedrückt. Das nehme ich natürlich auf meine Kappe.“
Auch in der Mixed Zone sparte er nicht mit Selbstkritik: „Das ist natürlich fatal aus meiner Sicht und geht natürlich völlig auf mich“, sagte der Isländer: „Ich habe das nicht so gesehen, dass Juri durch geht … Ich hatte eher Angst … Ich habe gezockt, das wäre schlauer, eine Timeout zu nehmen als den voll durchgehen zu lassen. Aber er hat halt ein Tor gemacht. Also geht das komplett auf meine Kappe.“
Klein rätselte im Studio noch: „Ich weiß auch nicht, ob das zeitversetzt war, ob er das oben gesehen hat. Ob er genau das Bild gesehen hat, was wir jetzt gesehen haben. Aber man hat auch Andi Wolff von hinten noch gesehen, der ja als Torwart dabei war, der ihn fast weggezogen hat nach dem Motto: ‚Hey, nee nee nee, da ist der Ball noch am freien Spieler.‘ Und tatsächlich war auf den Wiederholungen der Szene zu sehen, wie Gislason noch am linken Ärmel gezogen wurde, während er den Buzzer drückte.
„Die Auszeit zum unglücklichsten Zeitpunkt. Das ist ja fast eine Jahrhundertszene“, bilanzierte ARD-Moderator Alex Schlüter.
Nach dem Timeout wurde es noch bitterer für Gislason und das deutsche Team, denn beim folgenden Angriff leistete sich Julian Köster ein Angriffsfoul und die Serben bekamen den Ball. Letztlich schlugen sie Deutschland mit 30:27.