Österreichs Nationalkeeper Constantin Möstl kann sich Florian Kehrmann eines Tages als Bundestrainer und möglichen Nachfolger für Alfred Gislason vorstellen.
Handball-EM: Neuer Bundestrainer? "Es ist logisch, dass er auf der Liste steht"
Gislason-Erbe? Österreicher scherzt
„Da will ich nicht Öl ins Feuer gießen. Ich hoffe, dass ich noch lange unter ihm spielen darf“, scherzte der Torhüter, der beim TBV Lemgo Lippe unter Kehrmann spielt, im Interview mit SPORT1. Doch es sei logisch, „dass er auf der Liste steht, sollte die Position irgendwann mal freiwerden“.
Deutschland: Beerbt Kehrmann Gislason?
Gislasons Arbeitspapier als Handball-Bundestrainer läuft nach der Heim-Weltmeisterschaft 2027 aus. Eine Jobgarantie für die Zeit danach wollte DHB-Präsident Andreas Michelmann dem Isländer zuletzt jedoch nicht aussprechen. Kehrmann wiederum hatte bereits verraten, dass er sich einen solchen Job in Zukunft vorstellen könne.
„Das ist ein großer Traum, diese Aufgabe mal zu machen“, sagte Kehrmann im vergangenen Jahr der Sport Bild: „Aber da geht es nicht nur um die deutsche Mannschaft, sondern allgemein um Nationalmannschaften. Die Bundesliga macht mir sehr viel Spaß. Es ist aber auch ein großer Reiz, mal eine andere Mannschaft zu trainieren. Auch mal international bei Großturnieren zu spielen. Das ist ein Traum, den ich mir gut vorstellen kann.“
Kehrmann? „Er ist ein Weltklasse-Trainer“
Kehrmann, der für die deutsche Nationalmannschaft einst 223 Länderspiele (820 Tore) bestritt und Europa- sowie Weltmeister wurde, ist noch bis zum Sommer an die Ostwestfalen vertraglich gebunden.
Möstl würde ihm den Posten als Bundestrainer „zu 100 Prozent zutrauen“ und fügte witzelnd hinzu: „Vielleicht können wir ihn in zehn Jahren ja auch für Österreich abwerben. Er ist ein Weltklasse-Trainer, der hoffentlich noch lange in Lemgo bleibt.“
Österreich-Star schwärmt von Kehrmanns „besonderer Gabe“
Was Kehrmann auszeichnet? „Eine seiner größten Stärken ist es, dass er Teams extrem gut zusammenstellen kann - Persönlichkeiten erkennt und sie gut in eine Mannschaft einbindet. Deshalb kommen auch immer wieder in Lemgo so No-Names wie ich. Da ist er womöglich mehr von der Persönlichkeit als vom Spielerischen überzeugt. Aber die Mannschaft funktioniert und jeder wächst über sich hinaus“, meint Möstl: „Er kann Stimmungen gut einfangen. Das ist eine besondere Gabe, die man nicht erlernen kann.“
Möstl und die österreichische Nationalmannschaft starten am Donnerstagabend (20.30 Uhr im SPORT1-Liveticker) in die Europameisterschaft. Auftaktgegner ist ausgerechnet Deutschland. In der kniffligen Vorrundengruppe A warten im weiteren Verlauf dann noch die Duelle mit Spanien und Serbien.