Erst platzte der Traum vom EM-Märchen, dann herrschte Unverständnis über die Entscheidungen der Schiedsrichter: Nach der bitteren 28:31-Niederlage der aufopferungsvoll kämpfenden Isländer im Halbfinale gegen Dänemark hat Superstar Gisli Kristjansson die Unparteiischen ins Visier genommen.
Handball-EM: Nach der Pleite herrscht Unverständnis über die Schiris
Schiri-Ärger bei Island-Star
„Ich will nicht zu viel über die Schiris meckern, aber ich fand, dass die Entscheidungen in den kritischen Phasen auf Dänemarks Seite waren“, sagte der zweimalige Champions-League-Sieger und Final-Four-MVP des SC Magdeburg in der Mixed Zone.
Über 45 Minuten lieferte Island dem Topfavoriten auf den Titel ein Spiel auf Augenhöhe und führte zumeist, ehe das Team um Mathias Gidsel und Simon Pytlick ein 18:19 in ein 23:20 verwandelte und der Sieg nicht mehr in Gefahr geriet.
Handball-EM: Isländer hadern mit den Schiedsrichtern
Insbesondere eine Sache stieß Kristjansson in dieser Phase sauer auf. „Es gab viele Momente, in denen die Schiedsrichter extrem früh abgepfiffen haben. Warum, weiß ich gar nicht. Manchmal waren wir einfach durch und waren auch nicht im Kreis. Trotzdem stoppten sie das Spiel.“
Torhüter Viktor Gisli Hallgrimsson pflichtete seinem Teamkollegen bei. „Wir haben nie aufgegeben, aber wir haben einige seltsame Entscheidungen von den Schiedsrichtern bekommen, die sich für uns als schwierig erwiesen haben. Es scheint, als wären sie keine Fans von uns“, wurde der Schlussmann des FC Barcelona vom Portal mbl.is zitiert.
Hallgrimsson schob hinterher: „Wir durften unsere Angriffe nicht zu Ende spielen, das war sehr seltsam.“
In der Tat stellte Island die dänische Verteidigung lange vor große Herausforderungen. Als die Partie kippte, blieben die Isländer jedoch über sechs Minuten ohne Treffer.
Island-Star übt Selbstkritik: „Es tut weh“
Neben einigen strittigen Schiedsrichterentscheidungen suchte Kristjansson allerdings die Schuld auch beim eigenen Team: „Es tut weh, wenn wir vier Siebenmeter verwerfen gegen eine Mannschaft wie Dänemark. Ein solches Team bestraft das“, sagte der HBL-Star, der blass blieb (zwei Tore).
Insgesamt landeten nur sieben der insgesamt elf Strafwürfe im gegnerischen Tor. So vergab unter anderem der zuvor sichere Orri Thorkelsson einen Versuch beim Stand von 19:19 (insgesamt traf er sechs von acht Siebenmetern). Auch Dänemark, das nun am Sonntag im Finale (ab 18 Uhr im LIVETICKER) auf Deutschland trifft, ließ allerdings drei der acht Chancen ungenutzt.
Für Kristjansson und Island gehe es nun darum, „wieder aufzustehen und uns stark gegen Kroatien zu präsentieren“ – besser als bei der 26:32-Niederlage in der Hauptrunde vor einer Woche.