Für die montenegrinische Handball-Nationalmannschaft ist der Traum vom Einzug in die EM-Hauptrunde bereits vorzeitig beendet. Nach dem historischen 37:24 am Sonntagabend gegen die Färöer fielen deutliche Worte im Lager des Verlierers.
Handball-EM: Vernichtendes Urteil nach "absolutem Debakel"
„Ein absolutes Debakel“
Milos Vujovic vom VfL Gummersbach nahm kein Blatt vor den Mund: „Das war das schlechteste Spiel, was ich je miterlebt habe“, betonte der 32-Jährige kurz nach dem Schlusspfiff am EHF-Mikrofon.
Eine genaue Erklärung für die sehr deutliche Niederlage hatte Vujovic aber nicht: „Ich weiß nicht, was passiert ist. Wir sind sehr schlecht gestartet. Im Spiel haben wir auch keine Ideen gehabt und konnten die Kontrolle nicht übernehmen.“
Handball-EM: Montenegro kann „nicht mithalten“
Der ehemalige Bundesliga-Spieler Branko Vujovic bemängelte die fehlende Konstanz des montenegrinischen Teams, das zum Auftakt denkbar knapp mit 40:41 gegen Slowenien verloren hatte.
„Wir haben einmal mehr gezeigt, dass wir mit den großen europäischen Mannschaften nicht mithalten können. Uns fehlt die Konstanz. Gegen Slowenien haben wir sehr gut gespielt, heute Abend haben wir eine andere Seite von uns gezeigt“, wurde der Rückraumspieler von der Tageszeitung Vijesti zitiert: „Wir müssen aus unseren Fehlern lernen.“
Montenegro hatte bis zum Spielstand von 5:6 mit den Färöern mithalten können, dann begann der Einbruch und es stand wenig später 6:11. In der Folge baute das Team des Inselstaats seine Führung sukzessive aus und fuhr am Ende verdient seinen ersten Sieg bei einer EM ein.
„Ein absolutes Debakel“
Die montenegrinische Presse fiel ebenfalls ein hartes Urteil zum Auftritt der eigenen Nationalmannschaft: „Die Färöer erteilten den ‚Löwen‘ eine Lektion. Nach der ersten Halbzeit war klar, dass Didier Dinars Team nicht gewinnen würde“, schrieb Vijesti.
Und weiter: „Eine herbe Niederlage für Montenegro, ein absolutes Debakel. Die Färöer waren den ‚Löwen’ heute Abend haushoch überlegen.“
Die nationale Zeitung Dan titelte: „‚Löwen‘ zu langsam für die ‚fliegenden‘ Färöer.“ Zudem hieß es: „Dieses Spiel war zum Vergessen. Es legte alle Schwächen offen. Die Färöer sind ihnen momentan eine Klasse voraus und feierten heute Abend ihren ersten Sieg bei einem großen Turnier.“
Zum Abschluss der Vorrunde trifft die montenegrinische Nationalmannschaft am Dienstag noch auf die Schweiz, ein Weiterkommen ist aber seit Sonntagabend nicht mehr möglich.