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Pikante Austria-Aussage: So reagieren Wolffs Kollegen

Pikante Austria-Aussage: Die Reaktionen

Andreas Wolffs „Anti-Handball“-Aussagen über Deutschlands EM-Auftaktgegner Österreich hallen weiter nach. Die Reaktionen fallen gemischt aus.
Nationaltorhüter Andreas Wolff übt in einer Medienrunde heftige Kritik an der Taktik der österreichischen Handball-Nationalmannschaft.
Andreas Wolffs „Anti-Handball“-Aussagen über Deutschlands EM-Auftaktgegner Österreich hallen weiter nach. Die Reaktionen fallen gemischt aus.

Die „Anti-Handball“-Aussagen von Andreas Wolff über Auftaktgegner Österreich haben unmittelbar vor dem EM-Start für viel Wirbel im Lager von Deutschlands Handballern gesorgt. Wolffs Teamkollegen reagierten gemischt auf die markigen Worte ihres Torhüters.

„Ich fand ihn ziemlich offensiv“, sagte Spielmacher Juri Knorr bei einer Medienrunde am Mittwoch in Silkeborg. „Es spiegelt einfach auch nicht das wider, was die Österreicher in den letzten Jahren gemacht haben und wie sie sich entwickelt haben.“

Handball-EM: Knorr warnt vor Österreichs Teamgeist und individueller Klasse

Er glaube, Wolff habe „eigentlich ausdrücken“ wollen, dass er vor dem EM-Start am Donnerstag (20.30 Uhr/ARD) in Herning großen Respekt vor Österreichs Entwicklung habe. Dessen Kritik sei womöglich auch als Weckruf an die eigene Mannschaft gemeint gewesen.

„Österreich verfügt in erster Linie über großen Teamgeist. Das haben wir in jedem Spiel erlebt. Sie haben auch hohe individuelle Qualität auf vielen Positionen. Das wird kein leichtes Spiel“, sagte Knorr.

Schluroff sieht Sticheleien als willkommene Motivation

Turnierdebütant Miro Schluroff nahm Wolffs Worte gelassener. „Ich finde das, muss ich ehrlicherweise gestehen, ganz amüsant, ganz gut eigentlich“, sagte der Gummersbacher.

Zwar müsse jeder selbst entscheiden, wie weit er gehe - „aber ein paar Sticheleien gehören dazu und feuern das alles noch ein bisschen an“.

Im Flur des Teamhotels, wo sowohl das deutsche als auch das österreichische Team untergebracht ist, sei er dem einen oder anderen Österreicher zwar begegnet, „aber ich habe keinen Streit mitbekommen. Es wird aber sicher für Motivation im österreichischen Team gesorgt haben.“

Kohlbacher zeigt Verständnis für Wolffs Unmut

Kreisläufer Kohlbacher, langjähriger Zimmernachbar von Wolff, äußerte Verständnis.

„Wir kennen Andi ja schon seit Jahren. Er bezieht sich gern auf das, was er vor sich sieht. Er hat gern schnell den Ball, eine schnelle Parade. Österreich verschleppt das Tempo ein bisschen, nehmen keinen überhasteten Abschluss. Ich glaube, das nervt ihn hinten im Tor“, sagte der Kreisläufer.

Gislason warnt vor Österreichs Langzeitangriffen

Alfred Gislason mochte sich an den verbalen Scharmützeln nicht beteiligen, der Bundestrainer wollte die Aussagen der Spieler „nicht kommentieren. Was Andi sicher gemeint hat, ist der Spielstil der Österreicher, sie spielen ihren Stiefel runter.“

Das deutsche Nachbarland ist bekannt für seine langen Angriffe und das Sieben-gegen-Sechs.

Wolffs „Anti-Handball“-Kritik entfacht Bilyks Trotz

Wolff hatte vor der Abreise nach Dänemark unter anderem gesagt, Österreich spiele „absoluten Anti-Handball. Das möchte eigentlich keiner sehen. Es ist sehr unattraktiv“.

Er erwarte „keinen Handball-Leckerbissen“. Die Replik auf die Verbalattacke folgte durch seinen THW-Kiel-Kollegen Nikola Bilyk in der Kronenzeitung prompt: „Uns spornt das nur noch mehr an.“