Handball-Bundesliga>

Handball-Zoff! Klub stellt Daseinsberechtigung des VAR in Frage

Zoff! Klub stellt VAR in Frage

In der HBL sorgt eine VAR-Entscheidung im Spiel zwischen den Füchsen Berlin und dem TSG Hannover-Burgdorf für Zoff. Nun finden die Verantwortlichen der RECKEN deutliche Worte.
Nächste Auszeichnung für die deutschen U21-Handballer nach dem WM-Titel. Gleich drei Spielern wird eine besondere Ehre zuteil.
In der HBL sorgt eine VAR-Entscheidung im Spiel zwischen den Füchsen Berlin und dem TSG Hannover-Burgdorf für Zoff. Nun finden die Verantwortlichen der RECKEN deutliche Worte.

Am vergangenen Wochenende sorgte die Partie zwischen den Füchsen Berlin und dem TSV Hannover-Burgdorf in der Handball-Bundesliga für Aufsehen. Genauer gesagt eine VAR-Entscheidung wenige Augenblicke vor Spielende.

Diese hat nun dazu geführt, dass sich die Verantwortlichen der RECKEN in einem öffentlichen Statement mehr als nur kritisch über den Videobeweis geäußert haben.

Wenn du hier klickst, siehst du Instagram-Inhalte und willigst ein, dass deine Daten zu den in der Datenschutzerklärung von Instagram dargestellten Zwecken verarbeitet werden. SPORT1 hat keinen Einfluss auf diese Datenverarbeitung. Du hast auch die Möglichkeit alle Social Widgets zu aktivieren. Hinweise zum Widerruf findest du hier.
IMMER AKZEPTIEREN
EINMAL AKZEPTIEREN

„Ich glaube, wenn alle Mitwirkenden ehrlich zu sich selbst sind, hat die Häufigkeit der Hinzuziehung dieser nur in Ausnahmesituationen heranzuziehenden Technik, sowie die damit ausgelösten Diskussionen über die dann getroffenen Entscheidungen bisher wohl auch die kühnsten Unkenrufe der Skeptiker übertroffen“, heißt es in der Stellungnahme.

Und weiter: „Klar sind wir nach wie vor in einer sehr frühen Phase mit einer dann wohl doch weitreichenderen und technisch wie inhaltlich anspruchsvolleren Regeländerung als vermutet, die sich noch einspielen muss. Dennoch sollten uns schon andere Sportarten gelehrt haben, dass der Gesprächsstoff im Kern doch sportlich bleiben sollte - und nicht von unserem eigentlichen Produkt ablenken soll.“

VAR steht in der Kritik

So werde der Videobeweis zwar „allein schon ob der weitergehenden Implementierung im Regelwerk auf internationaler Ebene, sowie dem technologiegetriebenen Zeitgeschehen sicher aktuell bleiben“.

Dennoch meint Geschäftsführer Eike Korsen, der VAR sollte „gerade in der Einführungsphase einem sinn- und zweckbezogenen, kritischen Dialog zur Anwendung“ unterzogen werden.

Doch was war überhaupt passiert?

Sechs Sekunden vor Ende der Partie sah Hannovers Branko Vujovic nach einem Videobeweis die Rote Karte und Hans Lindberg nutzte den fälligen Siebenmeter zum Sieg. Füchse-Spieler Fabian Wiede spielte einen Ball zurück in Richtung von Teamkollege Mathias Gidsel, doch Vujovic hatte aufgepasst und spritzte dazwischen. In diesem Moment ertönte jedoch ein Pfiff, da Wiede zuvor gefoult worden war.

Kein Verständnis bei Prokop

Aus vollem Lauf machte Vujovic noch fünf Schritte, ehe er den Ball auf den Boden fallen ließ. Dabei traf er seinen Oberschenkel und der Ball flog noch ein wenig weiter weg. Seit dem Pfiff des Schiedsrichters waren noch einmal zwei, drei Sekunden von der Uhr gegangen.

Die Schiedsrichter zogen den Videobeweise zurate, denn im Regelwerk steht, dass bei einer Spielverzögerung in den letzten 30 Sekunden der gegnerischen Mannschaft ein Siebenmeterwurf zuzusprechen ist.

Hannover-Trainer Christian Prokop war dennoch sauer: „Eigentlich bin ich für den Videobeweis, aber wenn er dafür benutzt wird und so das Spiel entschieden wird, ist das nicht gut für unsere Sportart.“

Prokop hatte wenig Verständnis für die Entscheidung: „Er hat den Ball rausgespielt und wollte einfach nur zum Konter laufen, ob er da jetzt den Ball eineinhalb Meter mitnimmt oder nicht - das ist eine schwache Schiri-Entscheidung.“

Es ist nicht das erste Mal, dass der Videobeweis in der Handball-Bundesliga für Ärger sorgt. Bereits vor rund zwei Wochen wurde eine VAR-Entscheidung heftig diskutiert - beteiligt waren damals ebenfalls die Berliner Füchse.