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Eine unwahrscheinliche Erfolgsstory: Der spektakuläre Aufstieg eines Ex-Frankfurters

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Eine unwahrscheinliche Erfolgsstory: Der spektakuläre Aufstieg eines Ex-Frankfurters

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Eine unwahrscheinliche Erfolgsstory

Bei Eintracht Frankfurt kommt Keeper Diant Ramaj einst nicht an Kevin Trapp vorbei, bei Ajax Amsterdam legt er inzwischen eine bemerkenswerte Karriere hin.
Angesprochene auf eine mögliche Beteiligung von Kevin Trapp an den Gegentoren von Eintracht Frankfurt, stellt sich SGE-Coach Dino Toppmöller vor seinen Keeper.
Franziska Wendler
Franziska Wendler
Bei Eintracht Frankfurt kommt Keeper Diant Ramaj einst nicht an Kevin Trapp vorbei, bei Ajax Amsterdam legt er inzwischen eine bemerkenswerte Karriere hin.

Dieser Transfer sorgte seinerzeit für so manchen überraschten Beobachter. Im Sommer 2023 wechselte Torhüter Diant Ramaj von Eintracht Frankfurt zu Ajax Amsterdam – und das für satte fünf Millionen Euro. Ein vergleichsweise hoher Betrag für einen Ersatzkeeper, der in seinen zwei Jahren bei der SGE lediglich zweimal in der Bundesliga auf dem Feld stand.

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Der einstige Backup von Kevin Trapp wurde dank seiner Ablösesumme zum siebtteuersten Torhüter, der jemals die höchste deutsche Spielklasse verlassen hat. Was damals als durchaus ungewöhnlicher Transfer abgestempelt wurde, könnte sich für die Eintracht aber im Nachhinein noch auszahlen: Weiterverkaufsbeteiligung und Boni sei Dank!

Bei der Eintracht kam er an Kevin Trapp nicht vorbei
Bei der Eintracht kam er an Kevin Trapp nicht vorbei

Bis zu vier Millionen Euro an Bonuszahlungen könnten es noch auf die Konten der Frankfurter schaffen, dazu handelte Sportvorstand Markus Krösche mit dem damaligen Ajax-Sportdirektor Sven Mislitat eine Weiterverkaufsbeteiligung in Höhe von 15 Prozent heraus.

Stammkeeper bei Ajax Amsterdam

Wie aber kommt es, dass der einstige Ersatztorhüter für sein Ex-Team noch zum Geldsegen werden kann?

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Nach seinem Wechsel in die Eredivisie schien es für Ramaj so weiterzugehen, wie es in der Bundesliga aufgehört hatte - auf der Ersatzbank. Doch die Vorzeichen sollten sich schnell ändern. Erst zog sich Stamkeeper Gerónimo Rulli zu Saisonbeginn eine Schulterverletzung zu, die ihn bis November außer Gefecht setzte, dann verletzte sich auch noch dessen Vertreter Jay Gorter.

Die Zeit des 22-Jährigen war gekommen. Ramaj bekam die Chance, sich im Kasten des Traditionsklubs auszuzeichnen - und er wusste die Gelegenheit bravourös zu nutzen. Der gebürtige Stuttgarter brillierte mit seiner guten Technik, Dynamik und im Eins-gegen-Eins. Dazu strahlte er Ruhe und Selbstvertrauen aus.

Geldsegen für Eintracht Frankfurt?

So dauerte es nicht lange, ehe er gleich zwei Rekorde brach. Im November spielte er in der Partie gegen Volendam nur einen Fehlpass. Eine Passquote von 97,1 Prozent bei mehr als 30 gespielten Pässen gab es in der niederländischen Liga zuvor noch nie. Doch damit nicht genug: Im Spiel gegen die Go Ahead Eagles Mitte Januar wehrte er zehn Torschüsse ab - Bestwert aller bisherigen Ajax-Keeper!

Auch vor zehn Tagen konnte der Youngster wieder glänzen. Mit starken Paraden sicherte er seinem Team gegen FK Bodö/Glimt das Weiterkommen in der Conference League. Für Ajax Amsterdam läuft es in der aktuellen Saison nicht wie gewünscht, steht in der Liga aktuell doch nur Platz fünf zu Buche. Für den jungen deutschen Keeper läuft es derweil aber bestens.

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Zwar ist Stammkeeper Rulli inzwischen wieder fit, an seinem einstigen Backup, der inzwischen bereits 26 Pflichtspiele absolviert hat, kommt er dennoch nicht vorbei.

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Diant Ramaj ist die Überraschung der Saison, die wenig überraschend bereits das Interesse anderer Klubs auf sich zieht. So kursiert aktuell in England das Gerücht, der FC Arsenal denke über eine Verpflichtung nach. Im Angesicht der von englischen Klubs gezahlten Preise könnte sich ein solcher Wechsel auch für die Eintracht lukrativ gestalten.

Übrigens: Für den 22-Jährigen selbst gibt es aktuell noch ein ganz anderes Thema, welches ihm auf der Seele brennt. Stichwort: Nationalmannschaft. Für drei Länder könnte er spielen, entschieden hat er sich aber noch nicht. Dank der Herkunft seiner Eltern kämen Albanien und der Kosovo in Frage. Beide Verbände kamen bereits auf den Sportler zu.

Ajax-Keeper spielte in der Jugend für den DFB

In Frage kommt für den in Stuttgart geborenen Keeper auch die DFB-Auswahl. „Ich muss eine Entscheidung treffen, aber ich möchte es nicht zu schnell tun“, erklärte er dazu bereits der niederländischen Zeitung Algemeen Dagblad. Demnach habe er den an ihm interessierten Verbänden erklärt, „dass ich Zeit brauche, auch weil ich auf Deutschland hoffe und warte“.

In seiner Jugend spielte Ramaj für den DFB - in der U18, U19 und U20. Seitdem ist nichts mehr passiert. Dass mit Manuel Neuer, Marc-André ter Stegen und Kevin Trapp ausschließlich Torhüter in die Nationalmannschaft berufen werden, die bereits älter als 30 Jahre sind, sieht Ramaj kritisch.

So wünscht er sich, dass man beim DFB dem Vorbild anderer Länder folgt und junge Keeper nominiert, so wie es die Niederlande mit Bart Verbruggen (21 Jahre, spielt bei Brighton & Hove Albion) tun. So fände er es gut, „wenn Deutschland auch Nachwuchs berufen und der Welt zeigen würde, dass eine neue Generation kommt“.

Ramaj will für Deutschland spielen

Die Entscheidung für eine Nationalmannschaft fällt dem Ex-Frankfurter dennoch schwer. „Mein Herz schlägt für beide Seiten: Ich sehe Albanien und den Kosovo als meine Heimat, bin aber in Deutschland geboren und aufgewachsen.“

Dass ihm ein Trikot in Schwarz, Rot und Gold am liebsten wäre, das gibt der Youngster unumwunden zu. So erklärte er, dass er für den Fall, sollte er sich für eines der Heimatländer seiner Eltern entscheiden, auf „keinen Fall später herausfinden möchte, dass man auch ein Torwart für Deutschland hätte sein können“. Zugleich ist dem Ajax-Schlussmann aber auch klar: „Vielleicht warte ich vergebens.“

Bis Ramaj in dieser Angelegenheit zu einer Entscheidung kommt, gilt es für ihn, sich weiter beim niederländischen Topklub mit exzellenten Leistungen unverzichtbar zu machen. Vielleicht ruft dann ja auch irgendwann der Bundestrainer an.