Im Halbfinale der spanischen Supercopa zwischen Real Madrid und Atlético Madrid ist es in der Schlussphase zu einem hitzigen Wortgefecht zwischen Vinícius Júnior und Atlético-Trainer Diego Simeone gekommen. Passiert ist es bei der Auswechslung des Brasilianers in der 81. Minute.
Auch Rüdiger mittendrin: Ärger zwischen Vinicuis und Simeone
Mega-Zoff: War Vinícius der Auslöser?
Als Vinícius den Platz in Richtung Ersatzbank verließ, richtete Simeone provokante Worte an den Real-Star. Über nahestehende Mikrofone war der Atlético-Coach deutlich zu hören: „Vini, Vini … Florentino wird dich rauswerfen. Denk daran, dass ich es dir gesagt habe!“ Gemeint war Real-Präsident Florentino Pérez.
Die Aussage fiel wohl vor dem Hintergrund anhaltender Spekulationen um die sportliche Zukunft von Vinícius. Das aktuelle Arbeitspapier des 25-Jährigen läuft 2027 aus. Zuletzt gab es Berichte, wonach Real Madrid bei ausbleibender Vertragsverlängerung zu einem Verkauf bereit sein könnte.
Rüdiger führt Vinícius ab
Vinícius wiederum reagierte empört auf Simeones Einlassung und forderte die Schiedsrichter auf, den Atlético-Trainer zu sanktionieren.
Dieser machte den Real-Star während der Partie auch immer wieder auf die Pfiffe der Fans aufmerksam. Pikant: Am Tag nach der Partie berichtet die Marca, dass Vinícius selbst der Auslöser der Streitigkeiten war.
Nach einem möglichen Handspiel von Antonio Rüdiger soll Vinícius zur Atlético-Bank gerufen haben: „Keine Sorge, jetzt kriegt ihr einen Elfmeter“. Simeone forderte den Real-Star dann dazu auf, sein Team in Ruhe zu lassen. Weil „Vini“ dies aber nicht tat, holte der Argentinier zum Gegenschlag aus.
In der Folge kam es dann zu einer Auseinandersetzung zwischen Mitgliedern beider Trainerstäbe. Schließlich griffen Xabi Alonso und Antonio Rüdiger ein. Rüdiger führte Vinícius in Richtung Kabine, nachdem der Offensivspieler noch die Gelbe Karte gesehen hatte.
Alonso flucht, Simeone stichelt
Alonso hatte derweil auch genug und rief Simeone zu, er solle sich um seine eigenen Spieler kümmern. Spanischen Medienberichten zufolge verwendete er dabei auch Schimpfworte.
Nach der Partie verwies er sein Gegenüber mit bedachteren, aber klaren Worten in die Schranken. „Als ich gesehen habe, was er gesagt hat, hat mir das weniger gefallen. Das ist kein Beispiel für einen guten Sportsmann. Nicht alles ist erlaubt, man muss Respekt vor dem Gegner haben. Alles, was auf dem Spielfeld passiert, hat seine Grenzen.“
In den Sozialen Medien schlug auch Vinicius dann zurück. „Er hat ein weiteres K.o.-Spiel verloren“, schrieb Vinícius in einer Instagram-Story – eine Spitze, die klar an Simeone gerichtet gewesen sein dürfte.
Simeone wiederum erklärte nur lapidar: „Alles, was auf dem Platz passiert, bleibt auf dem Platz“. Auf seine Rauswurf-Worte angesprochen erklärte er: „Ich erinnere mich nicht, ich habe ein kompliziertes Gedächtnis.“
Real Madrid trifft nun auf Barcelona
Am Ende hatte Vinícius das bessere Ende auf seiner Seite. Die Königlichen setzten sich im umkämpften Halbfinale in Dschidda (Saudi-Arabien) mit 2:1 gegen den Stadtrivalen durch.
Federico Valverde brachte Real bereits in der zweiten Minute in Führung, Rodrygo erhöhte nach der Pause. Der Treffer von Alexander Sörloth diente lediglich zur Ergebniskosmetik.
Im Finale der Supercopa trifft Real Madrid nun am Sonntagabend auf den Erzrivalen FC Barcelona. Die Katalanen hatten sich zuvor mit einem deutlichen 5:0-Sieg gegen Athletic Bilbao durchgesetzt.