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Aus Flicks Liebling wird ein PSG-Schnäppchen

Das Wunderkind, das Flick verletzte

Pedro „Dro“ Fernández Sarmiento wird den FC Barcelona in diesem Winter aller Voraussicht nach verlassen. Während der Wechsel zu Paris Saint-Germain bevorstehen soll, fühlt sich Trainer Hansi Flick hintergangen.
Marc-André ter Stegen wird den FC Barcelona verlassen und zum FC Girona wechseln. Das bestätigt Trainer Hansi Flick auf der Pressekonferenz.
Pedro „Dro“ Fernández Sarmiento wird den FC Barcelona in diesem Winter aller Voraussicht nach verlassen. Während der Wechsel zu Paris Saint-Germain bevorstehen soll, fühlt sich Trainer Hansi Flick hintergangen.

Pedro Fernández Sarmiento, oder kurz „Dro“, sollte das große Zukunftsprojekt von Hansi Flick beim FC Barcelona sein. Doch das Kapitel endete für den deutschen Trainer in einer großen Enttäuschung.

In der Sommervorbereitung zauberte Hansi Flick plötzlich das neue Mega-Juwel aus dem Hut und nahm es prompt mit auf die Asien-Reise der Katalanen. Im ersten Testspiel gegen Vissel Kobe traf Dro nach seiner Einwechslung in der 78. Minute sehenswert zum 3:1-Endstand und auch in der laufenden Saison begann der Stern des 18-Jährigen schnell hell zu scheinen.

„Er ist ein großes Talent und La Masia hat einmal mehr fantastische Arbeit geleistet“, sagte Flick damals. „Merken Sie sich diesen Namen“, schrieb die Marca zur selben Zeit über den Youngster, der am 12. Januar volljährig wurde.

Nur 44 Einsatzminuten: Dro nach starkem Debüt außen vor

Nach seinem Ligadebüt im September setzte Flick Dro auch in der Champions League ein und stellte ihn gegen Olympiakos Piräus in die Startelf. Der Youngster zahlte das Vertrauen beim 6:1-Sieg auch direkt zurück und bereitete ein Tor vor. Er zeigte Anflüge „seines enormen Talents“, schrieb die Sport nach dem Debüt in der Königsklasse.

Allerdings konnte sich Dro in den folgenden Monaten nicht fest in die Mannschaft spielen. Zwar stand der Spanier mit philippinischen Wurzeln regelmäßig im Kader, kam bei drei Kurzeinsätzen in La Liga jedoch nur noch auf 44 Einsatzminuten.

Eine Entwicklung, die Dro wohl davon überzeugt hat, bereits in diesem Winter die Flucht zu ergreifen und sich einen neuen Verein zu suchen. Flick und Sportdirektor Deco seien spanischen Medienberichten zufolge von dieser Entscheidung überrascht gewesen, wobei vor allem der Trainer hart getroffen worden sei. Den Glauben an Dro habe Flick schließlich nie verloren.

„Dolchstoß“ für Flick - Dro nach Wechselwunsch aussortiert

„Viele Liebesgeschichten enden schlecht. Die von Dro ist eine davon. Die Ankündigung seines Abgangs war für Hansi Flick ein ‚Dolchstoß‘. Er sah in ihm eine ganz persönliche Wette“, schrieb die spanische AS. Sport vermeldete zudem, dass der ehemalige Bundestrainer seinem Umfeld gegenüber von „der größten Enttäuschung“ seines Lebens gesprochen habe.

Auch wenn ein Wechsel noch nicht offiziell ist, griffen die Verantwortlichen in der Folge zu drastischen Maßnahmen. Im Ligaspiel gegen Real Sociedad San Sebastián, den Klub, gegen den er in der Hinrunde noch sein Debüt feierte, stand Dro bereits nicht mehr im Kader. Auch auf dem offiziellen Mannschaftsfoto am Montag fehlte der Spanier, reiste nicht mit der Mannschaft zum Champions-League-Spiel in Prag und soll auch sonst nicht mehr mit der Mannschaft trainieren.

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Wohin es den Youngster zieht, dürfte derweil bereits feststehen. Wie die L‘Équipe jüngst berichtete, soll sich Dro mit Paris Saint-Germain bereits einig sein und einen Vertrag bis 2030 unterzeichnen. Für Barca könnte es dabei zu einem weiteren Super-GAU kommen. Dro besitzt in seinem Vertrag eine Ausstiegsklausel in Höhe von „nur“ sechs Millionen Euro.

Laut Sport möchte Barca dieses Fiasko unbedingt verhindern und mit Dro einen letzten Verhandlungsprozess starten. Wie schon im Fall von Weltfußballer Ousmane Dembélé versuchen die Katalanen demnach einen Transfer auszuhandeln, der die festgeschriebene Ablösesumme übersteigt. „In gewisser Weise wäre es ein letztes Detail, das die Zuneigung des Spielers für seine Jahre in La Masia zeigen würde“, heißt es in dem Bericht weiter.

Barca-Star schützt Dro

Während sich Flick vor Vollzug nicht explizit zu dem bevorstehenden Abgang äußern wollte, meldete sich auf der Pressekonferenz am Dienstag Barca-Star Alejandro Balde zu Wort und äußerte sich nur positiv über Dro.

„Jeder Spieler hat seine eigene Karriere und denkt anders. Entscheidungen müssen respektiert werden. Ich wünsche ihm alles Gute, ich bin sicher, er wird sich sehr gut schlagen, weil er viel Qualität hat“, erklärte der Außenverteidiger und meinte: „Ich habe mich sehr gut mit ihm verstanden, er ist ein toller Kerl. Ich hoffe, alle respektieren seine Entscheidung.“

Flick hatte sich einige Tage zuvor nur an die weiteren Jugendspieler der Katalanen gerichtet und gesagt: „Ich will den Spielern von La Masia sagen, dass wir ihnen die Chance geben, dass dies Barca ist. Man muss dabei sein, wenn man für Barca spielen will. Das möchte ich allen sagen, denen, die jetzt bei uns sind, und denen, die noch kommen werden. Sie müssen für diese Farben leben. Das ist es, was ich sehen will, und die anderen will ich nicht.“

Enrique als Schlüsselfaktor

Angesichts der sportlichen Perspektive in den vergangenen Wochen steht jedoch eines fest: Dro entschied sich gegen den Weg von Andrés Iniesta, Xavi oder Lionel Messi, die nach ihrer Zeit in La Masia lange bei den Barca-Profis spielten. Er hofft bei PSG auf mehr Spielzeit.

Der ausschlaggebende Faktor für einen möglichen Wechsel nach Paris sei laut der AS derweil Trainer Luis Enrique. „Der Spielstil und die Führungsqualitäten, die Luis Enrique seit seinem Amtsantritt in Paris gezeigt hat, eröffnen dem Spanier eine goldene Gelegenheit“, schrieb die Zeitung. Neben der Achse um Vitinha, Joao Neves und Fabián Ruiz soll Dro zu einem Schlüsselfaktor im zentralen Mittelfeld werden.

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