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Real Madrid: Hat sich Raúl verzockt?

Jetzt lebt ein anderer seinen Traum

Für Raúl ist Real Madrids Trainerentscheidung zugunsten von Álvaro Arbeloa besonders bitter. Noch vor wenigen Monaten hatte die Vereinslegende den Job, der Arbeloa nun den Trainerposten beschert hat.
Nach der Entlassung von Xabi Alonso hat nun Álvaro Arbeloa das Sagen bei Real Madrid. Nun gibt es erste Eindrücke vom Training mit dem Welt- und Europameister.
Für Raúl ist Real Madrids Trainerentscheidung zugunsten von Álvaro Arbeloa besonders bitter. Noch vor wenigen Monaten hatte die Vereinslegende den Job, der Arbeloa nun den Trainerposten beschert hat.

Während Álvaro Arbeloa als neuer Cheftrainer von Real Madrid die peinliche 2:3-Klatsche gegen den Zweitligisten Albacete verdauen muss, wird sich womöglich eine Vereinslegende der Königlichen umso mehr fragen, wieso nicht er den spanischen Rekordmeister trainiert.

Raúl hoffte lange auf die Chance, seinen Herzensverein zu trainieren. Sieben Jahre coachte er verschiedene Jugendmannschaften der Königlichen - zuletzt sogar bis Sommer die zweite Mannschaft. Ihn beerbte Arbeloa, der nun nur ein gutes halbes Jahr später zum Cheftrainer der Blancos aufstieg. Und damit jetzt jenen Traum lebt, der für Raúl unerfüllt blieb.

Mit der U19 gewann Raúl 2020 sogar die UEFA Youth League. 2021 und 2023 verpasste er mit der zweiten Mannschaft – Real Madrid Castilla – nur um Haaresbreite den Aufstieg in die zweite Liga.

Raúl nach Alonso-Verpflichtung beleidigt?

Als mit Zinédine Zidane, Carlo Ancelotti und im vergangenen Sommer Xabi Alonso zum dritten Mal jemand anderer den Chefposten erhielt, schien Raúl die Geduld mit den Verantwortlichen der Königlichen verloren zu haben. Der einstige Weltklasse-Stürmer verließ die Madrilenen auf eigenen Wunsch.

Die Worte, die sein Klub damals zu seinem Abschied wählte, hätten kaum größer sein können. „Real Madrid war stolz darauf, eine der größten Legenden unserer Geschichte und des Weltfußballs als Trainer und Betreuer unserer Jugendmannschaft zu haben”, hieß es in dem Statement damals.

Raúl selbst schrieb seinerzeit auf Instagram: „Ich habe Real Madrid heute meine Entscheidung mitgeteilt, meine Etappe zu beenden. [...] Es eröffnet sich jetzt eine neue Etappe als Trainer fernab dieses Klubs – und das mit der Überzeugung, dass ich eines Tages in mein Zuhause zurückkehren werde.“

Wo diese neue Etappe stattfinden wird, ist bis heute unbekannt. Auch sieben Monate nach dem Ende seiner Zeit in Madrid, ist die Fußball-Legende ohne neuen Job.

Gerüchte um einen möglichen Job beim Erstliga-Absteiger CD Leganés haben sich nicht bestätigt. Schon 2023 soll es Jobangebote vom FC Villarreal und von Union Berlin gegeben haben.

Arbeloa lebt Raúls Traum

Da nun ausgerechnet Raúls direkter Nachfolger bei der Real-Reserve von den Verantwortlichen zum Trainer der Profis berufen wird, drängt sich nun besonders eine Frage auf: Hat sich die Vereinslegende etwa verzockt?

Fast niemand dürfte davon ausgegangen sein, dass Alonso nach seinen Titeln mit Bayer Leverkusen bei den Königlichen noch nicht einmal eine Saison übersteht.

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Oder wurde Raúl von der Klubführung nahegelegt, dass er so oder so bei Real Madrid zunächst keine Zukunft bei den Profis hat? Noch wenige Jahre zuvor hatte sich das ganz anders angehört.

„Er hat mit Sicherheit das Zeug dazu, in der Zukunft der Trainer zu sein, daran habe ich keine Zweifel. Aber wir brauchten in diesem Moment jemanden mit mehr Erfahrung, die Raúl gerade erst Jahr für Jahr sammelt. Er wird mit Sicherheit einer unserer Männer für die Zukunft“, sagte Vereinspräsident Florentino Pérez im Juni 2021 über Raúl.

Wieso werden Raúls Erfolge nicht honoriert?

Auch, dass Reals Jugendabteilung mehr Talente und mehr Umsatz produziere, sei „zu einem großen Teil Raúls täglicher Arbeit in Valdebebas zu verdanken“, schrieb die spanische Marca.

So oder so hätten die Madrilenen in der vergangenen Woche auf die arbeitslose Vereinslegende zukommen können.

Sollte Arbeloa in den kommenden Spielen nicht die Kurve bekommen, könnte Vereinspräsident Pérez diesen Schritt vielleicht noch nachholen.