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60-Millionen-Mann in der Sackgasse

Reals Wunderkind steckt in der Krise

Mehr als 60 Millionen Euro hat Real Madrid für Franco Mastantuono ausgegeben. Nach nicht einmal einem Jahr könnten die Königlichen nun schon wieder genug von ihrem Talent haben.
Real-Madrid-Trainer Alvaro Arbeloa gibt ein Update zu den beiden verletzten Superstars Kylian Mbappé und Jude Bellingham.
Mehr als 60 Millionen Euro hat Real Madrid für Franco Mastantuono ausgegeben. Nach nicht einmal einem Jahr könnten die Königlichen nun schon wieder genug von ihrem Talent haben.

Nur knapp 20 Minuten dauerte der unrühmliche Auftritt von Franco Mastantuono im Bernabéu am Montagabend. Bei der LaLiga-Niederlage von Real Madrid gegen Gétafe (0:1) stand der Argentinier zum ersten Mal seit Anfang Februar wieder in der Liga auf dem Platz – helfen konnte er seinem Team nicht, im Gegenteil. Der 18-Jährige flog kurz nach seiner Einwechslung mit Glatt-Rot vom Platz. Er hatte den Schiedsrichter beleidigt.

Es war der vorläufige Tiefpunkt der bisherigen Zeit von Mastantuono bei den Königlichen. Im Sommer noch als Wunderkind gefeiert, droht der Youngster aktuell seine Vorschusslorbeeren bei Real zu verspielen und zum Nebendarsteller im weißen Ballett zu verkommen.

Über 63 Millionen Euro hatte Real Madrid im Juni 2025 auf den Tisch gelegt, um den damals 17-Jährigen vom argentinischen Top-Klub River Plate loszueisen. Der Jubel bei den Real-Fans war riesig, Mastantuono galt als größtes Offensivtalent Südamerikas – mit einem linken Fuß zum Dahinschmelzen. „Zu unserem Verein kommt eines der größten Talente, die in letzter Zeit in der Welt des Fußballs in Erscheinung getreten sind“, frohlockte Real-Boss Florentino Pérez bei der Transfer-Verkündung.

Die Euphorie bei Real ist längst verflogen

Knapp neun Monate später ist von der anfänglichen Euphorie jedoch nur wenig übrig. Zuletzt spielte Mastantuono unter Real-Coach Álvaro Arbeloa kaum noch eine Rolle, kickte hier mal acht, da mal 15 Minuten. Sein Kurzauftritt gegen Getafe war der Tiefpunkt des negativen Trends: Mastantuono spielte 22 Minuten, ehe er vom Platz flog. Gerade einmal 50 Prozent seiner Pässe kamen an - ein katastrophaler Wert, wie die AS bilanzierte.

Und so kippt auch die Stimmung der erfolgsverwöhnten Real-Fans zunehmend: „Wir brauchen Mastantuono nicht. Er hält die Mannschaft zurück. Entweder soll er nicht spielen oder den Verein verlassen“, polterte ein User auf Instagram nach dem Getafe-Spiel und bekam für seinen Kommentar mehr als 2000 Likes. Doch woher kommt der Absturz des Argentiniers?

Als Mastantuono bei Real aufschlug, stand noch Xabi Alonso an der Seitenlinie. Der einstige Leverkusen-Coach setzte große Stücke auf das Supertalent. Fast wöchentlich stand er in der Startelf und erzielte Ende September sein erstes Ligator. Alonso versicherte damals, man wolle in Mastantuono „investieren“.

Doch im November bremste den 18-Jährigen zunächst eine Schambeinverletzung aus. Es dauerte bis Mitte Dezember, ehe er wieder auf dem Platz stand. Nach Alonsos Entlassung im Januar geriet der Argentinier dann zusehends aufs Abstellgleis. Bisher steht er in der laufenden Saison bei drei Toren in 28 Spielen, das letzte davon im Januar gegen die AS Monaco.

Real denkt wohl über Abgang nach

Dass Formschwankungen im jungen Alter auftreten können, dürfte auch in Madrid niemanden überraschen, doch das Leistungsprinzip steht bei Real an oberster Stelle. Und so denken die Madrilenen wohl bereits über eine Leihe des jungen Argentiniers nach, wie der Journalist Jorge Picon der spanischen Sportplattform El Desmarque verriet. Von einem möglichen Abnehmer war noch keine Rede. Dass einer gefunden werden könnte, steht aber außer Frage.

Denn auch andere europäische Giganten waren im Sommer am Rechtsaußen interessiert, darunter PSG oder Manchester United. Doch Mastantuono entschied sich für die Königlichen und versprach mit dem üblichen südamerikanischen Temperament, „sein Leben für die Mannschaft zu geben“. Von diesem Versprechen sehen die Real-Anhänger zuletzt aber immer weniger. Das wird sich in den kommenden Ligapartien zunächst nicht ändern: Für seine Schiri-Beleidigung wurde der Youngster für zwei Spiele gesperrt.