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Messi: Darum ging ich zu PSG

Messi: Darum ging ich zu PSG

Lionel Messi überraschte mit seinem Wechsel zu PSG die Fußballwelt. Nun äußert sich der Argentinier zu den Hintergründen seiner Entscheidung.
Der Mega-Deal des Sommers ist offiziell: Lionel Messi geht zu Paris Saint-Germain. Mit einem Drohnen-Video vermeldet PSG den Deal als perfekt.
. SPORT1
von Robin Klausmann
am 9. Okt

Es war eine der großen Überraschungen in diesem Transfersommer.

„Barca verliert seine Essenz. Und Messi sein Schaufenster“, kommentierte die spanische Sport den überraschenden Transfer von Lionel Messi zu Paris Saint-Germain, ähnlich entsetzt zeigten sich andere Vertreter der internationalen Presse. (SERVICE: Alles Wichtige zur Ligue 1)

Und in der Tat lässt sich knapp zwei Monate nach dem Transfer feststellen, dass sich das Ende der Bilderbuch-Beziehung zwischen dem Argentinier und dem FC Barcelona für beide Seiten noch nicht wirklich ausgezahlt hat. Während Barcelona kriselt, läuft es auch für Messi bei PSG noch nicht richtig rund.

Warum der Weltfußballer die Katalanen in die französische Hauptstadt verließ und was er mit seinem neuen Klub vorhat, verriet er nun der französischen Zeitung L‘Équipe.

„Hat meine Pläne auf den Kopf gestellt“

Wie Lionel Messi berichtete, war ein Wechsel bei seiner Rückkehr aus der Sommerpause alles andere als vorhersehbar: „Ich kam zurück nach Barcelona, um mich auf die Saison vorzubereiten. [...] Ich wollte meinen Vertrag unterschreiben und sofort mit dem Training beginnen, weil ich dachte, dass alles geregelt ist und nur noch meine Unterschrift im Vertrag fehlt.“

Einfach fiel ihm die letzte Pressekonferenz beim FC Barcelona offenbar nicht. Die Entscheidung von Lionel Messi steht dennoch fest.
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Ein Trugschluss, wie sich schnell herausstellte. Denn die Katalanen machten der Vereinsikone deutlich, dass sie mit ihm aus finanziellen Gründen nicht mehr planten und er sich einen neuen Klub suchen müsse.

„Es hat meine Pläne auf den Kopf gestellt“, erklärte der Argentinier.

Darum fiel die Entscheidung auf PSG

Spätestens nachdem der FC Barcelona infolge der gescheiterten Gespräche den Abschied von Leo Messi bekannt gab, positionierten sich die finanzstarken europäischen Top-Klubs, um sich seine Dienste zu sichern. Ganz vorne mit dabei war schon früh Paris Saint-Germain.

Die Pariser stachen nicht nur wegen ihrer finanziellen Möglichkeiten heraus: „Ich habe andere Vorschläge erhalten, aber ich muss zugeben, dass wir mit PSG relativ schnell eine Einigung erzielt haben. [...] Das Projekt PSG, die Ambitionen und die Spieler haben mir meine Entscheidung leicht gemacht“, verriet der Argentinier und betonte, wie sehr sich die Franzosen während der Verhandlungen um ihn bemühten.

Dabei spielten insbesondere seine Freunde und Landsleute in den Reihen der Pariser eine entscheidende Rolle. Denn mit Mauricio Pochettino hat der 34-Jährige nicht nur einen argentinischen Trainer, sondern in Angel Di Maria und Leandro Paredes auch noch zwei Teamkameraden der Albiceleste als Mitspieler. (DATEN: Die Tabelle der Ligue 1)

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Zusammen mit seinem Freund Neymar könnten sie den Ausschlag für den Wechsel nach Paris gegeben haben, wie Messi durchblicken ließ: „[Ihre Anwesenheit] war ein wichtiger Teil meiner Entscheidung, weil ich wusste, dass ich in einem neuen Land bei null anfangen muss. Mir war klar, dass es mir eine Anpassung leichter fallen würde, wenn ich Freunde in der Umkleidekabine habe.“

Messi will mit PSG die Champions League

Doch der Weltfußballer machte deutlich, dass er nicht nur wegen seiner Freunde den Weg zum Champions-League-Finalisten von 2020 angetreten ist, sondern mit den Parisern auch Titel gewinnen möchte.

Das gilt insbesondere für die Königsklassen-Trophäe, die Messi mit seinem Team in die französische Hauptstadt holen will. Dabei gibt sich der Argentinier kämpferisch: „Hier träumt jeder und der Klub ist diesem Ziel in den letzten Jahren immer nähergekommen. [...] Ich würde gerne wieder die Champions League gewinnen und glaube, dass diese Truppe das Zeug dazu hat, das auch zu schaffen.“

2020 stand Paris Saint-Germain kurz vor großen Coup, scheiterte allerdings in einem spannenden Finale am FC Bayern
2020 stand Paris Saint-Germain kurz vor großen Coup, scheiterte allerdings in einem spannenden Finale am FC Bayern

Zwar sieht er die Konkurrenten aus Manchester, München und Madrid aufgrund ihrer eingespielten Teams leicht im Vorteil, ist aber optimistisch, mit seiner Mannschaft mithalten zu können.

„Wir haben große individuelle Klasse aber wir müssen noch als Team zusammenwachsen. Denn um wichtige Titel zu gewinnen, muss man als Einheit agieren. Wenn wir das geschafft haben, wird es schwer werden, uns zu schlagen“, so Messi, der mit dem FC Barcelona die Champions League bereits vier Mal holen konnte.

Dieser Titel war Messi besonders wichtig

Einen individuellen Titel in Form des Ballon d‘Or erwartet der neue Hoffnungsträger von PSG indes trotz des Gewinns der Copa América in diesem Sommer nicht. Zwar würde sich der Argentinier über die Auszeichnung freuen, wichtig sei für ihn aber besonders der Titel mit der Nationalmannschaft gewesen.

„Ich fühle mich nicht als Favorit. Wenn es passieren sollte, wäre es großartig und ich wäre sehr dankbar, aber ich möchte nicht daran denken. Ich habe in diesem Sommer mit der Copa den Titel gewonnen, der mir gefehlt hat und das war mein Höhepunkt“, erklärte Messi.

Dieser Titel fehlte noch in seiner Vita: Lionel Messi nach dem Gewinn der Copa America mit der Trophäe in seinen Händen
Dieser Titel fehlte noch in seiner Vita: Lionel Messi nach dem Gewinn der Copa America mit der Trophäe in seinen Händen

Messi adelt Lewandowski

Stattdessen sieht er neben zwei seiner Teamkollegen auch einen Stürmer aus der Bundesliga ganz oben auf der Favoritenliste: „In meinem Team gibt es natürlich mindestens zwei, für die ich sicher stimmen würde: ‚Ney‘ und Kylian. Danach gibt es Spieler auf individuellem Niveau, die eine große Saison gespielt haben wie Lewandowski“, verriet der Weltfußballer, der mit den bisherigen sechs Auszeichnungen Rekordhalter des Ballon d‘Or ist.

Neben Neymar, Kylian Mbappé und Lewandowski nannte Messi noch Karim Benzema - nicht aber Cristiano Ronaldo.

„Ich bin ein bisschen verloren“

Nun gilt es für den Neuzugang aber zunächst, sich im Team von Pochettino zurecht zu finden und sich nach dem holprigen Start mit nur einem Treffer aus fünf Pflichtspielen für PSG in der französischen Hauptstadt einzuleben. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Ligue 1)

„Ich bin ein bisschen verloren“, gab Messi zu und ergänzte: „Wir sind immer noch im Hotel und es wird langsam lang. Die Jungs sind eingeschult und es ist nicht einfach, vom Hotel hin und her zu gehen. Wir können es kaum erwarten, uns in unserem neuen Zuhause einzuleben und unseren neuen Alltag zu beginnen.“

Er bedaure, bisher noch wenig von der Stadt gesehen zu haben, was angesichts des eng getakteten Zeitplans des Neuzugangs mit Länderspielreisen und Spielbetrieb wenig verwundert.

Trotz der Anlaufschwierigkeiten blickt der Angreifer aber optimistisch auf die kommenden Monate: „Ich muss die Stadt jetzt kennenlernen, um mich leichter zurechtzufinden, aber ich passe mich an und freue mich sehr auf die Zukunft.“

Der Hoffnungsträger der Pariser scheint also auf einem guten Weg zu sein, der Führungsspieler zu werden, den sich die Fans von ihm erwarten. Die Fußballwelt darf gespannt sein, was Messi für Paris Saint-Germain noch leisten wird.