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Der beste Gündogan aller Zeiten?

Der beste Gündogan aller Zeiten?

Ilkay Gündogan schießt gegen West Brom seine Saisontore sechs und sieben. Mehr Tore erzielte er noch nie in einer Premier-League-Saison. Woher kommt die Torgefahr?
Zwei Tore im Premier-League-Spiel gegen West Bromwich Albion: Ilkay Gündogan glänzt - und wird danach von City-Coach Pep Guardiola geadelt.
Philip Kearney
von Philip Kearney
29.01.2021 | 10:55 Uhr

Manchester City ist das Team der Stunde in der Premier League.

Die Mannschaft von Trainer Pep Guardiola eilt nach holprigem Saisonstart derzeit von Sieg zu Sieg. (Premier League: Die Ergebnisse)

Gündogan glänzt gegen West Brom

Beim 5:0-Auswärtssieg ragte ein Akteur einmal mehr besonders heraus: Ilkay Gündogan. Der Mittelfeldspieler befindet sich nach überstandener Corona-Erkrankung zu Saisonbeginn seit Wochen in absoluter Top-Form. Und lässt mit seinen Toren und Pässen sogar Vereinslegende David Silva - der ManCity im Sommer nach zehn Jahren verließ – vergessen.

Allein in der Liga traf Gündogan bereits sieben Mal. Damit ist der 30-Jährige gemeinsam mit Flügelflitzer Raheem Sterling Toptorjäger seiner Mannschaft. Und das, obwohl der Nationalspieler im 4-3-3 von Guardiola meist als Achter agiert.

Gegen West Brom netzte Gündogan sogar doppelt. Und zeigte bei seinen beiden Toren einmal mehr all seine Klasse. Beim 1:0 pflückte er einen hohen Ball von Joao Cancelo gekonnt aus der Luft und zirkelte den Ball aus rund 20 Metern platziert ins linke untere Eck.

Beim vorentscheidenden 3:0 luchste der Ex-Dortmunder seinem Gegenspieler entschlossen den Ball ab, umkurvte anschließend einen Verteidiger und schob das Leder mit seinem schwächeren linken Fuß - zu seinem vierten Tor in den letzten drei Ligapartien - überlegt ins untere linke Eck.

Gündogan ist endlich auf der Acht gesetzt

Kein Wunder also, dass Guardiola nach dem Schlusspfiff voll des Lobes für seinen Mittelfeldspieler war. "Gundo hat ein unglaubliches Gespür für Tore", lobte der Spanier und fügte an: "Es geht nicht nur darum, im richtigen Zeitpunkt im Strafraum anzukommen, sondern in der richtigen Sekunde. Das ist das Schwierigste - nicht einen Meter vorher oder einen Meter später anzukommen, sondern genau zur richtigen Zeit, und Gundo hat dieses Gespür."

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Guardiola weiter: "Und es ist nicht nur das – bei seinem Abschluss kontrolliert er stets auf eine bestimmte Art und Weise den Ball, wird langsamer, nimmt sich eine Sekunde Zeit, um zu sehen was passiert, und verwertet dann eiskalt."

Dass Gündogans Torgefahr erst in seiner 5. Saison bei ManCity zum Vorschein kommt – er hat seine persönliche Bestmarke von sechs Ligatoren bereits übertroffen - hat laut dem ehemaligen City-Spieler Micah Richards einen Grund: "Er ist unterbewertet, aber es war immer schwierig für ihn bei City wegen der Spieler, die vor ihm waren. Hin und wieder musste er aushelfen, (…) oft anstelle von Fernandinho oder Rodri." Diese sind im System von Guardiola vor allem für eins verantwortlich: defensive Stabilität.

Ganz anders als die beiden Achter davor, die immer wieder im und rum um den Strafraum des Gegners auftauchen, wo sie schließlich zu gefährlichen Torabschlüssen kommen.

Richards findet deshalb, dass Gündogan deutlich besser auf der Acht aufgehoben ist. "Er hatte immer viel mehr zu bieten als nur ein Abräumer zu sein, und jetzt zeigt er es. Er kann Tore schießen, er kann Tore vorbereiten, und wenn man sich das Timing seiner Läufe in den Strafraum ansieht, ist er auch sehr intelligent - und er ist ein Teamplayer."

ManCity mit Gündogan auf Titelkurs

Letzteres hat Gündogan über die Jahre immer wieder bewiesen. Obwohl er nur selten über einen längeren Zeitraum einen Stammplatz bei den "Skyblues" inne hatte, ließ der Mittelfeldspieler nie öffentlich Dampf ab, weshalb ihn Guardiola im Dezember als "einen unglaublichen Spieler und unglaublichen Menschen" bezeichnete.

Gündogan vom englischen Spitzenklub Manchester City hat aktuell einen riesen Lauf und ist eine große Bereicherung für die DFB-Elf.
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Gündogan ist derzeit "Deutschlands bester Fußballer"

Dass Gündogan zunehmend die Anerkennung der breiten Masse gewinnt, freut den Trainer daher sehr. "Zuallererst freue ich mich sehr über Gundos Leistungen - aber auch über die Anerkennung, die er allmählich erhält", sagte Guardiola nach dem Sieg gegen West Brom.

Für den 50-Jährigen ist Gündogan aber schon seit mehreren Jahren ein wichtiger Spieler. "Wir sind begeistert von dem, was er tut, aber nicht nur momentan. In den Jahren 2018 und 2019, als wir zwei Premier-League-Titel in Folge gewannen, spielte er als Sechser, als Fernandinho verletzt war, und machte es unglaublich gut. In der ersten Saison hatte er einen Kreuzbandriss und wir haben ihn sehr vermisst. Aber seitdem haben wir Leistungen wie diese (gegen West Brom, Anm. d. Red.) gesehen, ebenso wie seine Persönlichkeit - auf den größten Bühnen ist die Persönlichkeit, mit der er spielt, herausragend."

Und genau diese kommt in Gündogans neuer dauerhaften Rolle als Achter zum Vorschein. Mit Gündogan in der Startelf hat ManCity in dieser Saison wettbewerbsübergreifend noch kein Spiel verloren. Hält diese Serie an, steht dem dritten Titel der Ära Guardiola/Gündogan nichts mehr im Wege.