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Tottenham Hotspur: Das wurde aus den Erben von Gareth Bale

Das wurde aus Tottenhams Bale-Erben

Die Spurs nehmen 2013 durch den Verkauf von Gareth Bale über 100 Millionen Euro ein und investieren das Geld in sieben Spieler. SPORT1 klärt auf, was aus den Verpflichtungen wurde.
Im Internet kursieren Fotos des möglichen neuen Tottenham-Auswärtstrikots für die kommende Saison. Einige User sind fassungslos und witzeln über die extravaganten Farben.
Die Spurs nehmen 2013 durch den Verkauf von Gareth Bale über 100 Millionen Euro ein und investieren das Geld in sieben Spieler. SPORT1 klärt auf, was aus den Verpflichtungen wurde.

Dieser Transfer glich einem Paukenschlag!

Für unglaubliche 101 Millionen Euro wechselte Gareth Bale Ende 2013 von Tottenham Hotspur zu Real Madrid.

Tottenham investiert Bale-Erlös in sieben Spieler

Nach seinem Traumstart bei den Königlichen verlor Bale in Madrid immer mehr an Bedeutung und spielte schließlich so gut wie keine Rolle mehr – stattdessen wurde er als Flop bezeichnet.

Trotz seiner beiden Joker-Tore im Champions-League-Finale 2018 gegen den FC Liverpool - inklusive eines traumhaften Fallrückziehers.

Der große Gewinner des Deals war der Klub aus Nordlondon, der mit der verrückten Ablösesumme von über 100 Millionen Euro gleich sieben Spieler verpflichtete.

Doch was wurde aus den Spielern, die durch die Bale-Millionen den Weg zu den Spurs fanden? SPORT1 macht den Check.

Paulinho

Rund 20 Millionen Euro überwies Tottenham für den 24 Jahre alten brasilianischen Nationalspieler an Corinthians Sao Paulo. Die Spurs setzten große Hoffnungen in den talentierten Mittelfeldspieler – die Paulinho jedoch nicht erfüllen konnte.

In 67 Spielen für Tottenham erzielte Paulinho zehn Tore und bereitete sechs weitere vor. Aufgrund seiner Spielweise galt Paulinho als eine Art Double von Frank Lampard. An dessen Leistungen reichte Paulinho jedoch nicht heran.

Nach zwei Jahren verließ er England und wechselte für rund 14 Millionen Euro nach China zu Guangzhou Evergrande. Dort blühte Paulinho auf und überzeugte durch gute Leistungen.

Infolgedessen nahm Paulinhos Karriere eine steile Wendung, als der FC Barcelona ihn verpflichtete – für 40 Millionen Euro.

Mit den Katalanen gewann der Brasilianer sowohl die spanische Meisterschaft als auch den Copa del Rey. Nach einer Leihe an Guangzhou Evergrande wurde Paulinho Anfang 2019 vom chinesischen Klub erneut fest verpflichtet.

Nach einem ablösefreien Wechsel wird Paulinho in der kommenden Saison nun für den saudi-arabischen Erstligisten Al Ahli auflaufen.

Christian Eriksen

Eriksen kann ohne Frage als der erfolgreichste Neuzugang der sieben Spieler aus den Bale-Erlösen bezeichnet werden. Der dänische Mittelfeldspieler wurde sowohl in der Saison 2013/14 als auch in der Saison 2016/17 bei den Spurs zum Spieler des Jahres gewählt.

In 305 Spielen für den englischen Klub gab Eriksen 90 Vorlagen und erzielte selbst 69 Tore. Im Januar 2020 wechselte Eriksen schließlich für eine Ablösesumme von 27 Millionen Euro zu Inter Mailand – damit konnte Tottenham die damals gezahlte Ablösesumme an Ajax Amsterdam (14 Millionen Euro) fast verdoppeln.

In seiner zweiten Saison für Inter Mailand hatte Eriksen großen Anteil am souveränen Meisterschaftsgewinn der Nerazzurri.

Die Zukunft des dänischen Nationalspielers ist nach seinem Herzstillstand im EM-Spiel gegen Finnland jedoch weiterhin offen. Aufgrund eines implantierten Defibrillators droht Eriksen ein Entzug der Spielerlaubnis in der Serie A. Die weitere Entwicklung ist aber noch nicht absehbar.

Roberto Soldado

Von allen Neuzugängen dürften die Erwartungen an Roberto Soldado am größten gewesen sein. Immerhin hatte der Mittelstürmer für den FC Valencia in 141 Spielen starke 82 Tore erzielt.

Bei Tottenham konnte er diese Quote jedoch nicht ansatzweise erfüllen. In 52 Premier-League-Spielen traf der Spanier lediglich sieben Mal. Eine enttäuschende Statistik für einen Vollblutstürmer, den sich die Spurs 30 Millionen Euro kosten ließen. (Transfermarkt: Die heißesten Gerüchte im Transferticker)

Nach nur zwei Jahren kehrte Soldado zurück nach Spanien zum FC Villareal. Im Anschluss lief der ehemalige spanische Nationalspieler noch für Fenerbahce Istanbul und den FC Granada auf, in der kommenden Saison geht der mittlerweile 36 Jahre alte Soldado für UD Levante auf Torejagd.

Erik Lamela

Nach Christian Eriksen ist Erik Lamela wohl der zweiterfolgreichste Spieler der sieben Neuverpflichtungen. Der Flügelflitzer wechselte 2013 für eine Ablösesumme von 30 Millionen Euro zu Tottenham und konnte durchaus überzeugen.

257 Mal lief der argentinische Nationalspieler für die Spurs auf, erzielte dabei 37 Treffer und bereitete 47 Tore vor. Durch wunderschöne Tore in Manier eines Arjen Robben spielte sich der Argentinier in die Herzen der Fans.

Lamela hielt Tottenham lange die Treue, dennoch schlägt nun auch der 29-Jährige zur kommenden Saison ein neues Kapitel auf.

Er hat sich dem FC Sevilla angeschlossen, im Gegenzug wechselte Bryan Gil von den Andalusiern zu den Spurs. Der 20 Jahre alte Gil gilt als eines der größten Talente seines Landes.

Nacer Chadli

Chadli wechselte 2013 für rund acht Millionen Euro von Twente Enschede zu Tottenham. Für die Spurs erzielte der Linksaußen in 119 Spielen 25 Tore und legte sechzehn Treffer vor.

Unter Trainer Mauricio Pochettino spielte der belgische Nationalspieler jedoch keine Rolle mehr und wurde schließlich 2016 für rund 15 Millionen Euro an Ligakonkurrent West Bromwich Albion abgegeben.

Aufgrund einer Oberschenkelverletzung in seiner zweiten Saison konnte er auch nicht Fuß fassen und wechselte 2018 schließlich zur AS Monaco.

Nach einer Leihe an den RSC Anderlecht läuft der Belgier mit marokkanischen Wurzeln seit September 2018 für den türkischen Erstligisten Basaksehir auf. Aufgrund einer Beinverletzung, die sich Chadli im EM-Viertelfinale gegen Italien zuzog, fällt der 31-Jährige allerdings auf unbestimmte Zeit aus.

Étienne Capoue

Der Franzose ließ bei den Spurs sein Potential aufblitzen, konnte aber nie vollends überzeugen. In zwei Jahren bei Tottenham kam Capoue in 36 Spielen zum Einsatz, in denen er zwei Treffer erzielte und zwei Assists gab.

Der defensive Mittelfeldspieler, der 2013 für elf Millionen Euro vom FC Toulouse nach Nordlondon wechselte, zog 2015 für eine Ablösesumme von 8,9 Millionen Euro zum FC Watford weiter.

Für Watford kam der ehemalige französische Nationalspieler in 181 Spielen zum Einsatz, ehe er sich Anfang 2021 dem FC Villarreal anschloss.

Im Finale der Europa League, das Villarreal im Elfmeterschießen gegen Manchester United gewann, wurde Capoue zum „Man of the Match“ gewählt.

Vlad Chiriches

Der rumänische Innenverteidiger Vlad Chiriches dürfte den wenigsten Fans von Tottenham bekannt gewesen sein. Der kantige Defensivmann wechselte 2013 für 9,5 Millionen Euro von Steaua Bukarest zu den Spurs.

Für die Spurs kam Chiriches immerhin in 43 Partien zum Einsatz. 2015 wurde Chiriches für sieben Millionen Euro an den SSC Neapel abgegeben, mittlerweile läuft der rumänische Nationalspieler für US Sassuolo auf.