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Die unglaubliche Erfolgsstory eines Underdogs

Die unglaubliche Erfolgsstory eines Underdogs

Brighton & Hove Albion gehört über Jahrzehnte zum grauen Mittelmaß des englischen Fußballs. Ein Pokerspieler aber macht aus dem Klub nun ein Spitzenteam - mit deutschem Anstrich.
Sancho, Daka, Trincao: Manchester United, Leicester City & Co. sichern sich gerade die besten Talente der Welt. Die Premier League tätigt Transfers für die Zukunft.
Tobias Wiltschek
Tobias Wiltschek
von Tobias Wiltschek

Es ist die Cinderella Story im englischen Fußball!

Ein Verein, der zuletzt regelmäßig dem Abstieg aus der Premier League nur haarscharf entrinnen konnte, wirbelt nun das Establishment kräftig durcheinander. (Service: Ergebnisse der Premier League)

Die Rede ist von Brighton & Hove Albion. Der Verein, der bis auf den Community Shield 1910 keinen einzigen Titel holen konnte, mischt nun die Premier League auf.

Brighton & Hove Albion auf Europapokal-Kurs

Kurios: Selbst nach zuletzt zwei torlosen Unentschieden steht das Team von der Südküste Englands als Vierter auf einem Platz, der für die Teilnahme an der Champions League berechtigen würde.

Also dort, wo beispielsweise die beiden Londoner Großklubs Tottenham und Arsenal sowie auch Manchester United gerne stünden. (Service: Die Tabelle der Premier League)

Dass die „Möwen“, wie der Klub genannt wird, in dieser Saison zum Höhenflug ansetzen, ist auf den ersten Blick eine große Überraschung.

Denn es ist noch gar nicht mal so lange her, dass der Verein vor dem Absturz in die Bedeutungslosigkeit stand. Zur Erinnerung: 1997 rettete erst ein Unentschieden am allerletzten Spieltag das Team vor dem Abstieg aus der vierten Liga.

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Auf den zweiten Blick aber könnte man den derzeitigen Tabellenplatz vier in der Premier League nach erst einer Niederlage als logisches Resultat einer Entwicklung ansehen, die schon in den vergangenen Jahren eingesetzt hat - und obendrein viel mit einem ehemaligen deutschen Zweitligaspieler zu tun hat.

Pascal Groß war 2012 vom Karlsruher SC zum FC Ingolstadt gewechselt und stieg mit den Oberbayern drei Jahre später in die Bundesliga auf.

2017 folgte dann der Wechsel zu Brighton & Hove Albion, das damals gerade den Sprung in die Premier League geschafft hatte.

Pascal Groß wird zu „Mister zuverlässig“

Dort etabliert sich der Mittelfeldspieler schnell als „Mister zuverlässig“ und ist seitdem nicht mehr aus dem Team wegzudenken.

Neben dem Deutschen zählen die Routiniers Adam Lallana, Shane Duffy und Danny Welbeck sowie der Niederländer Neal Maupay zu den Leistungsträgern. Maupay hat bislang vier und damit exakt die Hälfte aller Albion-Tore in dieser Premier-League-Saison erzielt.

Der derzeitige Erfolg ist indes auch das Ergebnis langfristiger Investitionen in die Infrastruktur des Vereins. Das AMEX Stadium und das Trainingsgelände des Klubs gehören zu den modernsten in der Premier League.

Im AMEX Stadium trägt Brighton & Hove die Heimspiele aus
Im AMEX Stadium trägt Brighton & Hove die Heimspiele aus

Pokerspieler ist Besitzer von Brighton & Hove

Bemerkenswert: Das entsprechende Kapital dafür stammt von einem Pokerspieler, der mit seiner Leidenschaft Millionen verdient hat und auch als Unternehmer erfolgreich ist.

Sein Name: Tony Bloom - in Brighton geboren und Albion-Fan. Schon Großvater Harry war in den 1970er Jahren Vizepräsident des Klubs.

Seit 2009 ist Tony Bloom nun Besitzer und Präsident seines Lieblingsvereins, den er seitdem Stück für Stück in der englischen Profi-Landschaft etabliert hat. Der jüngste Coup war die Verpflichtung von Cheftrainer Graham Potter.

Der hatte in seiner aktiven Karriere zwar nur mittelmäßigen Erfolg, schlug dann aber eine wissenschaftliche Laufbahn ein und machte seinen Master-Abschluss in „Führung und emotionaler Intelligenz“.

Davon profitiert der 45-Jährige nun als Trainer von Albion. Auf dem Platz legt Potter Wert auf taktische Variabilität, Intensität und ein schnelles Aufbauspiel. Bei den Spielern gilt er als äußerst beliebt.

Schon in der vergangenen Saison hätte das Team nach Ansicht mancher Beobachterauch viel besser abschneiden müssen, als es der 16. Tabellenplatz aussagt.

Dies besagt eine Statistik von Understat, die von eurosport.com zitiert wird. Darin wurde ausgewertet, wie viele Chancen die Teams in ihren Spielen hatten und wie viele sie zugelassen haben.

Statistik sähe Brighton noch viel besser

Darauf basierend wurde eine Rangliste nach den zu erwartenden Punkten erstellt, in der die „Möwen“ auf Platz fünf landeten.

Heißt: Nur die mangelnde Chancenverwertung verhinderte schon damals eine Platzierung unter den Top 10.

Derzeit deutet vieles darauf hin, dass sie es auch in der echten Tabelle in die obere Hälfte schaffen werden.

Wie weit Brighton & Hove in der Entwicklung tatsächlich schon ist, darüber dürften die nächsten Tage und Wochen umso mehr Aufschluss geben: Noch im Oktober gilt es gegen die Spitzenteams Manchester City und FC Liverpool.