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"Revolution" in der Premier League: Pep Guardiola hatte eine Vorahnung

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"Revolution" in der Premier League: Pep Guardiola hatte eine Vorahnung

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Eine überraschende Entwicklung

Trotz des Abgangs von Topscorer und Vereinsikone Harry Kane ist Tottenham Hotspur entgegen aller Erwartungen Tabellenführer der Premier League. Wie kommt das?
Der ehemalige Tottenham-Star Jermain Defoe wünscht Harry Kane bei dessen Herausforderung in München weiterhin viel Glück. Der ehemalige englische Nationalspieler ist von den Fähigkeiten des 30-Jährigen überzeugt.
dschunko
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430 Spiele, 278 Tore, 64 Vorlagen und das Kapitänsamt. Die Lücke, die Harry Kane bei Tottenham nach seinem Abgang zum FC Bayern hinterlassen hat, schien riesig.

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„Jeder hat erwartet, dass Tottenham ein paar Probleme bekommen wird“, bestätigte Spurs-Ikone Mido in einem Interview mit talkSPORT Breakfast. Und dennoch läuft es für Tottenham aktuell besser denn je. „Es ist eine Revolution, wenn man das über Tottenham sagen kann“, behauptet Mido und lobt dabei vor allem die Zusammenstellung des Kaders nach dem Transfer von Kane.

Nach acht Spielen in der Premier League sind die Spurs noch ungeschlagen und mussten sich lediglich zweimal die Punkte teilen. Der bislang beste Ligastart seit 57 Jahren (!).

Son und Maddison als offensive Anführer

Verteilt wird die Last infolge von Kanes Abgang gleich auf mehrere Schultern. Vorneweg: Der neue Anführer des Teams, der Südkoreaner Heung-min Son. Der 31-Jährige, der jahrelang ein kongeniales Duo mit Kane bildete, übernahm nicht nur das Kapitänsamt, er geht auch mit seinen Leistungen voran.

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In den bisher acht Premier-League-Partien arbeitete sich Son zum Top-Torschützen der Spurs vor und muss mit seinen sechs erzielten Treffern liga-weit nur vor Erling Haaland zurückstecken.

Ähnlich wichtig ist in diesem Jahr Neuzugang James Maddison, der für 46,3 Millionen Euro vom Absteiger Leicester City in den Norden Londons wechselte.

Maddison ist womöglich das perfekte Beispiel für die erfolgreiche Kaderzusammenstellung von Tottenham. An sieben Toren war der offensive Mittelfeldspieler bislang beteiligt und übertrifft damit sogar noch den Kapitän.

Perfekt auf den Punkt brachte es Cheltenham-Town-Verteidiger Curtis Davis, der in einem Podcast von BBC Radio 5 erklärte: „Ich glaube, er (Maddison, Anm. d. Red.) hat gegen Luton Town seine fünfte Vorlage erzielt, weil die Art wie er in diesem System spielen darf, einfach großartig ist.“

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Neben Son und Maddison konnten sich jedoch auch noch sechs weitere Spieler in die Torschützenliste eintragen, was von einer insgesamt sehr ausbalancierten Mannschaft zeugt. Ein Erfolgskonzept?

„Angeball“ macht den Unterschied

Einer der Hauptverantwortlichen dafür, dass Spieler wie Maddison so gut eingeschlagen haben, ist wohl der sportliche Boss der Spurs. Ange Postecoglou trat zu Beginn der Saison die Nachfolge des Cheftrainers von Antonio Conte an und hat Tottenham seither mit einer völlig neuen Spielidee zurück auf die Erfolgsspur geführt.

Postecoglou kam 2021 erstmals nach Europa und trainierte, bis zu seinem Engagement bei den Spurs, Celtic Glasgow. Zuvor war der 58 Jahre alte Trainer lange Zeit in Australien unterwegs und coachte unter anderem von 2013 bis 2017 die australische Nationalmannschaft.

Pep Guardiola hatte eine Vorahnung

Dabei kam Postecoglou einst ohne große Vorschusslorbeeren nach Großbritannien, da er sich zu diesem Zeitpunkt noch keinen besonders großen Namen machen konnte. Obwohl er während seiner Zeit in Schottland fünf von sechs möglichen nationalen Trophäen holte und Erfolgstrainer Pep Guardiola den Australier früh zu schätzen wusste.

Bei Amtsantritt von Postecoglou in Tottenham schwärmte Guardiola bereits: „Es kommt ein weiterer außergewöhnlicher Manager.“

Seine Spielphilosophie: gnadenloser Offensivfußball oder auch der „Angeball“. Die maßgebliche Aufgabe für Postecoglous Mannschaften liegt dabei darin, sich in der gegnerischen Hälfte festzusetzen und von dort aus das Spiel zu bestimmen.

Ange Postecoglou beim Spiel gegen Luton Town
Ange Postecoglou beim Spiel gegen Luton Town

Eine große Umstellung im Vergleich zum eher taktisch geprägten Fußball seiner Vorgänger, die jedoch dazu geführt hat, dass nur drei Mannschaften mehr Tore als die Spurs erzielen konnten.

Wird der Titelfluch der Spurs abgewendet?

Seit Jahren wird den Spurs bereits nachgesagt, dass es für sie unmöglich sei, Titel zu gewinnen. Zumal der neueste Pokal in der Vereinsvitrine bereits seit dem Ligapokalsieg in der Saison 2007/08 auf Nachbarn wartet.

Wahrscheinlich ist es auch noch zu früh, um ernsthaft darüber zu diskutieren, ob Tottenham in diesem Jahr endlich reif für einen Titel ist. Allerdings scheint es, als hätte Vereinspräsident Daniel Levy einige wichtige Puzzleteile zusammengebracht.

Bislang scheint der Fluch jedenfalls noch nicht zusammen mit Kane den Verein verlassen zu haben. In der ersten Runde des League Cups verabschiedete sich die Mannschaft von Postecoglou bereits in ihrer ersten Partie gegen Fulham (4:6 n.E.). Gut für Tottenham, dass in England nicht gerade wenig Trophäen ausgespielt werden.