Phil Jones, langjähriger Verteidiger von Manchester United, hat in einem Podcast über Interimstrainer Ralf Rangnick (Dezember 2021 bis Mai 2022) gesprochen und den österreichischen Nationalcoach für eine Aktion scharf kritisiert.
Harte Kritik an Rangnick: "Du verarschst mich doch"
„Gedemütigt“: Harte Kritik an Rangnick
Nachdem der heute 32-Jährige lange Zeit verletzt gefehlt hatte, wurde er beim Spiel gegen den FC Liverpool im April 2022 von Rangnick in die Startelf beordert. Beim Stand von 0:2 zur Halbzeit entschloss sich Rangnick dann dazu, Jones vom Feld zu nehmen.
Mehr als zwei Jahre nach der Partie erinnerte sich der Jones, der im Frühjahr seine Karriere beendet hatte, im High Performance Podcast an die Situation: „In der Pause kam Ralf rein. Er sagte: ‚Ich werde einen Wechsel vornehmen, Phil kommt runter.‘“
Rangnick? „Du verarscht mich doch“
Die gesamte Mannschaft sei geschockt gewesen. Er habe sich dann seine Schuhe ausgezogen, diese auf den Boden geschmissen und Rangnick angebrüllt: „Du verarschst mich doch.“
So sehr wie an jenem Tag habe er sich zuvor und danach nie aufgeregt, gab Jones zu. „Ich bin nie in der Kabine ausgerastet. Ich war nie emotional genug, um in der Umkleide die Beherrschung zu verlieren. Ich glaube, das war das einzige Mal in meiner Karriere, dass ich ausgerastet bin. Es hat mich so aufgeregt, dass er mich vor dem Publikum unseres Erzrivalen Liverpool in Anfield, unseren Fans, meiner Familie und den anderen Spieler gedemütigt hatte.“
Insbesondere aufgrund seiner Verletzungshistorie - der 27-malige Nationalspieler hatte in seiner Karriere unter anderem lange Zeit mit Knieproblemen zu kämpfen - war er von Rangnicks Verhalten enttäuscht.
Rangnick machte Jones zum „Sündenbock“
Jones habe in der Partie zwar nicht herausragend gespielt, aber sei sicher nicht so schlecht gewesen, „dass ich ausgewechselt werden musste“, sagte er. „Vor allem, wenn man die Vorgeschichte mit meinem Knie und allem, was ich durchgemacht hatte, berücksichtigt.“
Bei der 0:4-Niederlage gegen die damals noch von Jürgen Klopp trainierten Reds hätte es „viel schlechtere Spieler auf dem Platz“ gegeben. Aber es sei nun mal einfacher, „denjenigen rauszunehmen, der zwölf Monate nicht gespielt hat und ihn zum Sündenbock zu machen“.