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So laufen die Doping-Tests bei WWE

So laufen die Doping-Tests bei WWE

Roman Reigns ist von WWE wegen einer Doping-Affäre suspendiert - ist er nun unten durch? Und warum gibt es überhaupt Tests für Wrestler? Fragen und Antworten.
Roman Reigns (l., im Kampf mit Big Show) wurde von WWE wegen einer Doping-Affäre suspendiert
Roman Reigns (l., im Kampf mit Big Show) wurde von WWE wegen einer Doping-Affäre suspendiert
© Imago
Martin Hoffmann
Martin Hoffmann
von Martin Hoffmann

Roman Reigns, Topstar der Wrestling-Liga WWE, ist wegen eines Doping-Verstoßes gesperrt worden.

Wie kam es zu dem spektakulären Fall und welche Folgen wird er haben?

SPORT1 beantwortet die wichtigsten Fragen.

- Wofür genau wird Roman Reigns bestraft?

Den konkreten Grund für die 30-tägige Sperre hat WWE wie üblich nicht kommuniziert. Sicher ist nur: Reigns ist geständig - und es ist auszuschließen, dass es um den Missbrauch von Alkohol oder Marihuana geht. In diesen Fällen verhängt WWE Geldstrafen, keine Sperren.

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- Warum gibt es überhaupt Doping-Tests bei Showkämpfern?

Trotz des offensichtlichen Unterschieds zwischen normalem Sport und Showsport: Die Gründe sind ähnlich. Letztlich ist auch das Ringen um einen höheren Platz in der WWE-Hierarchie ein Wettbewerb, bei dem nachweislich oft mit zweifelhaften und ungesunden Methoden nachgeholfen wurde.

Die Wrestling-Liga hat diverse Steroid- und andere Doping-Skandale hinter sich, viele Wrestler sind jung verstorben an den Folgen des Substanzmissbrauchs - der auch mit der hohen körperlichen Belastung des Geschäfts zusammenhängt: Das hat öffentlichen und auch politischen Druck erzeugt, etwas zu unternehmen.

Nach dem Tod des früheren Champions Eddie Guerrero (38) im Jahr 2005 führte WWE eine sogenannte "Wellness Policy" ein. Die Wrestler werden seitdem auf den Drogen und den Missbrauch von Medikamenten "für nicht-medizinische Zwecke" getestet. Bei Verstößen - zu denen auch ein verpasster Test gehört - gibt es ein festgelegtes Prozedere: 30 Tage Sperre beim ersten, 60 Tage beim zweiten, Entlassung und einjähriges Wiedereinstellungsverbot beim dritten. Die Öffentlichkeit wird in Grundzügen über jeden dieser Schritte informiert.

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- Wie zuverlässig sind die Doping-Tests bei WWE?

Was für sie spricht: Sie werden unabhängig von WWE durchgeführt, von der Aegis Science Corporation, einem Anti-Doping-Labor in Nashville.

Ein Garant für einen sauberen Showsport sind sie aber offensichtlich dennoch nicht. 2007 fanden sich zahlreiche WWE-Wrestler auf der Kundenliste der von Polizeifahndern ausgehobenen Skandal-Apotheke "Signature Pharmacy" - nach Einführung der Doping-Tests.

Es gab seitdem diverse Reformen, Grundzweifel sind geblieben, ähnliche wie auch an den Testregimes anderer Sportorganisationen: Decken die Tests Doping wirklich in relevantem Maß auf? Bieten fragwürdige Rezepte fragwürdiger Ärzte den Wrestlern Schlupflöcher? Wird konsequent durchgegriffen, auch gegen die großen Stars? Und wie kommen manche Kämpfer eigentlich ohne unnatürliche Hilfe zu solchen Muskelbergen?

- Seit wann wusste WWE von dem Verstoß?

Nach einem Bericht des Branchen-Leitmediums Wrestling Observer hat WWE vor der jüngsten Großveranstaltung Money in the Bank von Reigns' Verstoß gewusst - was dafür spricht, dass die Affäre der Grund dafür war, dass er seinen Titel bei der Veranstaltung verlor.

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Die Möglichkeit, eine Doping-Sperre erst zu vollziehen, nachdem ein schon angesetzter Kampf noch ausgefochten wird, lassen die hauseigenen Regularien offen.

Ein kurioser Lauf der Dinge, für den es zwei Erklärungen gibt: Entweder wurde das WWE-Kreativteam von der Firmenführung nicht über die anstehende Sperre ins Bild gesetzt - was laut Observer in anderen Fällen schon vorgekommen ist. Oder es war von vornherein der Plan, Doping-Sünder Reigns direkt wieder nach oben zu pushen.

- Lässt WWE Reigns nun fallen?

Schwer zu beantworten, es mangelt an Präzedenzfällen. Zwar sind schon andere größere Stars - unter ihnen Randy Orton - ins Doping-Fangnetz geraten. Bei Reigns, dem bis eben amtierenden WWE World Champion, der zum künftigen Gesicht der Liga aufgebaut werden soll, ist die Fallhöhe aber nochmal eine andere.

Der Umgang von WWE seit dem angeblichen Bekanntwerden des Verstoßes spricht aber dafür, dass der Stab nicht über ihm gebrochen wird: Auch bei seinem Titelverlust wurde Reigns nicht "begraben", wie es im Wrestling-Sprech heißt. Er wurde stark dargestellt, seine Niederlage als knapp. Und das nächste große Match ist ja schon angesetzt.

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Wie dieses Signal ankommt bei den Kollegen, der Öffentlichkeit und den Fans - bei denen Reigns ohnehin einen schweren Stand hat: andere Frage. Battleground wird ein Spießrutenlauf für Reigns.